10.11.2017 03:30 | Dennis Pfeiffer-Goldmann

Radwege-Netz: Per Pedale schnell zum Ziel

Karben Zu einem Radwege-Netz will die Stadt Karben ihre Verbindungen für Zweiräder verknüpfen. Ein Vorschlag dazu soll demnächst den Politikern vorgelegt werden. Ziel: Schnelle Verbindungen zwischen allen Ortsteilen und den Nachbarorten.

Da hilft auch der Radweg nichts: Wenn ein Lastwagen dort parkt, muss der Radfahrer  ausweichen – wie hier im Gewerbegebiet Klein-Karben.
Da hilft auch der Radweg nichts: Wenn ein Lastwagen dort parkt, muss der Radfahrer ausweichen – wie hier im Gewerbegebiet Klein-Karben.

Dass man auf der B 3 durch Karben fahren kann, das weiß jedes Kind. Bei allen anderen Straßen kennen nur Eingeweihte die genaue Bezeichnung. Zum Beispiel jene Verbindung von Ober-Erlenbach über Kloppenheim, durchs Stadtzentrum, Klein-Karben und Rendel bis Niederdorfelden: das ist die L 3205, eine Landesstraße.

Dazu gibt es Kreisstraßen – und bald auch noch nummerierte, lokale Radwege. Das zumindest sehen Pläne vor, die derzeit im Karbener Rathaus ausgetüfelt werden. „K-Routen“ will Ekkehart Böing, der Verkehrsfachmann der Stadt, einführen. Das sollen vier Hauptrouten sein, benannten von K 1 bis K 4, die die Stadtteilen auf möglichst direkten Wegen miteinander verbinden.

 

„Wir haben schon ein recht engmaschiges Netz an Radwegen“, erläutert Böing. Offenkundig mache das ein Radwege-Stadtplan, der derzeit in der Verwaltung in Arbeit sei. Allerdings fehle es noch an einigen Ausbauten und Verknüpfungen der Wege untereinander.

Um diese zielgerichtet abarbeiten zu können, will Böing die vier Hauptradrouten einrichten, beschildern und ausbauen lassen. „Wir wollen da systematisch vorgehen.“ Vor allem über eigene Wege sollen die Radler sicher unterwegs sein. Führen die Radrouten einmal entlang von Hauptstraßen, sollen mindestens eigene Schutzstreifen den Pedalisten vorbehalten sein.

Oft nicht alltagstauglich

Lieber aber will Böing die Drahtesel über parallel verlaufende Wohnstraßen führen. Diese könnten dann, wie bereits in Klein-Karben im nordöstlichen Arm der Dortelweiler Straße, sogar in Fahrradstraßen umgewidmet werden. Hier gilt Vorrang für Radler. Autoverkehr kann freigegeben werden, allerdings dürfen motorisierte Fahrzeug maximal Tempo 30 fahren.

„Bis heute haben Schüler und Pendler vielerorts keine alltagstauglichen Radwege“, schimpft Grünen-Fraktionschef Rainer Knak. Dagegen verwehrt sich Bürgermeister Guido Rahn (CDU) – räumt aber auch ein: Es gebe an diversen Stellen noch Lücken in diesem Netz.

Beispielsweise gebe es rund um das Rewe-Center keine durchgehenden Radwege, und es fehlten Beschilderungen. „Da sind wir mit Rewe in Verhandlungen über eine Neuordnung der Flächen, damit dort auch für die Radwegeverbindungen Veränderungen möglich werden.“ Für den Radweg-Lückenschluss zwischen Petterweil und Rodheim stehe sogar schon Geld im Haushalt bereit. „Es ist doch unstrittig, dass wir allen den Radverkehr fördern wollen“, betont Rahn.

Streifen auf dem Asphalti

Dort, wo Radfahrer auf der Fahrbahn rollen müssten, sollten breite Radfahrstreifen auf den Asphalt gemalt werden, kündigt Ekkehart Böing an. Auch farbliche Kennzeichnungen seien sehr gut.

Das Radwegenetz solle außerdem in alle Nachbarorte gute Verbindungen bieten. „Da haben wir schon sehr viel geschaffen“, erinnert der Bürgermeister an die Verbindungen von Petterweil nach Nieder- und Ober-Erlenbach sowie nach Burgholzhausen. 2019 solle auch der Radweg zwischen Burg-Gräfenrode und Ilbenstadt endlich gebaut werden können.

„Ein Problem haben wir immer noch zwischen Rendel und Gronau“, räumt Planer Böing ein. Zwar hätten sich die Nachbarstädte Bad Vilbel und Karben sowie der Wetteraukreis auf eine Streckenführung einigen können. Dafür sollen nördlich der Scharmühle Feldwege ausgebaut werden, südlich davon ein neuer Radweg direkt neben die Kreisstraße gebaut werden. „Da gibt es nun Widerspruch, weil das durch ein Naturschutzgebiet führt.“

Ungelöst ist bisher auch der Ausbau der besonders für Berufspendler wichtigen Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet Klein-Karben und Dortelweil, der ehemalige Pappelweg. Statt diesen beliebten Schleichweg zu asphaltieren, hatten die Bad Vilbeler vorgeschlagen, eine kurze Querverbindung zum Niddaradweg zu bauen. Das lehnte der Wetteraukreis aus Naturschutzgrunden nun allerdings ab (diese Zeitung berichtete).

Lücke schließen

Entlang der B3 zwischen Okarben und Nieder-Wöllstadt will außerdem das Land einen Radweg bauen. Die Stadt habe das Verkehrsministerium gebeten, diesen möglichst bis zum Gewerbegebiet Okarben-Süd zu verlängern, erläutert Ekkehart Böing. „Sonst hätten wir zwischen dem Bahnhof und dem Gewerbegebiet eine Lücke.“

Binnen eines halben Jahres wollen Böing und Rahn die Ideen nun in eine Form bringen. Anschließend sollen Politik und Öffentlichkeit diese dann vorgelegt bekommen. „Dann können wir auch beschließen“, kündigt der Bürgermeister an, „welche Prioritäten wir für den weiteren Ausbau festlegen.“

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wer rastet, der …?: 

Weitere Artikel aus Wetterau/Main-Kinzig

Überall ist noch etwas zu tun: Der Juka Verein Bad Nauheim bereitet sein Kulturwochenende „KW 46“ auf dem Stoll-Gelände vor.
Bad Nauheim
|
Abrissparty „KW46“

Fabrikhallen in Bad Nauheim sind ein Glücksfall

Weitere Artikel aus Wetterau/Main-Kinzig

Kunsthandwerk lockt     beim Hobby- und Künstlermarkt im Kultur- und Sportforum Dortelweil.
Bad Vilbel
|
Hobbykünstlermarkt in Dortelweil

„Für jeden Geschmack etwas dabei“

Jochen Wilke informierte über „Faszination Internet – Mädchen und Jungen im (mobilen) Netz“ im Familienzentrum Nidderau.
Nidderau
|
Mediennutzung

„Eltern müssen Vorbild sein“

Rubrikenübersicht