09.11.2017 05:20 | dpa

Weitere Zulassung für Unkrautgift Glyphosat?

Brüssel

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.
Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Bild: Patrick Pleul

Der zuständige EU-Ausschuss berät in Brüssel abermals über eine weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Ob abgestimmt wird oder ein Votum erneut verschoben wird, war zunächst offen.

Die bisherige Lizenz läuft Mitte Dezember aus. Die EU-Kommission wollte ursprünglich eine Verlängerung der Lizenz um zehn Jahre. Weil sich dafür keine Mehrheit abzeichnete, hatte die Brüsseler Behörde davon aber Abstand genommen und zuletzt eine Verlängerung um fünf Jahre vorgeschlagen.

Das Herbizid gilt als sehr wirksam und wird massenhaft eingesetzt, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen. In dem Ausschuss sitzen Experten der 28 EU-Länder. Kommt keine Mehrheit zustande, könnte die Kommission entscheiden oder ein Vermittlungsverfahren starten. Die deutsche Position blieb zuletzt offen, weil die nur noch amtierende Bundesregierung uneins war. Möglicherweise enthält sie sich.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist für Glyphosat, will aber Rücksicht auf die laufenden Sondierungen für eine Jamaika-Koalition nehmen - die Grünen sind gegen eine weitere Verwendung.

(dpa)

Kommentare

  • Weiter Glyphosat-Einsatz:Union dafür, SPD dagegen...2
    geschrieben von SigismundRuestig (192 Beiträge) am

    ...
    Und abgesehen von dem Krebsrisiko: allein die negativen bis katastrophalen Auswirkungen auf die Artenvielfalt lassen ein Verbot von Glyphosat geboten erscheinen!
    Übrigens: die Union ist für Glyphosat, die SPD dagegen!
    Die Politik hat alles im Angebot:
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    http://youtu.be/-q0gF597WEA

    PS:
    1. "Glyphosat ist gar nicht gesundheitsschädlich". Dr. Monsanto
    2. Übrigens ist die Glyphosatzulassung der EU schon 2012 ausgelaufen! Seitdem eiert die EU herum. Warum wohl? Unglaubwürdig!

  • Weiterer Glyphosat-Einsatz: Union dafür, SPD dagegen
    geschrieben von SigismundRuestig (192 Beiträge) am

    Wenige Tage, nachdem der Verdacht publik wurde, dass die Hersteller-Firma Monsanto auf Glyphosat-Studien Einfluß genommen habe, erteilte ein Gutachten der europäischen Chemikalien-Agentur ECHA Glyphosat bzgl. Krebsverdachts einen Freibrief, wies jedoch auf andere gesundheits- und umweltgefährdende Auswirkungen - z.B. drastische Reduktion der Artenvielfalt wie von Bienen etc. - hin. Nach ersten Reaktionen der Agrarlobby einschließlich Landwirtschaftsminister Schmidt war zu vermuten, dass die EU-Kommission - auch mit Unterstützung der Union - damit die Wiederzulassung von Glyphosat herbeiführen wird, was ja jetzt offensichtlich angegangen werden sollte.
    Und dann gestand die Agentur ECHA, nach anfänglichem Leugnen, auch noch, dass Monsanto auch auf das ECHA-Gutachten Einfluß genommen hat! Und derartige "Ungereimtheiten" werden seitdem nicht weniger.
    Ein weiteres Armutszeugnis der EU!
    Mittlerweile hat übrigens der Staat Kalifornien den Krebsverdacht betätigt!
    Und abgesehen von dem ?..



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