13.11.2017 03:00 |

Sonderbarer Unfall in Berlin: Fahrer rast auf Menschenmenge zu – Verletzt wird niema

Berlin Ein Mann fährt in Berlin auf eine Gruppe Menschen auf einem Gehsteig zu. Glücklicherweise wird niemand verletzt, der Fahrer flieht. Der Mieter des Mietwagens sagt nun, er sei nicht der Fahrer gewesen. Wer saß am Steuer – und warum floh er nach dem Unfall?

Ein Polizeibeamter sichert am Samstag in Berlin am Wilhelmsruher Damm Spuren.
Ein Polizeibeamter sichert am Samstag in Berlin am Wilhelmsruher Damm Spuren. Bild: Paul Zinken (dpa)

Ein sonderbarer Unfall mit Fahrerflucht gibt den Ermittlern in Berlin Rätsel auf. Ein Autofahrer fuhr am Freitagabend im Bezirk Reinickendorf mit hoher Geschwindigkeit über einen Gehweg auf eine Gruppe Passanten zu. Sieben Menschen konnten sich durch Sprünge zur Seite retten – ein gezielter Anschlag wurde zunächst nicht ausgeschlossen. Verletzt wurde niemand. Nach Auswertung von Videomaterial aus der Nähe des Unfallorts gab die Polizei jedoch Entwarnung: Es sei kein Anschlagsversuch gewesen, erklärte sie am Samstag. Der Fall hatte in der Stadt Angst vor einem Terroranschlag geweckt.

Ermittlungen hätten ergeben, dass der Mietwagenfahrer von der Straße abgekommen sei, als er offenbar einem wendenden Auto habe ausweichen wollen, teilte die Polizei mit.

Der Mieter des Unfallwagens, nach dem gefahndet worden war, stellte sich am Samstagnachmittag im Stadtteil Moabit. Er konnte über das Kennzeichen ermittelt werden, das sich Zeugen gemerkt hatten. Er gab in seinen Verhören an, nicht selbst am Steuer des Wagens gesessen zu haben, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag sagte.

Mietwagen verliehen

Er habe den Mietwagen an einen Mann verliehen, habe er ausgesagt. „Die Aussagen zu diesem Mann sind allerdings sehr unpräzise“, sagte die Sprecherin. Die Fahndung nach ihm laufe noch. Auch der Fahrer des zweiten Wagens, der in den Unfall verwickelt war sowie das Mietauto selbst seien bisher nicht gefunden worden.

Die bisherigen Ermittlungen stützten die Angaben des 35-Jährigen, sagte die Polizeisprecherin auf entsprechende Fragen. Die Personenbeschreibung der Zeugen und das Videomaterial deuteten darauf hin, dass der Fahrer des Mietwagens nicht dessen Mieter gewesen sei. Dennoch wurde der Marokkaner am Samstag zunächst festgenommen. Der Grund sei allerdings der Besitz von Rauschgift gewesen, sagte die Sprecherin. Die Polizei hatte in der Nacht zu Samstag dessen Wohnung in Wedding durchsucht und dabei unter anderem Kokain beschlagnahmt. Bei dieser Durchsuchung war der Mann nicht angetroffen worden. Am Sonntag wurde der Mann nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Vorfall hatte in Berlin sofort Erinnerungen an den Terroranschlag vor knapp einem Jahr geweckt. Dabei war ein Attentäter mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen kamen ums Leben.

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