08.11.2017 03:30 | red

Wasserverband: Die Niddatalsperre muss saniert werden

Schotten Im kommenden Jahr werden Sportler und Spaziergänger rund um die Niddatalsperre mit Einschränkungen rechnen müssen. Denn der große Absperrdamm, der in den 60er Jahren errichtet wurde, muss saniert werden.

Betriebsleiter Stefan Schulz zeigt Landrat Arnold die Stellen, an denen die Asphaltaußendichtung sanierungsbedürftig ist. Foto. Privat
Betriebsleiter Stefan Schulz zeigt Landrat Arnold die Stellen, an denen die Asphaltaußendichtung sanierungsbedürftig ist. Foto. Privat

Die Niddatalsperre, 1968 bis 1970 mit dem Ziel errichtet, die Hochwassergefahr der Nidda zu reduzieren, hat sich inzwischen zu einem beliebten Freizeitziel entwickelt. Angler, Segler, Surfer und Camper, Radfahrer, Inliner, Wanderer und nicht zuletzt Badegäste nutzen den Niddastausee. „Im kommenden Jahr muss jedoch auf manche Freizeitvergnügen verzichten werden, da das Absperrbauwerk der Talsperre grundsaniert wird“, erklärt nun der Wetterauer Landrat und Verbandsvorsteher Joachim Arnold (SPD).

Der Absperrdamm besteht aus einer Steinschüttung von mehr als 300 000 Kubikmeter Vogelsbergbasalt. Diese Schüttung hat eine Asphaltbetonaußendichtung, die nach nunmehr 47 Jahren erneuert werden muss. 2014 erfolgte eine Bestandsaufnahme mit detaillierten Untersuchungen. Als Ergebnis wurde die Asphaltaußendichtung als sanierungsbedürftig eingestuft.

Versiegelung schützt

Der Wasserverband Nidda hat jetzt verschiedene Sanierungsvarianten im Zuge der Vor- und Entwurfsplanung untersuchen lassen – mit dem Ergebnis, dass die beiden etwa elf Zentimeter starken Dichtungslagen abgefräst und die darunter liegende Binderschicht angefräst wird. Auf der Binderschicht wird dann mittels moderner Verfahren eine neue einlagige Dichtungsschicht in einer Stärke von etwa sieben Zentimeter aufgebaut.

„Abhängig vom Befund erfolgt örtlich auch der Einbau einer neuen Binderschicht“, beschreibt Arnold das Vorhaben. Auf einer Fläche von rund 10 000 Quadratmetern wird die Dammkrone, 237 Meter über Normalnull, saniert. Abschließend wird die gesamte zugängliche Fläche mit einer Mastixversiegelung geschützt. Dabei kommt eine hochpolymere Bitumenemulsion zum Einsatz, die die darunterliegende Dämmschicht zusätzlich schützt.

Wie Stefan Schutz, zuständiger Betriebsleiter des Wasserverbandes Nidda ausführt, sollen noch im Laufe des Oktober die Ausschreibungsunterlagen an geeignete Unternehmen verschickt werden, die an dem sogenannten Interessenbekundungsverfahren teilgenommen haben. „Im Dezember soll die Submission erfolgen. Bietergespräche sind für Dezember und Januar vorgesehen. Mit der Auftragsvergabe rechnen wir spätestens im Februar 2018“, sagt er.

Sechs Meter Raum

Die Arbeiten erfolgen dann zwischen Ende Mai und Ende Oktober 2018. Bis ins Frühjahr 2018 wird die Talsperre auf einen Wasserstand von 216 Metern über Normalnull abgesenkt. Damit wird das Sommer-Stauziel von rund 4,2 Millionen Kubikmetern auf etwa 530 000 Kubikmeter reduziert.

„Um auch Unvorhergesehenes abfedern zu können, belassen wir zwischen der Sanierungsgrenze und der Wassergrenze rund sechs Höhenmeter, die einerseits als Arbeitsraum für die Maschinen, andererseits als Hochwasserschutzraum benötigt werden“, erläutert der Fachingenieur. Damit steht bis zur Sanierungsgrenze ein Hochwasserschutzraum von rund 1,16 Millionen Kubikmeter zur Verfügung. Auch die „Hochwasserentlastungsanlage“, also der Überlauf der Talsperre, soll saniert und gegebenenfalls erhöht werden“, so Diplom-Ingenieur Schulz.

Bestand sichern

Bei den Kosten geht man derzeit von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag aus. „Die Förderung durch das Land Hessen ist bereits in Aussicht gestellt worden. Wir gehen von einem Fördersatz von mindestens 65 Prozent aus“, erklärt Arnold. Und betont außerdem, dass die Sanierungsarbeiten im nächsten Jahr durchgeführt werden müssen, um dauerhaft den Bestand der Anlage zu gewährleisten.

„Im kommenden Jahr werden vor allem die Freizeitsportler und die Angler deutliche Einschränkungen bei der gewohnten Nutzung des Niddastausees akzeptieren müssen, weil diese Arbeiten eben notwendig sind“, betont Landrat Joachim Arnold um Verständnis. Er bittet bereits jetzt alle Nutzer, sich darauf einzustellen.

(red)

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