29.10.2017 10:20 | dpa

Studie: Kiffer sind keine Sex-Muffel

Stanford Ist es eine gute Idee, vor dem Traum-Date erstmal einen Joint zu rauchen? US-Forscher haben sich Zahlen dazu angeschaut.

Häufiges Kiffen scheint Amerikanern den Spaß am Sex nicht zu verderben - eher sogar im Gegenteil.
Häufiges Kiffen scheint Amerikanern den Spaß am Sex nicht zu verderben - eher sogar im Gegenteil. Bild: Daniel Karmann

Häufiges Kiffen scheint Amerikanern den Spaß am Sex nicht zu verderben - eher sogar im Gegenteil. Das legt zumindest eine Studie von Urologen der Universität Stanford (Kalifornien) im neuen „Journal of Sexual Medicine” nahe.

Das Team um Andrew Sun verglich Zahlen aus einem großen US-Gesundheitssurvey. 50.000 Männer und Frauen zwischen 25 und 45 Jahren hatten darin Angaben zu ihrem Cannabis-Konsum im Vorjahr und der Sex-Häufigkeit gemacht. Ungeachtet von Alter, Geschlecht, Ethnie oder Lebenssituation zeigte sich: Wer täglich kiffte, hatte um etwa ein Fünftel häufiger Geschlechtsverkehr als Cannabis-Abstinenzler. Frauen hatten demnach in vier Wochen 7,1 statt 6 Mal Sex, Männer 6,9 statt 5,6 Mal.

„Häufiger Marihuana-Konsum scheint die sexuelle Motivation und Leistungsfähigkeit nicht zu schmälern. Wenn überhaupt, dann steht er mit erhöhter Koitus-Frequenz in Zusammenhang”, bilanziert Senior-Autor Michael Eisenberg. Die Sex-Häufigkeit stieg dabei ziemlich parallel zum Cannabis-Konsum an - unabhängig davon, ob die Befragten auch andere Drogen wie Alkohol oder Kokain konsumierten oder nicht. Wie hoch die einzelnen Dosen waren, geht aus dem Datenmaterial nicht hervor.

Allerdings stellt die Arbeit auch keinen kausalen Zusammenhang her, sondern nur eine Korrelation. „Die Studie sagt nicht: Wenn du Marihuana rauchst, hast du mehr Sex”, betont Eisenberg.

Prof. Michael Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Männergesundheit, hält den Zusammenhang dennoch für schlüssig: „Dass man bei moderatem Cannabis-Gebrauch lockerer wird, ist bekannt.”

Bisher hatten Fachleute und Studien intensives Kiffen eher mit Libido-Verlust in Verbindung gebracht, bei Männern teils auch mit Erektionsschwierigkeiten und verminderter Spermien-Qualität. Andererseits hatten Versuche bei Tieren und Menschen gezeigt, dass Marihuana Hirnregionen stimuliert, die für sexuelle Erregung und Aktivität wichtig sind.

In den USA ist Marihuana in derzeit 29 Bundesstaaten als Medizin oder zum Freizeit-Gebrauch erlaubt. Rund 22 Millionen erwachsene Amerikaner konsumieren es regelmäßig. In Deutschland haben nach offiziellen Zahlen etwa 1,4 Millionen Menschen im Vormonat in der Freizeit gekifft. Obwohl Cannabis also deutlich weniger verbreitet ist als in den USA, geht Sommer davon aus, dass sich die Ergebnisse der US-Studie grundsätzlich auf Deutschland übertragen lassen. Er schränkt aber ein: „Bei gemäßigtem Konsum!”.

(dpa)

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