Neue Stellen

In der Grünpflege wurde nur das Nötigste getan

Von Dorothea Ittmann
Maximilian Henkelmann, Bereichsleiter Grünplanung, begutachtet den Zustand des Spielplatzes in der Brandenburger Straße.
(Dorothea Ittmann)/FNP

Maximilian Henkelmann steht auf dem Spielplatz Brandenburger Straße im Dicken Busch. Hinter ihm ein Spielturm mit Rutsche, nebendran eine Schaukel. Das Klettergerüst ist schon abgebaut, weil es zu alt war und den Sicherheitsstandards nicht mehr entsprochen habe, erklärt Henkelmann. Der 48-Jährige ist Bereichleiter in der Grünplanung bei der Stadt Rüsselsheim. Der Zustand des Spielplatzes ist ihm hinreichend bekannt. Denn das Gelände soll erneuert werden. „Wir sind hier mit den Planungen ziemlich weit“, sagt Henkelmann. Mittlerweile sei der Platz vermessen, die Entwässerung geprüft und jeder Winkel doInkumentiert worden.

Der Bereichsleiter zeigt auf eine Reihe breiter Holzpfosten im Boden, die eine Terrasse von der Sandfläche trennen. Das Holz ist gesplittert, Teile davon faulig. Auf einem benachbarten Schotterparkplatz sprengen die Wurzeln einer Buche den Bodenbelag. Die Steinplatten auf dem Gehweg neigen sich leicht zur Seite. „Hier helfen keine Ausbesserungsarbeiten mehr, der Spielplatz muss grunderneuert werden“, resümiert Henkelmann.

Jeden Schritt prüfen

Seine Aufgabe ist es, mit dem externen Planungsbüro in Kontakt zu stehen, jeden Arbeitsschritt zu prüfen. „Wir sind immer im Gespräch und bringen unseren Erfahrungsschatz mit ein“, so der Bereichleiter. Dabei gehe es nicht nur um neue Spielgeräte und den richtigen Bodenbelag. Die Planer sprechen unter anderem über Kosten und Vergaberechtlinien bei der Ausschreibung.

Der gelernte Landschaftsarchitekt teilt sich sein Büro mit vier Kollegen. Im nächsten Jahr sollen zwei weitere hinzukommen. So sieht es die Änderung des Stellenplans 2019 für den Fachbereich Umwelt und Planung vor, die jetzt in den Ausschüssen beraten wurde.

Kosten reduzieren

In den letzten Jahren seien in den Grünanlagen nur die allernötigsten Maßnahmen umgesetzt worden, heißt es in dem Bericht des Magistrats. Er spricht von einem Instandsetzungsstau. „Jahrelang wurde nur das Nötigste getan“, bestätigt Frank Kohmann, Fachbereichsleiter Umwelt und Planung. Mit der Aufstockung um ein Team könnten die anstehenden Aufgaben in der Grünplanung besser ausgeführt werden und Kosten für externe Planungsbüros reduziert werden, argumentiert der Magistrat. Die zwei Vollzeitstellen eines Fachplaners und eines Bauzeichners kosteten die Stadt jährlich rund 120 000 Euro. Im Vergleich: Bei Baukosten für Außenanlagen in Höhe von 200 000 Euro netto würden bereits durchschnittlich Planungskosten in Höhe von 44 000 Euro anfallen.

 

Über mangelndes Know-how in der Abteilung macht sich Henkelmann keine Sorgen, die Kollegen seien alle Spezialisten auf ihrem Gebiet. Vielmehr bräuchte die Grünplanung mehr Schultern, auf die die Arbeit verteilt werden könne. Das ist kaum verwunderlich bei 53 Spiel- und sieben Bolzplätzen in Rüsselsheim. Hinzu kommen noch größere Außenanlagen wie Sportplätze und Schulhöfe, Parks und Grünstreifen an den Straßen. „Es ist das ganze Jahr über viel zu tun“, sagt Henkelmann. „Aber wir sind ein eingespieltes Team.“ Die Grunderneuerung des Spielplatzes an der Brandenburger Straße wird die Planer fast ein ganzes Jahr begleiten und die Stadt rund 200 000 Euro kosten, schätzt Kohmann. Voraussichtlich im November sollen die ersten Bauarbeiten erfolgen. Im Frühjahr sollen die Kinder den Platz nutzen können. Länger müssen Henkelmann und seine Kollegen auf die Besetzung der Vollzeitstellen warten, falls die Stadtverordneten den Antrag in der Sitzung am 6. September beschließen. Kohmann denkt, dass frühstens im November 2019 der Bereich Grünplanung Verstärkung bekommt.

Dorothea Ittmann