09.11.2017 03:30 |

Theater- und Video-Workshop: Mit dem Respekt-Rap gegen Vorurteile

Rüsselsheim Im Freizeithaus „Dicker Busch“ haben rund 20 Schüler die Ergebnisse ihrer kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema Respekt vorgestellt. An nur zweieinhalb Vormittagen sind sie zu sehenswerten Ergebnissen gekommen.

Einen authentischen Rap hat die Frankfurter Künstlerin Zeda (4. von links) mit ihrer Gruppe erarbeitet.
Einen authentischen Rap hat die Frankfurter Künstlerin Zeda (4. von links) mit ihrer Gruppe erarbeitet. Bild: (Maraike Stich)

Dem 15-jährigen Joel hat der Workshop großen Spaß gemacht. „Ich kannte keinen aus meiner Gruppe, es war schön, neue Leute kennenzulernen.“ Joel hatte sich für das Theaterprojekt entschieden. Es hatten auch ein Video- und ein Rap-Projekt zur Auswahl gestanden. Zum Thema Respekt habe der Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule allerdings nichts Neues dazugelernt, denn „ich versuche schon immer, jeden zu respektieren“.

Seit zwölf Jahren bietet das Jugendbildungswerk der Stadt einmal jährlich einen Workshop zu diesem Thema an. Es beteiligten sich auch die Gerhard-Hauptmann-, Friedrich-Ebert- und Parkschule. „Wir gucken, dass wir immer die neuesten Medien einsetzen“, sagt Kerstin Vögtle, Bereichsleiterin Jugendförderung bei der Stadt, die auch zur Vorführung ins Jugendhaus gekommen ist. Zeitgemäße Formen und Methoden, nah an der Lebenswirklichkeit der jungen Leute, seien wichtig.

Eine Alltagsheldin

So ist dieses Jahr zum ersten Mal die Musikerin und Songwriterin Zeda als Referentin dabei. „Ich mache viele soziale Projekte“, sagt die zierliche junge Frau. Deshalb sei sie von der Stadt Frankfurt schon als Alltagsheldin ausgezeichnet worden. Im Workshop habe sie zuerst mit den Teilnehmern diskutiert, und die jungen Leute hätten Beispiele aus ihrem Alltag erzählt. Gemeinsam hätten dann alle überlegt, was man für mehr Respekt tun kann. „Wir sind als Team zusammengewachsen“, freut sie sich.

Davon können sich die Besucher der Vorführung selbst überzeugen. Auf einen Beat vom Band rappen die fünf Jungs und zwei Mädchen gekonnt ihre Texte. Einer der Rapper ist Jibran (15). „Ich war ein bisschen aufgeregt“, gesteht er nach dem Auftritt. Aber die Texte zu schreiben, sei einfach gewesen. „Zuerst haben wir die Wörter, die sich reimen, sortiert, dann haben wir den Text daraus erarbeitet“, beschreibt er den Schaffensprozess.

Auch Jugendbildungsreferent Gerald Bamberg ist zufrieden mit den Ergebnissen. Er hatte die drei Referenten – Zeda, Medienpädagoge Martin Biehl, Theaterpädagoge Marco Schkoda – engagiert. „Respekt ist ein Thema, das immer aktuell ist.“ Eines sei ihm bei der Arbeit wichtig: „Man darf nicht zu produktorientiert sein.“ An erster Stelle stehe für ihn immer die intensive Arbeit am Thema.

So zum Beispiel bei der Arbeit mit Bildern: Jeder Teilnehmer durfte sich ein Bild aus einem Foto-Pool aussuchen, das seiner Meinung nach mit dem Thema zu tun hat, erzählt Bamberg. Im nächsten Schritt erklärten die Schüler, warum er oder sie sich für genau das Bild entschieden hat. Dabei sei klar geworden, dass das Thema Respekt weitreichend ist. Nicht nur anderen Rassen und Religionen sollte man mit Respekt begegnen, sondern auch der Natur.

Szenen aus dem Alltag

„Respektlose Momente“ in einer Art Nummernrevue führt die Gruppe von Schkoda vor. Die Szenen sind aus dem Alltag der Darsteller, und so bekommen auch die Lehrer ihr Fett weg: eine Mathelehrerin, die eine misslungene Arbeit vor den Augen der Schüler zerreißt oder ein Sportlehrer, der sich von den unsportlichen Schülern zur Strafe eine Pizza holen lässt.

Am Ende des Workshops gibt es von Gerald Bamberg ein dickes Lob an alle Beteiligten. Keiner habe einen Rückzieher gemacht, obwohl es nicht einfach sei, sich so vor den anderen zu präsentieren.

Kommentare

  • Kein Respekt
    geschrieben von thbode (9 Beiträge) am

    Unfasslich, wie oft rotzfreches und faules junges Gemüse ständig "Respekt" einfordert.
    Rap, der vor 30 Jahren noch legitim und frisch war, ist nur noch ein abgedroschenes Format für das Selbstmitleid von Losern, bis hin zu Djihadisten.
    Und das wird auch noch von "Pädagogen" & Co., die aus unseren Steuergeldern satt für diesen lustigen Job bezahlt werden, gefördert.

    Wenn man sich die Schul-Leistungen anschaut und Erfahrungsberichte von Lehrern anhört kommt einem das Entsetzen. Unser Land lebt ausschließlich vom Können und staatsbürgerlichen Tugenden seiner Bürger. Statt dessen "disst" man Lehrer, cool ey. Ihr ... (nicht zitierbar).

    Überlegt mal wie es mit eurem Respekt für die Kulturleistungen unseres Landes steht und gegenüber Älteren. Dann lernt und leistet etwas.
    DANN könne wir über Respekt reden.
    Ich bin übrigens ein Alt-68er (ich zweifele dass ihr wisst was das ist), dem aber das mittlerweile große Grausen gekommen ist.



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