06.11.2017 03:30 |

TSG Oberursel: Daheim gewinnt es sich am schönsten

Oberursel Die EKS-Sporthalle bleibt eine uneinnehmbare Festung für Handballmannschaften, die nicht TSG Oberursel heißen. Überraschend verlaufen die Spiele von Damen und Herren dennoch.

Schräge Wurfauslage, viel Präzision: Viktoria Heilmann verwandelt sieben Strafwürfe für die TSGO.
Schräge Wurfauslage, viel Präzision: Viktoria Heilmann verwandelt sieben Strafwürfe für die TSGO. Bild: Heiko Rhode (Heiko Rhode)

Wie das so ist mit Erwartungen, kommen die Dinge häufig anders, als man denkt. Diese Erfahrung machten Zuschauer und Aktive am Doppelspieltag der TSG Oberursel. Vor den Spielen schien eindeutig: kein Problem für das verlustpunktfreie Frauenteam in der Oberliga gegen die HSG Sulzbach/Leidersbach (0:10), schwierige Aufgabe für die Männer in der Landesliga gegen den TV Petterweil. Am Ende konnten die Gastgeber mit den rund 150 Zuschauern, sofern sie für die TSGO mitfieberten, tatsächlich zwei Siege feiern – doch die Partien verweigerten sich hartnäckig der Erwartungshaltung.

Im ersten Spiel des Abends hatten die mit fünf Siegen gestarteten Frauen erhebliche Probleme, gegen die sieglosen Gäste ins Spiel zu kommen. Anspannung und Konzentration fehlten im Team von Trainer Paul Günther. Die Oberurselerinnen leisteten sich Fehlwürfe, selbst aus besten Positionen. In der Abwehr agierten die TSGO-Frauen viel zu passiv und ermöglichten den Gästen immer wieder freie Würfe. Torfrau Annika Steitz bekam kaum eine Hand an den Ball. Sie bekannte hinterher: „Wir wussten nicht ganz, was uns erwartet, da der Gegner den Trainer gewechselt hat. Deshalb haben wir das Spiel sehr ernst genommen. Aber wir sind einfach nicht richtig reingekommen.“ Zur Pause stand’s 14:13.

Bei den Männern entwickelte sich das Derby komplett gegensätzlich: Der erste Treffer gelang den Gästen, doch Oberursel zeigte sich hochmotiviert und zudem voll konzentriert. Nach sechs Minuten führten sie bereits mit 6:3 – Auszeit. Nach Petterweils Ausgleich zum 6:6 fingen sich die Gastgeber schnell. Der genesene Phil-Lukas Ljubic erwischte einen glänzenden Tag. Am Ende standen für ihn zehn Treffer, und für die Abwehrarbeit ernteten Ljubic und Tobias Jockel ein Extralob von Trainer Kazimir Balentovic: „Der Mittelblock war heute unser Filetstück.“ Zur Pause war fast schon alles klar (22:15).

Die zweiten Halbzeiten

Bei den Frauen parierte Steitz zum Auftakt von Hälfte zwei einen Siebenmeter von Katja Wess. Und die Gastgeberinnen kämpften sich etwas besser in die Partie. Nach zehn Minuten führte die TSGO mit vier Treffern, doch die Kontrolle über die Partie erlangte der hohe Favorit dennoch nicht. Wie schon in Durchgang eins fehlte im Abschluss die Konzentration. Und so blieb die Partie bis zum 25:23 (56.) spannend. Endstand: 29:25. „Wir brauchen in jedem Spiel 100 Prozent“, erklärte Trainer Günther, „nach dem Highlightspiel in Weiterstadt war das jetzt Einstellungssache. Die Kunst ist, sich auch für solche Spiele zu motivieren, das ist nicht die Aufgabe des Trainers. Das muss unsere junge Mannschaft lernen. Aus solchen Spielen nimmt man viel mit. Vielleicht war das ein Warnschuss zur rechten Zeit.“

Die TSGO-Männer benötigten an diesem Abend keinen Warnschuss. Oberursel agierte in allen Belangen schneller als Petterweil: gedanklich, mit den Händen und auf den Beinen. Nach 40 Minuten erzielten die Gastgeber bereits ihren 30. Treffer, in Minute 56 folgte Tor Nummer 40. Der gerade eingewechselte Linkshänder Christian Ghinea hatte ihn aus dem Rückraum erzielt und bekannte: „Das 40. Tor habe ich erst gar nicht realisiert. Aber die Kiste gebe ich gerne aus.“ Die Spielfreude gipfelte eine Minute später in Ghineas sehenswertem Anspiel hinter dem Kopf auf den bärenstarken Kreisläufer Tobias Jockel, der seinen siebten Treffer des Tages erzielte. Zum Schluss stand’s 41:31.

„Immer noch ganz klein“

Torwart Dennis Geier ärgerte sich am Ende ob der vielen Gegentore ein wenig, wirkte aber gelöst: „Damit haben wir nicht gerechnet. Erhofft hatten wir uns den Sieg, damit wir die Heimfestung halten. Petterweil ist ein Lieblingsgegner.“ Giovanni Ilestro erklärte das Erfolgsrezept: „Wir hatten gesehen, dass Petterweil langsam zurück geht und haben deshalb voll auf Tempo gesetzt mit unserer jungen Truppe. Man sieht eine Steigerung zum letzten Jahr, das Potenzial ist da.“ Trainer Kazimir Balentovic freute sich, dass auch das vierte Heimspiel gewonnen wurde. „Das war enorm wichtig, wir sind mit großem Druck in dieses Spiel gegangen. Wir spielen immer noch gegen den Abstieg und sind immer noch ganz klein. Aber der Sieg war absolut verdient, und das genießen wir jetzt. Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt schon mal so deutlich gegen Petterweil gewonnen haben.“ Und dann fügte der Trainer noch einen Satz hinzu: „Ab Dienstag konzentrieren wir uns dann auf das Spiel in Dotzheim, das wird ein ganz anderes Spiel.“ Damit wollte der erfahrene Trainer auch zu hohen Erwartungen nach diesem überzeugenden Sieg vorbeugen – er hatte ja an diesem Tag gesehen, was das bewirken kann.

TSGO-Frauen: Steitz, Petri; Heilmann (9/7), Okrusch (6), Sellner, Okrusch (je 4), Oierags (3), Kürten (2), Lindner (1), Schreiber, Cutura, Frölich, Buße, Budnik, Hulin, Müller.

TSGO-Männer: Geier, Friedl; Ljubic (10), Jockel (7), Ilestro, Walz (je 6), Avemann (4), Heid (4/3), Hitzel, Ghinea, Weber, Issa (je 1), Juli, Brühl.

 

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