06.11.2017 03:30 |

Spiel der Woche: Bakan entscheidet Kirdorfer Derby

Kirdorf Vor allem 25 Minuten der ersten Halbzeit haben es im ewig jungen Vergleich zwischen DJK und SGK Bad Homburg in sich. Den schwachen Zuspruch hat das Derby nicht verdient.

Ikemba Bankunye (SGK, 2. v. l.) versucht’s mit dem Fuß, Mark Hohmann (rechts) und Lukas Piecha halten ihren Kopf hin.
Ikemba Bankunye (SGK, 2. v. l.) versucht’s mit dem Fuß, Mark Hohmann (rechts) und Lukas Piecha halten ihren Kopf hin. Bild: Heiko Rhode (Heiko Rhode)

Noch im April dieses Jahres lockte das Kirdorfer Derby zwischen den beiden Bad Homburger Fußballvereinen der DJK und der SGK rund 700 Zuschauer an den Wiesenborn. Etwa sieben Monate später stellte die fast schon triste Kulisse von nur 60 Zuschauern am 14. Spieltag der Kreisoberliga Hochtaunus den einzigen negativen Höhepunkt des Aufeinandertreffens , das die „Schwarzen“ (DJK) gegen die „Roten“ (SGK) mit 3:2 gewannen. Vor allem in Hälfte eins hoben sowohl ansehnlicher Fußball sowie ein Hauch von Bundesliga den Unterhaltungslevel.

Mit Letzterem sind jedoch schwere Fehler von Torhütern gemeint. Robin Zentner hatte sich für Mainz 05 ja als „Phantomfußballer“ versucht, als er den Ball passen wollte, dieser aber schon weitergerollt war und er deshalb in die Luft trat. Zudem legte sich Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart) einen Freistoß von Hamburgs Aaron Hunt quasi selbst ins Netz. Ähnliche Fauxpas unterliefen im Kirdorfer DJK-Schlussmann Jan Oliver Bieker nach einer guten halben Stunde. Zu diesem Zeitpunkt führte seine Mannschaft bereits mit 2:1.

Beginn eines Torreigens

SGK-Linksverteidiger Melih Yilmaz hatte nach 19 Minuten auf Aktivposten Kyle Howie eingeworfen, der den Ball in den Rückraum spielte, aus dem Florian Schmitt zur Führung für die „Roten“ traf. Die Antwort der DJK folgte auf dem Fuße, als Kapitän Martin Ochmann bei einer Freistoßvariante kurz auf Ömer Bakan ablegte und dieser den Ball zum Ausgleich in die Maschen drosch (21.). Die Unterkante der Latte half dabei. Zu halten gab es hier nichts für SGK-Keeper Enver Osmanovic, wie auch beim 1:2 durch Yassin Belfkih (27.) auf Flanke von Celil Günay.

Der 36-jährige Torwart stellte aber sein Können gegen Belfkih (24.) und Günay (30.) unter Beweis und hatte Glück, dass Bakans Torschussflanke in der 25. Minute vom Querbalken gestoppt wurde. In einer Phase, in der die DJK dem 3:1 näher war als der Kontrahent dem 2:2, spielte schließlich DJK-Schlussmann Jan Oliver Bieker einen Pass genau in die Beine Howies, der mit Tempo in den Strafraum zog und zum 2:2 traf (33.).

Ungewollter Doppelpass

Das gleiche Missgeschick passierte Bieker sechs Minuten darauf nochmals. Dieses Mal aber bedankte sich die SGK-Offensive lediglich mit einem formschönen Doppelpass genau in die Arme des Keepers. Als sich die Elf von SGK-Trainer Mohamed Chafchaoui, der sich nach seiner roten Karte als Spieler gegen Weißkirchen in der Vorwoche weiter einem Innenraumverbot ausgesetzt sah, schon gedanklich in der Pause wähnte, schlug Bakan wieder zu. Dieses Mal ließ er Osmanovic mit einem strammen Schuss aus 18 Metern keine Chance.

Nach dem Seitenwechsel gab es kaum noch Torchancen. Während Osmanovic seine Prüfungen nach einem Freistoß von Belfkih und der anschließend gut getretenen Ecke von Bakan bestand (59.), konnte sich Bieker auf der Gegenseite auszeichnen, als er fünf Minuten vor Spielschluss einen Kopfball von Cüneyt Yalcin sehenswert entschärfte und so seine Fehler wieder gutmachte.

Lob gab es von DJK-Trainer Stephan Bodenröder, der ein „ausgeglichenes, sehr gutes Spiel“ in einem „wie erwartet schweren Derby“ sah. „In der zweiten Hälfte haben wir zu wenig nach vorne gemacht und viele lange Bälle des Gegners zugelassen, so dass wir uns am Ende auch bei Jan Oliver bedanken können, dass wir 3:2 gewonnen haben.“ Auch Matchwinner Bakan zeigte sich „glücklich über den wichtigen Derbysieg“ und hoffte zugleich, dass „die drei Punkte“ sein Team „wieder näher an die Tabellenspitze herangebracht haben“.

Auf der Gegenseite haderte Chafchaoui vor allem mit der vergebenen Yalcin-Möglichkeit: „Ein Unentschieden wäre heute drin, sogar verdient gewesen. Eigentlich muss Cüneyt den Kopfball machen.“ Die Niederlage passe aber zur Situation, sagte Chafchaoui. Wegen der angespannten personellen Lage hätte er nichts dagegen, wenn schon jetzt Winterpause wäre.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Welche Farbe hat eine reife Banane?: 

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Sascha Ball (TSG Ober-Eschbach, rechts) kommt an Oliver Lange (HSG Goldstein/Schwanheim) nicht vorbei.
Hochtaunus
|
Handball, Bezirksoberliga

Nichts zu holen für Ober-Eschbach im Topspiel

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Der Schütze des goldenen Tores: Estefanio Brandao da Silva (rechts), hier im Zweikampf mit Sergio Both.
Königstein
|
Fußball, Kreisoberliga, Spiel der Woche

„Eiertor“ bringt Königstein nach vorn

Björn Hampl
Frankfurt
|
Erste Niederlage für Anspach, TTC OE II atmet tief durch

Tischtennis, Oberliga und Hessenliga

Rubrikenübersicht