10.11.2017 03:30 | Roland Stipp

Rot-Weiss Frankfurt: Befreiungsschlag im Visier

Frankfurt An diesem Wochenende sollte es klappen: Rot-Weiss Frankfurt und die Spvgg. Neu-Isenburg sehen sich im Abstiegskampf Gegnern auf Augenhöhe gegenüber – und die sich zuletzt ein irres Spiel lieferten.

Hart umkämpft: der Dreieicher Abassin Alikhil (rechts) und Zeki Ech Chad von Rot-Weiss im Zweikampf.
Hart umkämpft: der Dreieicher Abassin Alikhil (rechts) und Zeki Ech Chad von Rot-Weiss im Zweikampf. Bild: Christian Klein (FotoKlein)

Beim Tabellennachbarn SV Steinbach soll endlich die Aufholjagd von Rot-Weiss Frankfurt beginnen. Ginge auch dieses Spiel verloren, hätten die „Roten“ schon sechs Punkte Rückstand auf den Drittletzten aus dem Osten Hessens – und könnten sogar ganz ans Tabellenende abrutschen, sollte die Spvgg. Neu-Isenburg gegen Schlusslicht OSC Vellmar verlieren. Vellmar hatte übrigens vergangene Woche mit dem 6:4 in Steinbach seinen ersten Saisonsieg gefeiert.

Bei Rot-Weiss Frankfurt ist man bemüht, das Positive zu sehen. Da wäre zum Beispiel die Chance auf den Treffer zum 2:2 im Spiel gegen Hessen Dreieich am vergangenen Samstag. Obwohl der Titelverteidiger turmhoch überlegen war, war ein Punktgewinn nicht ganz unmöglich. Und bei den 0:1-Niederlagen beim FC Ederbergland und SC Waldgirmes wähnten sich die „Roten“ sogar mehr als ebenbürtig mit dem jeweiligen Gegner. „Wenn man beide Spiele gesehen hat, muss man schon sagen, dass es bitter ist, dass wir dort keine Punkte geholt haben“, sagt Präsident Ersan Dincer, der sich sonst aus sportlichen Fragen lieber heraushält – er hat auch wahrlich genügend andere Dinge zu regeln.

Zum Beispiel wird es nächste Woche ein Treffen mit Vertretern der Stadt Frankfurt geben, in dem über den Abbau von alten Verbindlichkeiten in Sachen Sportplatznutzung gesprochen wird. Sein Wunsch sei ohnehin, den Verein so bald wie möglich „schuldenfrei und mit einer positiven Außendarstellung“ dastehen zu sehen, stellt Dincer klar. Daher ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass nun doch nichts aus der etwas vorschnell aus dem Kreis des Verwaltungsrats verkündeten Verpflichtung der beiden Holländer Prince Rajcomar und Cerezo Hilgen geworden ist, die zuletzt in der dritten belgischen und zweiten niederländischen Liga am Ball waren und dort noch als Profis gemeldet sind.

„Beim Verband hat man uns erklärt, dass sie deswegen vor Januar sowieso nicht bei uns spielen können, also mussten wir sie wieder nach Hause schicken. Was schade ist, denn sie hätten gut in die Mannschaft gepasst und waren bei den Jungs auch akzeptiert und beliebt“, bedauert der Präsident.

Ungeachtet dessen, wie es nun sportlich weitergeht, hat Ersan Dincer übrigens schon Pläne für die Zukunft. Im März, wenn die turnusgemäße Jahreshauptversammlung stattfindet, müssten dringend ein Vizepräsident, ein Schatzmeister und weitere Vorstandsmitarbeiter gewählt werden. „Dieser Verein braucht eine breit aufgestellte Führung mit Leuten, die Verantwortung übernehmen. Schließlich sind wir ein Familienverein mit vielen Jugendlichen und einer sozialen Verantwortung“, betont er. Und dieser gerecht zu werden sei nun einmal wichtiger als sportlicher Erfolg, meint Dincer.

Bloß kein Favorit sein

Nach neun sieglosen Spielen in Folge will man bei der Spvgg. Neu-Isenburg den Bock gegen den Tabellenletzten natürlich nur allzu gerne umstoßen. „Aber das ist natürlich gefährlich, weil ja jeder sagt, jetzt müssten wir gewinnen“, warnt Trainer Peter Hoffmann. Zumal ausgerechnet jetzt Vellmars Horrorserie von 15 Spielen ohne dreifachen Punktgewinn gerissen sei: „Da hat man gesehen, dass die sich noch nicht aufgegeben haben.“

Weil die Nordhessen durchaus Qualität hätten und eine groß gewachsene Mannschaft, müsse sein Team „gut verteidigen und auch Lösungen nach vorne finden“, führt Hoffmann aus. Was ja gar nicht so einfach ist, weil mit Aljoscha Atzberger, Jan Gebhardt und Johanes Günther gleich drei wichtige Offensivspieler längerfristig fehlen. Außerdem fällt Abwehrmann Matthias Buschmann aus.

„Es wäre schon mit diesen vier Spielern schwer, ohne sie ist es noch mal eine größere Herausforderung“, sagt der Coach – und meint damit nicht nur die Partie gegen Vellmar, sondern das „Unternehmen Klassenerhalt“ insgesamt. Wobei es ja keine Überraschung sei, dass man mit dem Abstiegskampf zu tun hätte: „Wir wussten von Anfang an, dass es ein Riesenerfolg wäre, wenn wir die Klasse halten. Obwohl wir gar nicht so schlecht dastehen, weil die anderen Mannschaften im Tabellenkeller ja auch nicht viel gewinnen, werden wir nicht den Fehler machen, uns als Favorit zu sehen.“

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