Gutachten

Nidderau ist seit 2010 deutlich lebenswerter geworden

Von Petra Ihm-Fahle
Eine Expertise bescheinigt Nidderau, bei der Stadtentwicklung gut aufgestellt zu sein. Hier ein Blick auf die aktuellen baulichen Aktivitäten hinter dem Nidder Forum.
Petra Ihm-Fahle/FNP

„Die Stadt kann Vorteile daraus ziehen“, freute sich Ausschussvorsitzender Helmut Brück (SPD). Soeben hatten Christian Höfeler (dchp Consulting, Düsseldorf), sowie Adolf Dick und Ulrich Keilmann (beide Hessischer Rechnungshof, Darmstadt) das Ergebnis für Nidderau aus einer vergleichenden Prüfung von Kommunen in Hessen vorgestellt. Ort war der städtische Bauausschuss. Im Rahmen der kostenlosen Expertise hatten die Fachleute die Stadtentwicklung der Jahre 2010 und 2015 miteinander verglichen. „Nidderau ist vergleichsweise sehr gut beurteilt worden. Es gibt kaum Kritikpunkte“, unterstrich Brück im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei dem Gutachten zahle sich unter anderem aus, dass neben dem Lob auch einige Anregungen zur weiteren Optimierung enthalten seien. „Es ist ein sehr gutes Ergebnis“, betonte auch Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD). Er dankte allen Beteiligten, unter anderem Dezernat und Fachbereich, insbesondere Fachbereichsleiter Steffen Schomburg.

Qualifiziertes Personal

Wie die Experten erklärt hatten, habe die Stadt auf dem Gebiet der Stadtentwicklung den aktiven Handlungsbedarf identifiziert. „Die Stadt band die Öffentlichkeit bereits in frühen Prozessschritten ein“, heißt es in der Studie weiter. Das Vorgehen bei Projektentwicklungen sei gut strukturiert, alle relevanten Beteiligten seien in die Prozesse eingebunden gewesen. Ebenfalls positiv bewerteten die Experten die Arbeitsteilung bei der Stadt Nidda. „Wir sehen positive Spezialisierungs- und Bündelungseffekte sowie eine einheitliche Ansprechsituation.“ Das Personal für die Stadtentwicklung im Rathaus sei hochqualifiziert, Fördermittel habe die Stadt sachgerecht eingebunden.

Folgende Aktivitäten nahmen die Fachleute beispielsweise unter die Lupe: räumlich-strukturelle Verbesserungen für wirtschaftliche Unternehmungen und Schaffung von Arbeitsplätzen, Infrastruktur wie Kitas, Schulen und Begegnungs-Einrichtungen, der Erhalt des kulturellen Erbes, Klimaschutz und ökologische Entwicklung. Als Kennzahlen für einen Aufwärtstrend nennt die Studie insbesondere neu fertiggestellte Nutzflächen sowie die Investitions- und Bautätigkeit für Baumaßnahmen. In der nächsten Sitzung des Parlamentes am 20.September wird der Bericht allen Stadtverordneten vorgelegt.

Erstmal kein grüner Pfeil

Weitere Gesprächspunkte im Ausschuss waren ein Antrag von SPD und Grünen, die einen „Grünen Pfeil“ an den Ampeln überprüfen lassen wollten. Doch wie Bürgermeister Schultheiß erwiderte, sei nur eine einzige Kreuzung dafür geeignet: an der Aral-Tankstelle von Büdesheim kommend. „Mir ist das zu riskant, was den Gehweg angeht“, gab er zu bedenken. Und Anette Abel (FWG) nannte bauliche Ausschlusskriterien für diese Stelle.

Gleichwohl stellte der Ausschuss den Antrag noch einmal zurück, da die Grünen weiteren fraktionsinternen Gesprächsbedarf anmeldeten. Hinsichtlich des CDU-Antrags auf Errichtung einer öffentlichen Toilette im Stadtteil Eichen gibt es ein Angebot, das WC im Gemeindehaus zu mieten und mit einem Schild darauf aufmerksam zu machen. Allerdings muss hierzu noch der Beschluss des Kirchenvorstands abgewartet werden.

Auch für den Stadtplatz in der Neuen Mitte hatten die Christdemokraten beantragt, eine öffentliche behindertengerechte Toilettenanlage zu installieren. Diesbezüglich wird es voraussichtlich ebenfalls zu einer Vereinbarung kommen, hier mit einem Gastronomiebetreiber.

Zu Mehrkosten in Sachen Konrad-Adenauer-Allee hakte die Freie Wählerin Abel nach. Im Nachtragshaushalt seien Kosten von 900 000 Euro veranschlagt, obwohl das Stadtparlament nur 250 000 Euro beschlossen habe. Abel forderte, das Parlament rechtzeitig über so etwas zu informieren. „Die Mittel waren schon immer im Haushalt“, erklärte Schultheiß. Die Betriebskommission, in der auch ein Freier Wähler sitze, habe dies beschlossen: Denn es sei zu erheblichen Mehrkosten gekommen. Schultheiß sagte eine Klärung zu.

Petra Ihm-Fahle