19.03.2017 10:44 | dpa

Juncker: Türkei wird Flüchtlingspakt nicht kündigen

Brüssel/Berlin

Jean-Claude Juncker glaubt nicht an eine Aufkündigung des Flüchtlingspakts: „Ich bin diesen Drohungen entwachsen.” Foto: Virginia Mayo
Jean-Claude Juncker glaubt nicht an eine Aufkündigung des Flüchtlingspakts: „Ich bin diesen Drohungen entwachsen.” Foto: Virginia Mayo

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hält die Drohungen der Türkei mit einem Ende des EU-Flüchtlingspakts für unglaubwürdig. „Die Türkei wird dieses Abkommen nicht aufkündigen”, sagte Juncker der „Bild am Sonntag”: „Ich bin diesen Drohungen entwachsen.”

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und andere türkische Politiker hatten zuletzt aus Ärger über die EU gedroht, die vor einem Jahr geschlossene Vereinbarung platzen zu lassen. Juncker betonte indes: „Es ist nicht im Interesse der Türkei, dass vor der türkischen Küste Schmugglergangs und Banditen das Heft des Handelns in die Hand bekommen.”

Trotz aller Krisen gibt Kommissionspräsident Juncker der Europäischen Union noch mindestens weitere 60 Jahre. „Die EU wird dann sicher mehr als 30 Mitglieder haben”, sagte Juncker der „Bild am Sonntag” vor dem 60. Jubiläum der Römischen Verträge kommende Woche.

Nach Großbritannien werde kein Land mehr die EU verlassen, weil die Nachteile sichtbar würden. „Im Gegenteil: Die übrigen Mitgliedsstaaten werden sich darüber neu in einander verlieben und das Eheversprechen mit der Europäischen Union erneuern.”

Auch die EU-feindliche französische Rechtspopulistin Marine Le Pen werde der Gemeinschaft nichts anhaben, meinte Juncker. „Selbst wenn sie Präsidentin würde, wäre das nicht das Ende des europäischen Projekts. Aber es stünde uns Ungemach ins Haus.”

Juncker zeigte Verständnis für jene, die mit dem Zustand der EU unzufrieden seien. „Europa macht vieles richtig, aber auch manches falsch”, sagte er. „Ich appelliere an alle überzeugten Europäer, sich endlich auch in Bewegung zu setzen. Wenn sie auf dem Sofa sitzen bleiben, während die Rechtspopulisten rennen, werden diese immer Vorsprung haben.”

(dpa)

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