11.11.2017 03:30 |

Neuer Betreiber des Routenbündels: „Dein Bus“ steht in den Startlöchern

Friedberg/Rosbach Aufatmen können nicht nur die Bürgermeister der vier Kommunen Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Usingen, sondern auch die Fahrgäste der Buslinien FB-10 und FB-30 bis FB-36. Denn der neue Betreiber der Buslinien, das Fernbusunternehmen „Dein Bus“, hat seine Vorbereitungen zur Übernahme der Routen abgeschlossen.

Bisher war „Dein Bus“ ein Fernbusunternehmen. Mit der Übernahme von Routen im Nahverkehr will sich das Unternehmen ein zweites Standbein aufbauen. Archivfoto: Privat
Bisher war „Dein Bus“ ein Fernbusunternehmen. Mit der Übernahme von Routen im Nahverkehr will sich das Unternehmen ein zweites Standbein aufbauen. Archivfoto: Privat

Mit dem Fahrplanwechsel zum 10. Dezember werden die Fahrgäste im Raum Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Usingen nicht nur in neue Busse einsteigen können, sondern auch für den neuen Buslinien-Betreiber, das Offenbacher Fernbusunternehmen „Dein Bus“ wird es einen Neustart geben. „Vor eineinhalb Jahren haben wir uns entschlossen, uns neben dem Fernbusverkehr ein zweites Standbein zuzulegen und mit eigenen Bussen in den Nah- und Stadtverkehr einzusteigen“, sagt „Dein Bus“-Gründer und Geschäftsführer Christian Janisch.

Seither habe sich das Unternehmen an zahlreichen bundes- und europaweiten Ausschreibungen beteiligt. Bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) war das Unternehmen schließlich für das Linienbündel Friedberg erfolgreich.

Fahrer geschult

Der Busverkehr in diesem Bereich war der VGO unvermittelt zum Sorgenkind geworden: Nur eineinhalb Jahre nach Übernahme der Linien FB-10 und FB-30 bis FB-36 Friedberg/Rosbach/Ober-Mörlen und Usingen warf der neue Betreiber, die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen (VM), aus wirtschaftlichen Gründen das Handtuch. Die eineinhalb Jahre hätten gezeigt, dass sich das Geschäft nicht rechne, sagte die Geschäftsleitung des Unternehmens – und schickte als Konsequenz die Kündigung der Linie an die VGO. Abgeschlossen war der Vertrag mit dem Neu-Anspacher Busunternehmen, eine Tochtergesellschaft der britischen Investmentfirma Transport Capital, eigentlich bis zum Jahr 2023.

Vertreter der Stadt, der VGO, der ZVO und von „Dein Bus“ freuen sich auf die Zusammenarbeit.
Vertreter der Stadt, der VGO, der ZVO und von „Dein Bus“ freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Um den Betrieb trotz allem aufrechtzuhalten und Zeit für eine neuerliche europaweite Ausschreibung zu gewinnen, beauftragte die VGO notgedrungen das Unternehmen Busverkehr Hessen (BVH), eine Tochter der Deutschen Bahn AG. Zunächst für nur drei Monate, später dann aber bis zum Fahrplanwechsel 2017 im Dezember.

Die VGO wollte der BVH das Linienbündel sogar für zehn Jahre überschreiben, musste dieses Vorhaben dann aber aus juristischen Gründen aufgeben. Der Grund: die europaweiten Vergaberichtlinien. „Wir können die anfängliche Skepsis der VGO uns gegenüber nach dem Hickhack mit den Neu-Anspachern sogar verstehen. Das Gerichtsverfahren vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat uns jedoch Recht gegeben, und damit sind alle Zweifel ausgeräumt“, bestätigt Alexander Kuhr, Mitgeschäftsführer der „Dein Bus“-GmbH, gegenüber dieser Zeitung.

Über Standort sprechen

Auch wenn die Übernahme des Nahverkehrsbündels Neuland für die bisherige Fernbuslinie „Dein Bus“ ist, so hat sich das Offenbacher Unternehmen sehr gründlich darauf vorbereitet. Es hat für diese neue Aufgabe sogar eine Tochtergesellschaft gegründet und mit Walter Schützenhofer einen Geschäftsführer eingestellt, der in den vergangenen 37 Jahren Erfahrungen im öffentlich Nahverkehr sammeln konnte.

Zur Rekrutierung des notwendigen Personals hat Schützenhofer in Friedberg vorübergehend sogar ein eigenes Büro eröffnet. 14 Busfahrer konnten so gefunden werden, die größtenteils beim derzeitigen Linien-Betreiber, der BVH, arbeiten – und die Strecke deshalb bereits kennen. „Trotzdem haben wir mit ihnen noch einmal Schulungen durchgeführt, bei denen nicht nur der Streckenverlauf besprochen wurde, sondern auch der Umgang mit den Fahrgästen“, so Schützenhofer. 13 Fahrzeuge stammen aus der Garage des Unternehmens, hinzu kommen drei Busse des Subunternehmens „Ohly & Weber“ aus Neu-Anspach. Bei einem Bus handelt es sich um einen Gelenkbus für den Schülerverkehr, ein Fahrzeug dient als Reserve.

Gesprächsbedarf hat aber der zukünftige Bürgermeister Friedbergs, Dirk Antkowiak (CDU), angemeldet. Es geht um den Standort der Busse, am derzeitigen Betriebshof gebe es Vorbehalte bei der Bevölkerung – vermutlich wegen des Lärms bei der morgendlichen Abfahrt aus dem Depot. Deshalb müsse mit „Dein Bus“ über einen neuen Standort nachgedacht werden.

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