09.11.2017 03:30 |

Unternehmen aus Dubai zieht ein: Neues Leben in der alten Druckerei

Niederdorfelden Über ein Jahr standen die ehemaligen Produktions- und Büroräume der Niederdorfelder Druckerei Alt in der Altkönigstraße leer. Doch jetzt ist wieder Leben eingekehrt: Derzeit bauen Mitarbeiter der Firma „Pacfort Packaging Solutions“ eine Produktionsstraße auf.

Geschäftsführer Janeesh Jalaludeen mit Paletten aus Pappe von Pacfort und herkömmlichen Holzpaletten.
Geschäftsführer Janeesh Jalaludeen mit Paletten aus Pappe von Pacfort und herkömmlichen Holzpaletten.

Für Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) ist der Verkauf der ehemaligen Räumlichkeiten der Druckerei Alt an das in Dubai und Saudi-Arabien ansässige Unternehmen „Pacfort Packaging Solutions“ ein Glücksfall, „weil das Unternehmen nicht nur Gewerbesteuer in die Gemeindekasse spült, sondern weil auch Arbeitsplätze geschaffen werden“.

Im Mai hatte Rechtsanwalt René Udwari, der das Unternehmen berät, die Kaufverträge mit Eigentümer Alt unter Dach und Fach gebracht, eine siebenstellige Summe soll das ungefähr 8000 Quadratmeter große Areal mit 6000 Quadratmeter Büro- und Hallenfläche gekostet haben, weiß der Rathauschef zu berichten. Noch im Sommer wurde nach einigen Reparatur- und Renovierungsarbeiten damit begonnen, die Produktionslinie aufzubauen.

Pacfort-Geschäftsführer Janeesh Jalaludeen kündigt beim Ortstermin an, dass demnächst der Testbetrieb starten wird, mit der eigentlichen Produktion soll dann im neuen Jahr begonnen werden. „Bis dahin wird der Mitarbeiterstamm von derzeit etwa 20 auf 33 erhöht. Wir benötigen keine hochqualifizierten Kräfte, es können sich auch Interessenten bewerben, die über eine normale Ausbildung verfügen“, betonte der Geschäftsführer. Ziel sei, mit bis zu 75 Beschäftigten pro Tag etwa 12 000 Einheiten zu produzieren – dieses Ziel soll Ende 2018 oder spätestens Anfang 2019 erreicht werden.

Nähe zum Flughafen

Grund für die Ansiedlung in Niederdorfelden war der Standort Rhein-Main, wo „Pacfort Packaging Solutions“ entweder schon Kunden aus dem industriellen Bereich und Dax-Konzerne hat oder neue Absatzmärkte erschließen will. „Bislang bedienen wir mit unseren Produkten den europäischen Markt von Dubai oder Saudi-Arabien aus. Wir wollen aber näher an unseren Kunden sein. Die Immobilie in Niederdorfelden entsprach unseren Anforderungen und die Nähe zu Frankfurt passt.“, berichtete Diana Horschmann, persönliche Assistentin von Jalaludeen und für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zuständig. „Zudem haben wir sehr gute Verkehrsverbindungen sowohl zu Autobahnen als auch zum internationalen Flughafen Frankfurt.“

„Pacfort Packaging Solutions“ entwickelt seit inzwischen 52 Jahren Verpackungssysteme aus Papier und Pappe auf Recyclingbasis und die dafür notwendigen Maschinen, erklärt Geschäftsführer Jalaludeen. „Im Lauf der Jahre haben wir den Produktionsprozess so optimiert, dass sowohl bei der Aufbereitung des Rohmaterials Altpapier und Pappe als auch beim Produktionsprozess nur in sehr geringem Umfang Energie verbraucht wird. Auch unsere Produkte wie Paletten oder Verpackungsboxen können vollständig zurück in den Herstellungsprozess überführt werden“, skizzierte er den Produktionsprozess und die Philosophie des Materialkreislaufs.

Chance für Flüchtlinge

„Wir benötigen keine nachwachsenden Rohstoffe, um unsere Produkte herzustellen, die aber genauso stabil und haltbar sind wie entsprechende Produkte aus Holz. Es besteht also keine Gefahr, dass wir Eingriffe in den Niederdorfelder Wald vornehmen. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht unserer Verpackungssysteme“, fügte der Geschäftsführer hinzu.

Im Prinzip orientieren sich die Produkte von Pacfort an der Struktur von Bienenwaben, um die gewünschte Stabilität zu erreichen erläutert der Geschäftsmann weiter. Beim Produktionsprozess werden Papierstreifen in unterschiedlicher Breite und Stärke mit Leim auf Wasserbasis miteinander hochfest verbunden. So entstehen die Boxen, die in verschieden Größen geordert werden können. „Was mich besonders freut ist, dass die Firmenleitung angeboten hat, auch Flüchtlinge einzustellen und ihnen Hilfestellung bei der Arbeitserlaubnis oder der Wohnungssuche anzubieten“, freut sich Bürgermeister Klaus Büttner besonders über den humanitären Aspekt der Neuansiedlung.

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