18.02.2017 15:56 | dpa

IG Metall: Opel-Übernahme durch PSA vielleicht gute Option

Rüsselsheim
Gewerkschaften, Regierung und die Mitarbeiter stellen sich bereits darauf ein: Der traditionsreiche Autobauer Opel dürfte von der US-Mutter an den französischen Hersteller PSA verkauft werden. Dort wolle man Opel „pflegen”.
Opel hat rund 38 200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Foto: Andreas Arnold
Opel hat rund 38 200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Foto: Andreas Arnold

Die mögliche Übernahme des Autobauers Opel durch den französischen Konkurrenten PSA (Peugeot und Citroën) ist nach Einschätzung der IG Metall in Nordrhein-Westfalen vielleicht die bessere Perspektive für das Unternehmen.

Die Gewerkschaft werde prüfen, ob der Deal nicht sogar die Chancen für die Marken Opel und Vauxhall erhöhe, sagte der Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, der „Rheinischen Post” (Samstag). Natürlich hätten beide Hersteller - Opel und PSA - Probleme.

„Aber das liegt in erster Linie daran, dass sie nicht die Stückzahlen erreichen, um in ihrem Segment wirtschaftlich fertigen zu können. Beide zusammen könnten ein solches Volumen schaffen”. Für den Standort Bochum, wo derzeit ein neues Warenverteilzentrum entsteht, zeigte sich Giesler optimistisch. Es sei ein hochmodernes Ersatzteilzentrum mit einer hervorragenden logistischen Anbindung.

Die „Automobilwoche” zitiert einen Mitarbeiter aus dem Umfeld von PSA-Chef Carlos Tavares mit den Worten: „Opel ist eine deutsche Industrie-Ikone. PSA wird sie nicht zerstören, sondern pflegen.” Der Konzern wolle nicht nur die Marke erhalten, sondern deren Bedeutung international ausbauen. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hatte den möglichen Eigentümerwechsel bereits als „prinzipiell sinnvoll” bezeichnet.

Bereits am Freitag hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, „dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind”. Die Gespräche seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden.

Für die Bundesregierung führt Wirtschaftsstaatssekretär

Matthias Machnig (SPD) die Gespräche. Er sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und dem „Spiegel”, er sehe große Chancen in dem Vorhaben. „Durch den Zusammenschluss würde der zweitgrößte Autokonzern Europas entstehen”, sagte er dem „Spiegel”. „Dadurch ergeben sich auch zusätzliche Möglichkeiten für Investitionen, Innovationen und Wachstum.”

Der „FAS” sagte er, „Ziel ist es, alle Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten” und verwies auf die geltende Betriebsvereinbarung, die Standorte und Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 garantiert. Zudem sei die Lage völlig anders als 2009, als mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise das komplette Aus für Opel zur Debatte stand und die Politik mit Staatshilfen eingreifen wollte.

(dpa)
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