14.11.2017 17:08 | dpa

Goldmünzen-Raub: Täter wollten Spuren in Auto vernichten

Berlin Eigentlich sollten sich Polizisten mit Schutzmaßnahmen vor Einbrechern auskennen. Dennoch können sich immer wieder Unbefugte Zutritt zu Arealen der Berliner Behörde verschaffen - auch im Fall des spektakulären Berliner Goldmünzen-Diebstahls.

Die 100 Kilogramm schwere Münze war Ende März aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen worden - von der Beute fehlt jede Spur.
Die 100 Kilogramm schwere Münze war Ende März aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen worden - von der Beute fehlt jede Spur. Bild: Marcel Mettelsiefen/Archiv

Nach dem Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum haben Unbekannte versucht, Spuren in einem bei den Ermittlungen sichergestellten Auto zu vernichten.

Die Täter verschafften sich Zugang zu dem Gelände der Polizei, auf dem das Auto abgestellt war, und sprühten Feuerlöschschaum in den Wagen, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag sagte. Der Versuch sei allerdings nicht erfolgreich gewesen. Die Untersuchung des Autos habe ergeben, dass aufgrund der Spuren - Goldanhaftungen - Verbindungen zum Goldmünzen-Diebstahl bestünden, so Steltner. Über den Vorfall hatten zuerst die Zeitungen „Bild” und „B.Z.” berichtet.  

Das Auto war dem Medienbericht zufolge am 5. Juli beschlagnahmt worden, weil es in einen Unfall verwickelt war. Es könne sich um einen Fluchtwagen der Münzdiebe handeln, hieß es. Steltner erklärte, das Auto sei nach einem illegalen Autorennen beschlagnahmt worden. Eine Polizeisprecherin hatte zunächst lediglich bestätigt, dass es Unbekannten an dem Tag gelungen sei, auf das Gelände in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg zu gelangen. Die Ermittlungen liefen.

Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen. Von ursprünglich vier Verdächtigen sind inzwischen noch zwei in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, sie gehe von einer organisierten Bandenstruktur aus, die Ermittlungen richteten sich gegen einen arabischstämmigen Clan. Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden - von der Beute fehlt jede Spur. Die Ermittlungen dauern an, wie Steltner sagte.

Am Dienstag gab die Polizei einen weiteren Einbruch bekannt: Am vergangenen Freitag habe ein 31-Jähriger versucht, auf dem Gelände der Behörde im Ortsteil Biesdorf einen Wohnwagen aufzubrechen. Beamte hatten den Wagen tags zuvor sichergestellt. Der Mann wurde festgenommen. Gegen ihn wird wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Polizei wollte zu den Hintergründen keine weiteren Angaben machen.

Es ist nicht das erste Vorkommnis dieser Art: Im Oktober gab es zwei Fälle, in denen Unbekannte je ein von der Polizei sichergestelltes Auto stahlen. Die Wagen waren ebenfalls auf dem Gelände der Polizei in Biesdorf abgestellt. Im September erntete die Behörde Spott für einen Einbruch im Polizeipräsidium im Stadtteil Tempelhof. Unbekannte Täter hatten dort Vitrinen und Schaukästen im Polizeimuseum aufgebrochen und Antiquitäten gestohlen. Auf Fragen zu den Schutzvorkehrungen und zum Vorgehen der Täter gab es am Dienstag zunächst keine Antworten von der Polizei.

(dpa)

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