10.11.2017 03:30 | Alexander Schramm

Gewichtheben: Wenn sich der Sieger verrechnet

Frankfurt Es gab etwas Konfusion, kurzzeitig war Gastgeber Pfungstadt als Sieger ausgerufen worden, doch am Ende hatte der ASC Zeilsheim den zweiten Saisonsieg in der Tasche.

Bot konstante Leistungen und war zweitbester Heber des ASC Zeilsheim: Tobias Smith.
Bot konstante Leistungen und war zweitbester Heber des ASC Zeilsheim: Tobias Smith.

Am dritten Wettkampftag der Regionalliga Rheinland-Pfalz/Saar passierte genau das, was der Zeilsheimer Trainer Peter Krinke vor Saisonbeginn prophezeit hatte. Seine fünf stärksten Gewichtheber standen ihm nicht zur Verfügung, so dass er auf vier von fünf Positionen umstellen musste. Nur Melanie Althoff war bei der FTG Pfungstadt wieder mit dabei, dazu nach Schulterverletzung bei seinem Saisondebüt Tobias Smith sowie drei absolute Neulinge.

Dass es trotzdem zum Erfolg mit 258:231 Relativpunkten reichte, war vor allem zu verdanken, dass der zweite hessische Vertreter das mit Abstand schwächste Team der Liga ist. „Ich habe gesagt, dass wir zwischen 250 und 400 Punkten alles drin haben und Glück brauchen, dann auf die richtigen Gegner zu treffen“, sagte Krinke.

Und doch war es ein kurioser und etwas weiterer Weg zum Sieg als üblich. Diesen weiten Weg wollte sich Debütantin Nina Bruch nach dem ersten Versuch im Stoßen sparen. Deshalb stieg sie nach dem erfolgreichen Versuch bei 46 Kilo über die abgelegte Langhantel hinweg, statt nach hinten wegzutreten. Das Kampfgericht zeigte prompt „rot“, Krinke selbst hält das Regelwerk an dieser Stelle für zweideutig. Jedenfalls fehlten bei Bruch wegen der Wiederholung im zweiten Versuch und einem knapp ungültigen dritten Versuch Punkte.

Die erfahrene Althoff hatte ebenfalls zwei unerwartete Fehlversuche im Stoßen und Niederkirchner hatte bereits im Reißen seine Probleme gehabt. Während Smith die konstante Leistung zeigte, war Emely Shiel die positive Überraschung für Krinke. Sie steigerte sich im Stoßen um fünf Kilogramm und relativ um sieben Punkte. Ganz zum Schluss sorgte noch mal Nina Bruch unverschuldet für Durcheinander. Im ersten Protokoll hatte sie wegen eines Rechenfehlers einen zu hohen Relativabzug erhalten, wodurch sie mit nur 25 Punkten insgesamt in die Wertung kam. Damit hatte Pfungstadt den Wettkampf zunächst mit zwei Punkten Vorsprung gewonnen. Doch Krinke rechnete nach und regelte den Sachverhalt mit seinem langjährigen Pfungstädter Kollegen Jürgen Trux ohne Protest auf dem kurzen Dienstweg. Bruch hatte 54 Punkte geschafft – das Ergebnis wurde zum Zeilsheimer Sieg korrigiert.

Aus drei mach zwei

Im Übrigen ist auch die Tabelle angepasst worden. Die Drei-Punkte-Regel war vor der Saison wieder in die klassische Zwei-Punkte-Regel geändert worden, was allerdings nur den wenigsten aufgefallen war, da die Änderung im Regelwerk nicht rot gekennzeichnet worden ist. Auch Krinke nicht. Jedenfalls hat der ASC Zeilsheim nun 4:2 Punkte und liegt auf dem dritten Platz unter fünf Teams. Das Thema Abstieg wird – auch dank des etwas kuriosen Erfolgs in Pfungstadt – keine Rolle mehr spielen.

Einzelergebnisse Zeilsheim: Melanie Althoff (60,7 Kilo Körpergewicht): 62 Relativpunkte (50 Kilo Reißen/65 Kilo Stoßen/115 Kilo Zweikampf), Tobias Smith (60,5): 57 (71/90/161), Nina Bruch (48,8): 54 (39/46/85), Emely Shiel (54,9): 51 (40/50/90), Andreas Niederkircher (69,3): 34 (72/95/167).

(als)

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