Derby, Kreisoberliga Hochtaunus

Der Fehlstart des Topfavoriten ist perfekt

Von GUIDO BAUM
Jubeltraube in Gelb-Schwarz: Köpperns Teutonen freuen sich über den 3:2-Coup.
Joachim Storch/FNP

Bereits im ersten Halbjahr der Vorsaison bereiteten die Köpperner Teutonen den späteren Aufsteigern DJK Bad Homburg und 1. FC-TSG Königstein teils arge Probleme. Probleme wie sie am 3. Spieltag der neuen KOL-Saison auch Topfavorit Sportfreunde Friedrichsdorf im Zwiebackstadt-Derby am eigenen Leib erfahren musste. Denn während die Schützlinge von Alexander Fievet nach dem überraschenden 3:2-Erfolg weiter ohne Punktverlust durch die Fußball-Kreisoberliga marschieren, scheinen die Sportfreunde mit bislang nur einem Zähler bereits die Talsohle erreicht zu haben, die es nun zu durchschreiten gilt.

Der Teutonia reichte am Ende, im Vergleich zu den Sportfreunden, knapp die Hälfte an Torchancen. Neben einem dichten Abwehrnetz und einer effektiveren Offensivreihe hatte vor allem auch Köpperns Schlussmann Emanuel Engel entscheidenden Anteil am Derbysieg. Der Keeper war stets zur Stelle und vereitelte Hereingaben, noch bevor diese überhaupt konkrete Gefahr erzeugen konnten. Bei Eckstößen von der linken Seite, getreten von Alexander Ujma, musste Engel zunächst gar nicht eingreifen. Der 26-Jährige, einst für die Reserve des FSV Frankfurt und Vatanspor Bad Homburg aktiv, erwischte einen schwachen Tag, trat drei von fünf Ecken innerhalb der ersten Viertelstunde halbhoch an den Rand des Fünfmeterraums, wo diese stets durch einen der vielen Köpperner Köpfe geklärt wurden.

 

Einem Geniestreich von Eugen Schiffmann und Ali Razai hatten die Gäste dann die Führung zu verdanken, die letztlich aber wieder keine Sicherheit brachte. Nach 18 Minuten behauptete Schiffmann den Ball, legte perfekt auf Razai ab, welcher aus rund 20 Metern in „Sonntagsschuss-Manier“ und für Engel unhaltbar in den rechten oberen Winkel traf. Nur zwölf Minuten später verlor Linksverteidiger Ujma leichtfertig in der gegnerischen Hälfte den Ball. Er sorgte so für die perfekte Umschaltsituation, die Roberto Dos Santos nach zusätzlichem Lapsus von Sportfreunde-Keeper Enver Osmanovic zum 1:1-Pausenstand veredelte.

Nach dem Seitenwechsel bot sich den rund 120 Zuschauern ein ähnliches Bild. Zusammenfassend beschrieb Schlussmann Engel nach dem Abpfiff, dass die Sportfreunde das Spiel zwar „ballbesitzmäßig dominiert“ hätten, aber vor allem in Hälfte zwei nicht mehr so wirklich Torgefahr entstanden sei. Ob Letztgenanntes der Schmälerung der eigenen Leistung dienen sollte, sei dahingestellt. Denn auch in Durchgang zwei kamen die Sportfreunde zu fast doppelt so vielen Abschlüssen im Vergleich zur Heimelf.

Engel und seine Teamkollegen durften jubeln, als eine erneute Umschaltsituation, dieses Mal abgeschlossen durch Christian Franz (62.), das Spiel auf den Kopf stellte. Als Engel dann einen Ujma-Freistoß entschärfte, setzte der eingewechselte Sportfreunde-Kapitän René Krieg nach und bugsierte den Ball mittels Bogenlampe zum 2:2 über die Linie (68.). Dann parierte Köpperns Nummer eins stark gegen Deniz Pekgüzelyigit und hatte nach der darauffolgenden Ecke auch das Glück des Tüchtigen, als Ulrich Strenkert den Pfosten traf (70.).

Nachdem auch Muhamet Aliaj per Kopf aus der Nahdistanz an Engel gescheitert war (78.), setzte die Fievet-Elf den nächsten Nadelstich. Matthias Wohlgefahrt machte die Überraschung zum 3:2 perfekt (83.), auch weil im Anschluss erneut Aliaj an Engel (85.) scheiterte und Strenkert das Glück fehlte (90. + 3).

„Einfach nur geil“

„Es ist einfach nur geil, gegen ein Team mit Gruppenliga-Ambitionen zu gewinnen. Zumal wir uns sechs Wochen auf dieses Derby vorbereitet haben“, bejubelte Keeper Engel den Erfolg. Bodenständig ließ er folgen, dass es sich aktuell „um eine schöne Momentaufnahme“ handele und bevor man nach Höherem greife, „weiter leise und vorsichtig“ bleibe.

GUIDO BAUM