Kommentar

Kommentar zu Bastian Schweinsteiger: Ein echter Anführer

Von Michael Helms
Fußballspieler Bastian Schweinsteiger bei seiner Aufnahme in die Hall of Fame in der Allianz Arena.
Sven Hoppe/Archiv/FNP

Dieses Bild wird wohl jedem deutschen Fußball-Fan in Erinnerung bleiben und konnte nicht treffender beschreiben, was Bastian Schweinsteiger in seiner Karriere so ausgezeichnet hat. Es war der 13. Juli 2014 in Rio, als er während des WM-Finales mit einer klaffenden Wunde im Gesicht den Platz verlassen musste, um sich behandeln zu lassen. Was ihn aber nicht davon abhalten konnte, die deutsche Mannschaft noch zum WM-Titel zu führen.

Das Finale gegen Argentinien war das Spiel seines Lebens, mit unbändigem Willen, getreten und geschunden von seinen Kontrahenten, schwang sich Schweinsteiger zum Anführer seiner Mannschaft auf. Gemeinsam mit Philipp Lahm, Miroslav Klose und Lukas Podolski prägte er nachhaltig eine Ära des deutschen Fußballs, aus dem netten Jungen von nebenan mit seinem Lausbubenlächeln war endgültig ein Weltstar geworden, auch wenn er bei den deutschen Anhängern immer der „Schweini“ blieb. Vielleicht hätte er nach dem Triumph von Rio schon seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären müssen, weil ihm schon damals aufgrund seiner vielen Verletzungen die Leichtigkeit in seinem Spiel abhanden gekommen war. Er vollzog diesen Schritt dann zwei Jahre später und hinterließ in der deutschen Nationalmannschaft eine Lücke, die bis heute noch nicht geschlossen wurde. Die des Anführers auf und neben dem Platz, eine Führungskraft, die dem seelenlosen deutschen Team während der Weltmeisterschaft in Russland so gefehlt hat.

Michael Helms