10.11.2017 03:30 |

Ortsbegehung: Trockenschwimmen im Lachebad

Rüsselsheim Das neue Lachebad öffnet erst im März seine Tore. Politiker bleiben gelassen. Über Öffnungszeiten und Preise muss noch entschieden werden.

Olaf Kleinböhl, Frank Kohmann und Patrick Burghardt (von links) begutachten die Bauarbeiten im neuen Lachebad.
Olaf Kleinböhl, Frank Kohmann und Patrick Burghardt (von links) begutachten die Bauarbeiten im neuen Lachebad.

Ein Lied von Andrea Berg scheppert aus den Boxen eines Radios, als sich die Mitglieder des Sportausschusses am Mittwochabend am Beckenrand aufstellen. „Wenn Du mich willst, dann küss’ mich doch / Ich habe Angst, Du wartest noch“, hallt durch die große Halle.

Und das passt tatsächlich ganz gut zur Situation: Wenige Minuten zuvor hatte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) verkündet, dass die Eröffnung des neuen Lachebads erneut verschoben werden muss. Statt Weihnachten 2017 wird es wohl eher Ostern 2018, bis die Rüsselsheimer in die Fluten eintauchen können. „Ärgert mich selbst am meisten“, sagte Burghardt. „Ich hätte das Projekt gerne noch in meiner Amtszeit fertiggestellt.“ Daraus wird nun nichts.

Firma hat geschlampt

Schwacher Trost in diesem Moment für den scheidenden Oberbürgermeister: Die Verschiebung der Eröffnung hat keine Berliner, Hamburger oder Stuttgarter Ausmaße. Drei Monate Verschiebung heißt es, und da fällt es selbst Spöttern und Kritikern schwer, die Häme-Keule zu schwingen. Und Bauleiter Andreas Umierski sagt auch unumwunden: Eine Firma hat geschlampt, am Lehrbecken falsch gemessen. Jetzt muss der Estrich also noch mal raus, die Fußbodenheizung auch, dazu eine neue Entwässerungsrinne.

Die Ausschussmitglieder bleiben gelassen. Es gibt keine große Aufregung wegen des verspäteten Eröffnungstermins. Nicht ganz so unaufgeregt bleibt ein Mann, der sich dem Tross angeschlossen hat und als Schwimmlehrer zu erkennen gibt. Er hat Probleme mit dem neuen Lehrbecken: „Für Kinder ist das nicht geeignet, das Wasser ist viel zu hoch, die können darin ertrinken“, sagt er. Sport-Amtsleiter Robert Neubauer bleibt ganz ruhig: „Machen Sie sich mal keine Sorgen. Das ist alles von Fachleuten abgenommen worden.“

Von Halle zu Halle

Der Tross arbeitet sich durchs Schwimmbad, von Halle zu Halle, von der Umkleide-Allee im Erdgeschoss zum Technik-Bunker im Keller. Viel Staunen, viel Anerkennung: „Kaum zu glauben, so viel Technik“, sagt jemand. Sobald das Bad in Betrieb genommen ist, werden durch die Pumpen im Keller alle vier Stunden rund zwei Millionen Liter Wasser gejagt. Einmal am Tag kommt eine Portion Frischwasser dazu, um verlorengegangenes Duschwasser zu kompensieren. Ansonsten ist das ein geschlossener Wasser-Kreislauf. Dinge, an die man nicht denkt, wenn man durchs Schwimmbadwasser krault.

Bevor das Wasser in die beiden Becken für den Probebetrieb im Februar eingelassen wird, gibt es abseits des Bads noch einiges zu klären: Wie Burghardt sagt, wird es noch eine separate Schwimmbad-Begehung für Vereine geben, dazu muss sich die Stadtpolitik noch Gedanken über Eintrittspreise und Öffnungszeiten machen. Und weil das Bad nun nicht im Dezember öffnet, wie ursprünglich geplant, bleibt den Menschen im Hintergrund ja noch ein bisschen Zeit für diese Überlegungen.

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