17.03.2017 03:00 |

"Lukas Graham" in Frankfurt: Wie die Flummis hüpfen sie über die Bühne

Im Heimatland Dänemark schon Superstars, hierzulande sind sie noch im Aufstieg: Mit 2800 Fans feiern "Lukas Graham" in der Frankfurter Jahrhunderthalle eine rauschhafte Superfete.

Der dänische Sänger Lukas Graham in der Hamlet-Pose.
Der dänische Sänger Lukas Graham in der Hamlet-Pose. Bild: Sven-Sebastian Sajak

Vom ersten Takt an zündet das verführerische Stilkonzept: Eine hochexplosive Mixtur aus pechschwarz gefärbtem Soul und Funk mit dezent untergemischten Pop- und Rock-Anteilen entfacht in der Jahrhunderthalle Partystimmung pur.

„Take The World By Storm“ lautet auch programmatisch der Titel des Einstiegssongs – eine Aufforderung, der das Publikum nur allzu willig folgen möchte. Zu den ohnehin schon stimmungshebenden Soul-Funk-Grooves laufen, hüpfen, springen und tanzen Vokalist Lukas Graham Forchhammer und Bassist Magnus Larsson von der ersten Sekunde an durch das mit drei Lichbögen und diversen Podesten ausgestattete Bühnenambiente, als wären sie Flummis. Soul-Puristen, denen die Sixties-Originale sowieso über alles gehen, ziehen zwar ob des hohen Pop-Anteils verdrießlich das Näschen kraus – doch weniger geschmäcklerische Musikfans fühlen sich hier bestens aufgehoben.


Artikel mit Diashow!Teddys und feiernde Fans: Lukas Graham in der Jahrhunderthalle

Nach dem ersten dänischen Nummer-eins-Hit „Drunk In The Morning“ (2012), bei dem Lukas Graham Forchhammer erwähnt, dass er, seit seine Tochter im vergangenen Frühherbst geboren wurde, in Sachen Alkohol um einiges kürzer tritt, geht es Schlag auf Schlag: Ein Ohrwurm, mal im extrovertierten Uptempo, mal balladesk besinnlich, reiht sich an den anderen. Bis auf „Ordinary Things“ und „Criminal Mind, Part 1“, die auf Platz zwei respektive vier landeten, rangierten sowohl „Better Than Yourself (Criminal Mind, Part 2)“ als auch „Mama Said“ und „Strip No More“ im Heimatland stets auf der Pole Position der Charts. Gelegentlich flicht das mit einer pfiffig kompetenten Blechbläsersektion auf Septettgröße erweiterte Kleeblatt auch modernere Zutaten ein: Mal wird gerappt, mal ein wenig dubgesteppt. Im wüsten „Nice Guy“ erinnern „Lukas Graham“ gar an ihre Jugendidole „Faith No More“ und „Red Hot Chili Peppers“. Wie auf Kommando entledigen sich da erst Forchhammer und Larsson, später auch der als Lovestick betitelte Schlagzeuger Mark Falgren ihrer Textilien und schuften oberkörperfrei weiter.

Forchhammer kommt bei seiner schweißtreibenden Performance immer wieder in Plauderlaune: Lebendig erinnert er sich an den ersten Rhein-Main-Auftritt im Zeil-Club Gibson vor vier Jahren, erzählt, wie 2012 sein irischer Vater an einem Herzinfarkt verstarb. Seinem Dad widmet Forchhammer die Ballade „You’re Not There“. Mit „Happy Home“ finden „Lukas Graham“ auf die Zielgerade. Im Zugabenteil fehlen „7 Years“ nicht.

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