Kita-Leiterin

Sabine Hanenberger betreut die nächste Generation

Sabine Hanenberger
FNP

„Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, sagt ein bekanntes afrikanisches Sprichwort. Wie gut, dass in den 34 Jahren, in denen Sabine Hanenberger in der Kita „In den Bachgärten“ arbeitet, die Netzwerke in Rüsselsheim und im Stadtteil Königstädten gewachsen sind. Auf diese Netzwerke kann sie heute bei ihrer Arbeit als Kita-Leiterin zurückgreifen, teilt der Magistrat der Stadt Rüsselsheim mit.

„Das Schöne in Rüsselsheim ist, dass es 24 städtische Kindertagesstätten gibt und trotzdem jede Einrichtung ein eigenes Profil hat. In Königstädten ist die Kita „In den Bachgärten“ Teil einer Gemeinschaft, in der viele Menschen schon seit Generationen leben“, erzählt Hanenberger. „Ich kenne viele Eltern, die ich früher als Kinder betreut habe und die ganz bewusst unsere Einrichtung für ihre Kinder ausgewählt haben“, so Hanenberger weiter. Dadurch könne sie viele Menschen direkt ansprechen, wenn sie zum Beispiel mal jemanden suche, der mit den Kindern einen Projekttag zur Feuerwehr, zur Imkerei oder zum Karate-Training macht.

Eltern mit einbeziehen

„Keine Erziehung ohne Beziehung“ ist noch ein Sprichwort, das der Kita-Leiterin wichtig ist. In ihrer Einrichtung geht es auch um die Eltern. „Die Kinder bekommen ja schließlich mit, wenn die Eltern uns Vertrauen schenken und einbezogen werden“, sagt sie. Deswegen versuche sie immer, beide Elternteile einzubinden und sie über das zu informieren, was das Kindergartenpersonal macht. Auch wolle sie motivieren, sich einzubringen – beispielsweise bei Kita-Festen mitzumachen oder bei mehrsprachigen Familien Geburtstagslieder in die eigene Muttersprache zu übersetzen. „Die singen wir dann mit allen Kindern“, erzählt Hanenberger.

Mit dem Kita-Elternbeirat sowie dem Stadt-Elternbeirat arbeite sie ebenfalls gut zusammen. Sie sei glücklich über alle engagierten Eltern und nehme gern deren Anregungen auf.

Transparenz ist wichtig

Die Kita „In den Bachgärten“ arbeitet mit einem teiloffenen Konzept: 80 Kinder sind zwar einer der vier Stammgruppen zugeteilt, können sich aber auch selbst aussuchen, wie sie ihren Vormittag gestalten, bevor sie sich in ihren jeweiligen Stammgruppen wieder zusammenfinden.

„An der Ausrichtung der Kita zu arbeiten, hat mich damals gereizt, deswegen habe ich mich auf die Leitungsstelle beworben“, sagt Sabine Hanenberger. Im Mittelpunkt der Kita stehe eher das Miteinander als die Arbeit in der einzelnen Gruppe.

Bereits vorher habe sie als Erzieherin und stellvertretende Leiterin dort gearbeitet. Als dann aber die damalige Leiterin in Rente ging, wollte sie, dass bestimmte Ideen erhalten und weiterentwickelt werden. „Deshalb steckt heute viel Herzblut von mir im pädagogischen Konzept“, sagt Hanenberger. Gleichzeitig sei es ihr wichtig, ihre Kollegen einzubeziehen und jeden – von der Stellvertreterin über die pädagogischen Fachkräfte bis zu den Hausmeistern und der Hauswirtschaftskraft – mitzunehmen. Entscheidungen will sie so transparent machen, dass sie von allen mitgetragen werden können. „Das ist für mich der Schlüssel für das gute Arbeitsklima hier in der Kita“, weiß sie. „Wir fördern auch unseren Fachkräfte-Nachwuchs mit Praktika und Ausbildungsstellen und freuen uns über alle, die diesen Beruf ergreifen wollen.“ Gut funktionieren würde auch die Zusammenarbeit mit den städtischen Fachbereichen Bildung und Betreuung, der Gebäudewirtschaft sowie allen anderen zuständigen Ämtern.

Aktiv beim Dorfplatzfest

„Die Stadt ist sehr daran interessiert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fort- beziehungsweise weiterzubilden und Möglichkeiten zum Austausch zu bieten“, sagt Hanenberger. Beim Projekt „frühstart“, einem hessischen Integrationsprojekt, und in verschiedenen Arbeitskreisen sei sie aktiv, auch das Dorfplatzfest in Königstädten gestaltet sie mit. Dass es eine pädagogische Fachberatung und Angebote für Familien mit kleinen Kindern gibt, lobt sie.

Einen anderen Beruf kann sich Hanenberger nicht vorstellen. Ihr Geheimnis sei eine positive Einstellung und der Spaß an der Arbeit mit Menschen. „Das ist notwendig, um den Beruf in der Kita so lange zu machen wie ich.“ Hanenbergers Motto sei daher: „Bei mir ist das Glas immer halbvoll.“ red