Golf

Voll konzentriert zum Erfolg

Von Michael Löffler
Strahlende Aufsteiger: Das Herren-Team des GC Neuhof.
FNP

Die Golfer vom Gut Neuhof wurden an diesem tropisch-heißen Sonntag für eine hervorragende Saison belohnt. In einem Duell auf Augenhöhe setzte sich der Champion der Zweiten Bundesliga Mitte gegen den Südmeister in einem Lochspiel-Matchplay mit 7,5:4,5 durch.

Als Lohn darf das Team aus Dreieich im kommenden Jahr in der Bundesliga Süd antreten. Gegen den neuen Deutschen Meister GC Mannheim-Viernheim, den mehrmaligen Champion GC St. Leon-Rot, den Stuttgarter GC Solitude sowie den GC Herzogenaurach, auf dessen Platz nun den Dreieichern der Aufstieg glückte.

„Wir haben uns vorgenommen, an selber Stelle und gegen den selben Gegner wie 2014 Revanche zu nehmen. Das ist uns geglückt. Im ersten Spieltag sind wir gestolpert, dann haben wir die Zweite Bundesliga Mitte klar dominiert. Mit diesem Triumph in der Relegation haben wir einer beeindruckenden Saison die Krone aufgesetzt“, erklärte Norman Schenk, Kapitän des GC Neuhof.

Vor zwei Jahren führte Neuhof gegen den GC München Eichenried nach den Vierern 3:1. „Dann waren sich die Spieler wohl zu sicher, gaben das Spiel noch aus der Hand“, erinnert sich Schenk. Diese Erfahrung von damals sei der Schlüssel zum diesjährigen Erfolg gewesen. „Man muss selber so etwas durchmachen: Eine Liga zu dominieren, im Aufstiegsspiel klar führen, um dann mit leeren Händen dazustehen. Die Jungs haben daraus die richtigen Lehren gezogen, haben diesmal in den Einzeln Gas gegeben, waren konzentriert bis zum Schluss.“

In den Vierern reichte es diesmal nur zu einer knappen 2,1:1,5-Führung. Ludwig Schäfer/Yannic Völer und Jan-Phillip Heyen/Paul Zwanzig gewannen, Benedict Gebhardt/Joseph Hausberger teilten sich mit Gero Lammel/Benedikt Reil den Punkt. Danach gab es erneut das große Bangen. Marco Ullmann verlor gegen den stärksten Münchner Thomas Rosenmüller schon nach 15 Bahnen, Tom Barzen verlor sieben der ersten acht Löchern und musste bereits auf der „Elf“ kapitulieren. Dann ging aber die Post ab: Schäfer lag gegen den Münchner Playing Captain Alexander Koller zwischendurch „one down“ (um einen Punkt zurück), durfte aber nach der 17. Bahn uneinholbar vorne liegend schon vorzeitiger ins Clubhaus gehen. Philipp-Noah Nazet und Heyen standen gar schon viel früher als Sieger fest. Völker war nach 17 Bahnen noch im Vorteil, verlor dann aber die 18 und teilte sich den Punkt.

Sicherheit und „Galerie“

Es stand 6:4, zwei Paare waren noch draußen, beide „all square“ (gleichauf) liegend. Sowohl Bene Gebhardt als auch Paul Zwanzig vergaben auf der „17“ einen Zweieinhalbmeter-Birdie-Putt. Gebhardt erzielte dann mit zwei Sicherheitsputts den halben Punkt, der den Gesamtsieg und damit den Aufstieg bedeutete. Zwanzig, der mittlerweile in die USA geflogen ist (Golf-Stipendium), wollte – befreit vor jeglichem Zwang – etwas für „die Galerie“ tun. Was ihm auch glückte. Aus 70 Metern legte er den Ball praktisch an die Fahne, mit einem kurzen Putt zum Birdie beendete er dann sein Duell siegreich. Die Mannschaft, die als Caddies und Fans mitgereisten Club-Jugendlichen, die Verantwortlichen, alle lagen sie sich glücklich in den Armen. Und nahmen die faire Gratulation des Gegners entgegen. „Das war schon stark, was ihr abgeliefert habt. Neuhof hat verdient gewonnen“, sagte der Eichenrieder Kapitän Alexander Koller.

Für Norman Schenk beginnen nun schon die Planungen für 2019. „Natürlich werden wir noch ein wenig feiern. Aber prinzipiell hat uns der Alltag eingeholt. Wir sind jetzt Erstligist, möchten es möglichst auch bleiben. Kann sein, dass wir uns mit dem einen oder anderen Spieler verstärken werden.“

Michael Löffler