10.11.2017 03:30 |

Bürgermeisterwahl: Björn-Magnus Becker will Conny Rück besiegen

Schöneck Die Bürger sollen bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Schöneck eine echte Wahl haben. Deshalb kandidiert der 46-jährige parteiunabhängige Björn-Magnus Becker aus Büdesheim für den Chefsessel im Rathaus.

Parteiunanhängig, aber in zahlreichen Vereinen für Schöneck aktiv: Björn-Magnus Becker will Conny Rücks Nachfolger werden.
Parteiunanhängig, aber in zahlreichen Vereinen für Schöneck aktiv: Björn-Magnus Becker will Conny Rücks Nachfolger werden.

Schönecks amtierende Rathauschefin Conny Rück (SPD) bekommt Konkurrenz: Der unabhängige Björn-Magnus Becker tritt bei der Bürgermeisterwahl am 18. Februar ebenfalls für das Amt an. Gestützt wird Becker in seiner Kandidatur von den Freien Wählern (FWG) und der noch recht jungen Wahlalternative Schöneck (WAS), auch wenn er keiner der beiden Parteien angehört. Trotzdem ist Becker in Schöneck kein unbeschriebenes Blatt: Denn wie bei der WAS, so steht auch sein erster Auftritt in der Öffentlichkeit unmittelbar im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkauf des Alten Schlosses in Büdesheim.

 

Bis vor wenigen Tagen, also bis zur Entscheidung, dass er als unabhängiger Kandidat für den Schönecker Bürgermeisterwahlkampf antreten wird, war er Vorsitzender des Vereins „Rettung Altes Schloss Büdesheim“. Den Vorsitz hat er nun abgegeben. „Es war quasi meine erste Amtshandlung und soll zeigen, dass wirklich unabhängig und neutral ins Rathaus einziehen will“, sagt Becker beim Pressetermin.

Bürger mehr beteiligen

Sein Rückzug aus dem des Vereins heiße nicht, dass er seine Vorstellungen hinsichtlich der Zukunft des Schlosses geändert habe, betont er. Doch müsse er sich als Bürgermeister eben auch an die Beschlüsse der Gemeindevertretung halten. „Aber ich hätte den Sachverhalt sicherlich ganz anders gehandhabt, nämlich mit viel mehr Fingerspitzengefühl und vor allem mit einer größeren Beteiligung der Bürger.“

Damit bezieht sich Becker auf Kritik an Amtsinhaberin Conny Rück, die er für die Wahl im Februar für ausschlaggebend hält: Für ihn seien Transparenz und Offenheit, Objektivität und Sachlichkeit, mehr Bürgerwille statt parteiabhängigem Handeln Basis der Demokratie. Deshalb gehöre er auch keiner Partei an.

Dabei stand schon als Schüler das Fach Politik und Wirtschaft ganz oben an. Der 1971 geboren in Frankfurt geborene Becker ist in Nidderau aufgewachsen, hat sein Abitur in Friedberg abgelegt und anschließend in Frankfurt das Studium des Bauingenieurs abgeschlossen.

Seinen Eintritt in den Beruf vollzog er bei einem großen Bauunternehmen und wechselte dann 2001 zu den Stadtwerken der Stadt Mörfelden-Walldorf. „Da ich politisch interessiert bin, 16 Jahre Verwaltungserfahrungen hinter mir habe, möchte ich nun noch einmal etwas Neues beginnen“, erklärt er.

Dass seine Wahl 2005 auf Schöneck als Lebensmittelpunkt für sich und seine Familie – Becker ist verheiratet und hat zwei Jungen im schulpflichtigen Alter – traf, erfolgte nicht zufällig, sondern weil der Familie Schöneck so gut gefiel. Idyllisch gelegen, mit funktionierendem Vereinsleben und doch nah genug an der Großstadt. „Schöneck ist mein Kleinod in einer hektischen Welt“ beschreibt er seinen Bezug zur 12 000 Seelen zählende Gemeinde. Und dieses Kleinod möchte er formen. „Dafür sind Ziele notwendig. Die Bürger müssen wissen, wo es hingehen soll und wo Schöneck 2020 oder 2040 stehen wird“, erzählt Becker weiter. So fehle der Gemeinde noch eine richtige Mitte, wie dies Nidderau und Bad Vilbel oder Hanau erst kürzlich umgesetzt haben. All die Städte hätten ein Ziel vor Augen gehabt, dass sie gemeinsam mit ihren Bürgern in den letzten Jahren umgesetzt hätten.

Gemeinsame Ziele

Becker geht es nicht nur darum, den einzelnen Bürger auf seine Reise in die Zukunft mitzunehmen, er will „gemeinsame Ziele zu erarbeiten, zu beschließen, umzusetzen und zu erreichen“. Der 46-Jährige weiß, dass er als Parteiunabhängiger dafür Mehrheiten in der Gemeindevertretung benötigt. Schließlich basiere das Regieren auf Beschlüssen der Mehrheit. Auch wenn ihn die FWG und die WAS nun in seinem Wahlkampf unterstützen werden, so heiße das nicht, dass er anschließend nach ihrer Pfeife tanze.

Das ist den beiden Gruppierungen ebenfalls bewusst. „Die Zeiten der großen Mehrheiten ist längst vorbei. Jetzt bestimmen Sachthemen den politischen Alltag“, sagt sich Mathias Geisler, Fraktionsvorsitzender der FWG. Unterstützung erhält er von der WAS, die sich ebenfalls für den fairen Umgang mit den Bürgern einsetzt, wie Claudia Kuhnert (WAS) erklärt. Eines von Beckers ersten Zielen ist die Sanierung der Straßen und die Stärkung der E-Mobilität in Schöneck.

13 spannende Wochen liegen nun vor Björn-Magnus Becker und seiner Familie, wie er selbst einräumt. Dabei habe ihm seine Ehefrau mit den Worten „Das schaffen wir schon“ mehr Mut eingeflößt als sein Vater mit seinem Hinweis: „Mein Sohn, du begibst dich in die Höhle des Löwen.“

Dort will er jetzt auch schnellstens hin und sich bei den anderen Fraktionen der Gemeindevertretung und vor allen bei den Bürgern und Vereinen vorstellen. Zum Wohle Schönecks, wie er abschließend betont.

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