19.03.2017 10:20 | dpa

Nordkorea testet neuen Raketenantrieb

Pjöngjang Nordkorea treibt sein Programm für Weltraumraketen voran. Die Raketen sollen Satelliten ins All bringen. Doch die USA und ihre Alliierten werfen Nordkorea vor, ganz andere Pläne damit zu verfolgen.

Auf einem Fernseher in Südkorea wird das Bild einer nordkoreanischen Zeitung mit Machthaber Kim Jong Un gezeigt. Foto: Ahn Young-Joon
Auf einem Fernseher in Südkorea wird das Bild einer nordkoreanischen Zeitung mit Machthaber Kim Jong Un gezeigt. Foto: Ahn Young-Joon

Nordkorea hat weitere Fortschritte in seinem umstrittenen Programm für Weltraumraketen vermeldet. Machthaber Kim Jong Un habe den erfolgreichen Bodentest eines neuartigen, leistungsstarken Raketenantriebs angeleitet, berichteten die Staatsmedien.

Der Test habe dazu beigetragen, die technologische Grundlage für Trägerraketen zum Transport von Satelliten zu festigen. Kim sprach demnach von einem „historischen Tag, der als Revolution vom 18. März bezeichnet” werden könne. Die Satellitenentwicklung des isolierten Landes ist aus der Sicht der Weltgemeinschaft eine Tarnung für die Entwicklung von Interkontinentalraketen. 

Wie schon beim Test eines Raketenmotors im vergangenen September deutete Nordkorea an, dass ein baldiger Satellitenstart geplant ist. Kim habe betont, „dass die ganze Welt bald Zeuge sein wird, welch eine ereignisreiche Bedeutung der heute errungene große Sieg birgt”, hieß es. Einzelheiten wurden nicht genannt. Der neue Motorentest wurde den Berichten zufolge ebenfalls am Satelliten-Startplatz in Sohae an der Westküste ausgeführt.

Der Test erfolgte zu einem Zeitpunkt, da die US-Regierung neue Ansätze zur Lösung des Streits um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm auslotet. Die Politik der kommunistischen Führung in Pjöngjang war am Samstag ein wichtiges Thema beim Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson bei seinem chinesischen Kollegen Wang Yi in Peking. Beide äußerten ihre Absicht, enger zusammenarbeiten, um eine Lösung für die Bedrohung durch Nordkorea zu finden. 

Die Spannungen in der Region hatten sich nach zwei Atomversuchen und mehr als 20 Raketentests durch Nordkorea im vergangenen Jahr erhöht. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte erst wenige Tage vor Tillersons Besuch in der Region erneut mehrere ballistische Testraketen gestartet. Die USA verlegten einen Tag später erste Teile eines Raketenabwehrsystems nach Südkorea, das sich gegen dessen isoliertes Nachbarland richten soll. China protestierte heftig gegen die Maßnahme.

(dpa)

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