16.03.2017 09:22 | dpa

Anklage wegen Mordversuchs: Mutmaßlicher Steinewerfer vor Gericht

Ellwangen Ein Mann wirft im Dunkeln einen Betonbrocken auf die Autobahn 7 in Baden-Württemberg. Kurz danach prallt ein Auto dagegen und überschlägt sich. Zwei Kinder und ihre Eltern erleiden schwere Verletzungen. Der mutmaßliche Täter steht nun vor Gericht.

Ein Stein liegt auf der Autobahn 7 bei Heidenheim (Baden-Württemberg). Foto: Dennis Straub/Feuerwehr Heidenheim
Ein Stein liegt auf der Autobahn 7 bei Heidenheim (Baden-Württemberg). Foto: Dennis Straub/Feuerwehr Heidenheim

Wegen Mordversuchs steht ein mutmaßlicher Autobahn-Steinewerfer vor dem Landgericht in Ellwangen in Baden-Württemberg.

Der 37-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft gestanden, im vergangenen September einen zwölf Kilogramm schweren Betonpflasterstein nahe Giengen an der Brenz von einer Brücke auf die Autobahn 7 geworfen zu haben. Wenig später prallte das Auto einer Familie dagegen und überschlug sich mehrfach. Die Eltern und ihre beiden Kinder wurden schwer verletzt.

Zu einem Motiv hat sich der Angeklagte bisher nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft geht „vom Mordmerkmal der Heimtücke” aus. Dem Mann müsse klar gewesen sein, dass kein Mensch, der auf einer Autobahn unterwegs ist, mit einem derartigen Anschlag rechnet.

Bevor das Gericht zu einem Urteil kommt, muss es in dem bis Mitte April geplanten Prozess (Aktenzeichen TO-03/17) über die Schuldfähigkeit des Angeschuldigten befinden. Er war zuvor bereits wegen Beleidigung und Körperverletzung aufgefallen. Jedoch blieben dem Mann Strafen erspart, nachdem ihm eine psychische Erkrankung attestiert worden war.

Im aktuellen Fall war einem psychiatrischen Gutachten zufolge „die Steuerungsfähigkeit des Mannes bei der Tat erheblich vermindert”, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dennoch geht sie davon aus, dass er schuldfähig war.

Die Familie leidet noch heute an den Folgen des Unfalls. Die Kinder - ein damals sechsjähriges Mädchen und ein vierjähriger Junge - waren aus dem Wagen geschleudert worden. Das Mädchen wurde schwer, der Junge etwas leichter verletzt. Der seinerzeit 33 Jahre alte Vater, der am Steuer saß, brach sich das Becken. Am schlimmsten traf es die 25 Jahre alte Frau: Sie erlitt unter anderem eine Schädel-Basis-Fraktur. Zudem musste ihr ein Bein unterhalb des Knies amputiert werden.

(dpa)

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie lautet der erste Buchstabe im Alphabet?: 

Weitere Artikel aus Panorama

Weitere Artikel aus Panorama

Rubrikenübersicht