Internet-Kriminelle arbeiten mit schlaueren Tricks

Von dpa
Wenn Internet-Betrüger gefälschte E-Mails verschicken, benutzen sie oft keine persönliche Anrede. Auch fehlende Umlaute deuten auf einen Betrug hin.
Jochen Lübke/FNP

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt sieht Betrugsmaschen per E-Mail als ein anhaltendes Problem an. „Die Mail-Versender sind im Laufe der Zeit „cleverer” geworden”, sagte Simone Meisel von der Landesverbraucherzentrale in Halle.

Früher seien eher Mails mit dubiosen Dateien im Anhang versendet worden. Wer die Dokumente öffnete, fing sich unter Umständen einen Virus ein und musste seinen Computer von dem schädlichen Programm wieder befreien. „Verbraucher, die sich jetzt bei uns melden, informieren uns vornehmlich über neue Maschen”, so die Rechtsexpertin.

Im Juli und August meldeten Betroffene nach Angaben der Landesverbraucherzentrale vor allem so genannte Phishing-Mails mit Logos der Sparkasse, des Online-Händlers Amazon oder des Online-Bezahldienstes Pay-Pal.

Phishing-Mails seien gefälschte Mails, mit denen Betrüger wichtige Daten von ihren Empfängern zu stehlen versuchen, erklärte der Sprecher des Landeskriminalamts (LKA), Andreas von Koß, in Magdeburg. Das reiche von angeblichen Bankinstituten, die dazu aufforderten, Kundendaten neu einzugeben, bis hin zu Telekommunikationsunternehmen, die vorgeblich eine Aktualisierung der Zugangsdaten benötigten. Die Nachrichten seien von offiziellen Mitteilungen kaum zu unterscheiden. Mit den „abgefischten” Daten könnten die Betrüger im Namen ihrer Opfer etwa im Internet einkaufen und hohen Schaden anrichten.

Die gefälschten E-Mails seien oft an kleinen Merkmalen zu erkennen, erklärte von Koß. So sei die Anrede oft unpersönlich. Zudem enthalte die Nachricht teils kyrillische Buchstaben oder verzichte auf Umlaute, wie „a” statt „ä”. Skeptisch sollten Empfänger auch werden, wenn ihnen per Mail gedroht werden, etwa das Konto zu sperren.

Die meisten E-Mails wirken nach LKA-Angaben trotz dessen oft seriös. Auch Social-Media-Dienste wie Facebook und Twitter blieben vor den Betrügern nicht verschont. Nutzer sollten ihre persönlichen Daten daher unter keinen Umständen verraten und auch keine Links von Fremden öffnen. „Vor allem bei ganz besonders verlockenden Angeboten oder Schnäppchen sollte man hellhörig werden”, sagte von Koß.

„Allerdings hat sich auch das Bewusstsein der Verbraucher in den letzten Jahren gerade für diese Problematik geschärft”, sagte Meisel von der Verbraucherzentrale. Empfänger von dubiosen Mails würden diese den Verbraucherschützern melden und so andere Verbraucher vor neuen Betrugsmaschen warnen.

„Wird eine E-Mail als verdächtig eingeschätzt, sollte diese in den Ordner für zu löschende Objekte verschoben und anschließend vollständig gelöscht werden”, sagte von Koß. Zudem sollten Empfänger ihre Zugangsdaten ändern und das zum Account gehörende Unternehmen über die gefälschte Mail informieren. Opfer könnten in jedem Fall eine Strafanzeige stellen, wie das LKA mitteilte. Das könne persönlich in einer Polizeidienststelle oder online erfolgen. Wichtig sei, dass die Phishing-Mail als Datei gespeichert werde, so von Koß.

Um die Betrugsfälle auch langfristig einzudämmen, setzt die Polizei verstärkt auf präventive Maßnahmen. Zum einen gebe es Termine für Interessierte, zu denen Beamte über die Gefahren im Internet informieren würden, erklärte von Koß. Zum anderen seien etwa auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention hilfreiche Tipps aufgelistet. Für Verbände, Unternehmen und Kommunen gebe es darüber hinaus noch die Möglichkeit, sich bei einer spezielle Stelle des Landeskriminalamts beraten zu lassen.

(dpa)
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