20.03.2017 03:30 |

Themen-Vorschau: Wirtschafts-Ausblick: Das bringt die Woche

Helaba, Cebit, Deutsche Bank: Mit unserem Ausblick in die Wirtschafts-Woche sind Sie bestens informiert.

Symbolbild
Symbolbild

Kritischen Fragen weicht US-Präsident Donald Trump ja gerne aus, indem er auf angebliche „Fake News“ schimpft. Immerhin zollten die US-Kollegen den deutschen Reportern Respekt, die beim Besuch der Bundeskanzlerin klar nach den falschen Abhör-Vorwürfen und seiner Handelspolitik gefragt hatten. Eine Antwort bekamen sie natürlich nicht. Aber Angela Merkel im Oval Office mit ihrer Frage nach einem Handschlag? Auch auf die zeigte Trump keinerlei Reaktion – die Kanzlerin guckte entsprechend verdattert. „Ich glaube nicht, dass er die Frage gehört hat“, versuchte Trumps Sprecher Sean Spicer anschließend die verweigerte Geste zu entschuldigen. Vielleicht stimmt das ja wirklich – das letzte Mal, dass die USA einem Vertreter Deutschlands den Handschlag verweigerten, war im Fall von Wilhelm „Lakaitel“ Keitel, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, aus Anlass der bedingungslosen Kapitulation 1945. Man beachte allerdings die Wortwahl Spicers – die Einleitung ist identisch mit seiner mittlerweile berüchtigten (da durch Fotos widerlegten) Aussage: „Ich glaube nicht, dass der Präsident einen Bademantel besitzt.“

Später witzelte Trump, er und Merkel hätten zumindest eine (!) Gemeinsamkeit: Beide seien von Barack Obama abgehört worden. Da entgleisten sogar der Kanzlerin die Gesichtszüge.

Cebit in Hannover

Thomas Baumgartner Foto: FNP
Thomas Baumgartner
Inzwischen ist Angela Merkel wieder zurück auf sicherem Territorium – gestern Abend eröffnete sie die Cebit in Hannover, und zwar gemeinsam mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Der war übrigens schon vor ihr bei Trump – und bekam einen Händedruck, sogar einen besonders langen und kräftigen. So lang und kräftig, dass er nachher sichtbar erleichtert aufatmete. So richtig los geht die wichtigste Leistungsschau der deutschen IT-Branche heute mit Merkels Messerundgang und vielen Terminen zum Thema Digitalisierung. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit stabil über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200 000 Besucher erwartet.

Einige Tage später startet eine weitere besucherstarke Schau, die Leipziger Buchmesse. Gastland ist dieses Jahr Litauen, verliehen werden wieder wichtige Buchpreise. Vor allem locken unzählige Lesungen – beim Rahmenprogramm hat sich mittlerweile auch die Frankfurter Buchmesse einiges abgeguckt.

Eurogruppe

Vielleicht schon diese Woche wird es auch um das Schicksal von Jeroen Dijsselbloem als Chef der Eurogruppe gehen. Der niederländische Finanzminister musste mit seiner sozialdemokratischen Partei bei den Parlamentswahlen eine krachende Niederlage einstecken und dürfte kaum Minister bleiben, selbst wenn sich Ministerpräsident Mark Rutte im Amt halten kann. Der 50-jährige Dijsselbloem organisiert seit vier Jahren die Treffen der Euro-Finanzminister und hat sich während der schwierigen Verhandlungen mit Griechenland europaweit Respekt erarbeitet (außer natürlich in Athen). Doch ohne Posten zu Hause kann er auch international schlecht im Amt bleiben – da müsste man ihm am Ende ja noch ein Gehalt zahlen.

Funke-Prozess

Mehr als acht Jahre nach dem Zusammenbruch des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) beginnt heute der wohl letzte große Prozess um die Verantwortung deutscher Banker für die Finanzkrise. Auf der Anklagebank im Landgericht München sitzen Ex-HRE-Chef Georg Funke (61) und sein Finanzvorstand Markus Fell. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Bilanzfälschung vor, bei einer Verurteilung drohen mehrjährige Freiheitsstrafen – damit wären die Angeklagten die ersten Banker, die tatsächlich ins Gefängnis müssen. Funke arbeitete übrigens später als Makler auf Mallorca und zeigte eher wenig Unrechtsbewusstsein: Er hält sich für unschuldig und hat seinen früheren Arbeitgeber auf millionenschwere Gehalts- und Pensionszahlungen verklagt.

Fünf Weise und GfK

Die fünf Weisen („Sachverständigenrat“) legen heute ihre neue Konjunkturprognose vor, am Donnerstag folgt das vielbeachtete Konsumklima der GfK. Das Ergebnis beider Zahlenwerke, kurz zusammengefasst: Der Aufschwung in Deutschland hält an.

Helaba-Bilanz

Das gilt allerdings nicht für die Schiffsmärkte, die immer tiefer in die Krise rutschen. Das dürfte auch die Jahresbilanz der Helaba 2016 getrübt haben, der bisher solidesten deutschen Landesbank. Vorstandschef Herbert Hans Grüntker hat bereits einen „spürbaren Rückgang“ beim Jahresergebnis angekündigt, im ersten Halbjahr war das Ergebnis im Firmenkundengeschäft wegen der höheren Vorsorge für Schiffsfinanzierungen sogar in die roten Zahlen gerutscht. Dennoch dürften die Zahlen insgesamt stark bleiben. Genaueres erfahren wir am Donnerstag.

Deutsche Bank startet

Voraussichtlich morgen startet die Acht-Milliarden-Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank. Altaktionäre können für je zwei Aktien eine neue zum Stückpreis von 11,65 Euro dazu erwerben, und zwar voraussichtlich bis zum 6. April. Die Deutsche Bank hatte Anfang März angekündigt, sich frisches Geld zu besorgen – unter anderem, um die Integration der Postbank stemmen zu können. Vor allem werden die Löcher in der Kapitaldecke geflickt, die Ex-Chef Josef Ackermann mit seinen Aktienrückkäufen gerissen hatte. Nur so waren seine magischen 25 Prozent Umsatzrendite zu schaffen – aber davon redet ja heute keiner mehr.

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