08.11.2017 15:14 | dpa

Sanierung der Neuen Nationalgalerie geht voran

Berlin Ein 2500 Quadratmeter großer Glaspavillon mit freitragendem Stahldach - die Neue Nationalgalerie in Berlin gilt als eines der schönsten Museen der Welt. Jetzt ist der erste Teil der Sanierung abgeschlossen.

Die Neue Nationalgaleriein Berlin wird von Grund auf saniert.
Die Neue Nationalgaleriein Berlin wird von Grund auf saniert. Bild: Paul Zinken

Die von Stararchitekt David Chipperfield geplante Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin wird knapp zehn Millionen Euro teurer als geplant. Bisher waren gut 100 Millionen Euro veranschlagt.

Die Kostensteigerung liege voll innerhalb des üblichen Risikozuschlags, sagte der Projektleiter Arne Maibohm am Mittwoch bei einer Baustellenbesichtigung. Die Wiedereröffnung des Hauses sei wie angekündigt weiter für Ende 2020 geplant.

Die Neue Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) gilt als Ikone der Moderne. Sie steht unter Denkmalschutz. Bei der seit 2016 laufenden Sanierung der spektakulären Glas-Stahl-Konstruktion haben sich laut Maibohm vor allem die Stahlbetonwände als unerwartet marode erwiesen. Sie müssen besonders im Außenbereich großflächig ersetzt werden.

Der erste Teil der Grundinstandsetzung ist nach Angaben des verantwortlichen Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung inzwischen abgeschlossen, das 50 Jahre alte Gebäude steht jetzt praktisch wieder im Rohbau da. Insgesamt 35 000 Originalteile wie Steinplatten, Holzpaneele und Deckenelemente wurden ausgebaut und für die spätere Wiederverwendung eingelagert. „Wer schon mal ein 35 000-Teile-Puzzle gemacht hat, weiß, wie schwierig es ist, das wieder zusammenbringen”, meinte Maibohm.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte als Bauherr, man wolle „so viel Mies wie möglich” erhalten. Berater bei dem ambitionierten Projekt ist Dirk Lohan, der in den USA lebende Enkel von Mies van der Rohe. Er war vor 50 Jahren schon als Architekt am Bau beteiligt. „Für mich ist jedes Gebäude ein bisschen wie ein Kind”, sagte der 79-Jährige der dpa. „Dass man die Altersversorgung bei seinem eigenen Kind miterleben kann, ist schon ungewöhnlich und berührend.”

(dpa)

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