Tag der Nachhaltigkeit

Mit alten Handys etwas Gutes tun

Von Svenja Wallocha
Diese Geräte wurden bisher im Rathaus abgeben.
FNP

Mit einer kleinen Pappschachtel voller alter Handys steht Sabine Bach im Foyer des Rathauses. Ihr Ziel: die Handysammelbox, welche die Gemeinde in der vergangenen Woche für eine Aktion aufgestellt hat. Alt-Handys werden dort gesammelt und später fachgemäß recycelt. Die enthaltenen Rohstoffe können so wiederverwertet werden.

Um ihre alten Geräte im Rathaus abzugeben, ist Bach extra aus Nauheim hergefahren. Sie findet die Aktion toll, denn bei ihr zu Hause lägen die Handys sowieso nur noch herum.

Tag der Nachhaltigkeit

Die Sammelaktion gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal in Trebur. Die Großgemeinde beteiligt sich damit beim fünften hessischen Tag der Nachhaltigkeit, der am vergangenen Donnerstag war. Seitdem können dort alte Handys abgegeben werden. Heute ist der letzte Tag der Aktion. „Bisher haben wir etwas über 50 Handys eingesammelt, ich hoffe, dass noch einige dazukommen“, wünscht sich Anne Koszela, die neue Umweltbeauftragte der Gemeinde Trebur. Sie ist zuständig für diese Aktion, hat den kleinen Tisch, auf dem die Sammelbox steht, mit Flyern und Tafeln voller Informationen zum Thema Nachhaltigkeit aufgestellt.

„Viele wollen natürlich wissen, was mit den Handys nach der Abgabe passiert und fragen nach, ob die Daten auch sicher gelöscht werden“, sagt sie. Koszela kann beruhigen: Die Handys würden zunächst an die deutsche Telekom zurückgeschickt – danach sei die erste Amtshandlung das Löschen der Daten. In Europa und Asien würden die Mobiltelefone weiterverwendet, defekte Geräte recycelt.

Alte und neue Modelle

„Viele Bürger geben hier auch fünf oder sechs Handys auf einmal ab – von alt bis neu ist alles dabei“, weiß sie. Und tatsächlich finden sich in der Box das in den 2000ern sehr beliebte Nokia 6210-Modell, viele Klapp-Handys, aber auch Smartphone-Modelle, die nicht älter als zwei Jahre sind. Oft würden die Geräte jahrelang zu Hause gesammelt. Das bestätigt auch Bach. „Die acht Handys, die ich dabei habe, sind von mir, meinem Mann und meinen zwei Kindern mit den Jahren zusammengekommen.“ Als Notfall-Handy habe sie die Geräte aufgehoben, aber nie gebraucht.

Nicht nur für Bach ist diese Aktion ein Anreiz, ihre elektronischen Altlasten loszuwerden, viele hätten darauf gewartet, sagt Koszela. Für die Bürger sei der Aufwand gering, sie werden zudem über die Aktion von der Gemeinde aufgeklärt, außerdem tun sie dabei auch etwas für den Naturschutz. Denn die Telekom Deutschland spendet pro abgegebenem Gerät einen Pauschalbetrag für die Naturschutzprojekte der deutschen Umwelthilfe. Die Bürger würden durch die Aktion außerdem für Umweltthemen sensibilisiert, bekämen Informationen und Tipps, wie sie auch im Alltag Produkte nachhaltig verwenden können.

Aber auch Koszela erfuhr viel darüber, wie sich die Bürger schon mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Im Gespräch erfuhr sie beispielsweise, dass viele beim Einkauf auf Plastiktüten verzichten. Das könne sie sich gut für eine Aktion im kommenden Jahr vorstellen. Denn in Trebur solle es auch in der Zukunft nachhaltig weitergehen.

Svenja Wallocha