09.11.2017 03:30 |

Fußball: Der Mann der Tore und Torten

Kirdorf Heute steht im „Entweder-Oder“ ein junger Angreifer der Taunus Zeitung Rede und Antwort, der beruflich regelmäßig früh raus muss, beim Fußball hin und wieder spät reinkommt, manchmal sogar den Sportplatz nicht findet, aber am Ende doch zumindest weiß, wo das Tor steht: David Eiding von der SGK Bad Homburg II.

Nach den drei Toren beim 5:2-Sieg gegen die DJK scheint sich David Eiding (SGK II) jetzt wieder ein höheres Ziel zu setzen – erneut einen Viererpack wie bereits beim 4:1 gegen den FC Neu-Anspach III.
Nach den drei Toren beim 5:2-Sieg gegen die DJK scheint sich David Eiding (SGK II) jetzt wieder ein höheres Ziel zu setzen – erneut einen Viererpack wie bereits beim 4:1 gegen den FC Neu-Anspach III. Bild: Gerhard Strohmann

Bereits vor der Saison gab Vladimir Todorovic seinen Jungs aus der „Zweiten“ vom SGK Bad Homburg ein Versprechen. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich sie zu einem gemeinsamen Abendessen einladen werde, wenn wir mal drei Spiele in Folge gewinnen“, verrät der Coach. Nach Erfolgen über Oberstedten und Neu-Anspach war sein Team daher besonders motiviert vor dem Derby gegen Nachbar DJK Bad Homburg II. Doch Stürmer David Eiding setzte dann noch einen drauf und stellte Kuchen aus der renommierten Familienkonditorei in der Bad Homburger Altstadt in Aussicht. Das Ergebnis ist bekannt: Das Spiel gegen den Lokalrivalen wurde mit 5:2 gewonnen, Eiding selbst trug drei Treffer zum Sieg bei. Der gestrige Abend im Kirdorfer Restaurant Victoria ging daher auf die Rechnung des Trainers, morgen liefert Eiding zum Training dann die versprochenen Backwaren.

Seit 2014 steil bergauf

Auch aufgrund dieses großen Zusammenhaltes untereinander bleibt Eiding momentan lieber in Diensten der „Zweiten“, auch wenn er das Zeug für die 1. Mannschaft hat. „Als ich vor drei Jahren als Trainer angefangen habe“, erinnert sich Todorovic, „da hatte David eigentlich keine große Lust auf Fußball.“ Seitdem habe der 23-Jährige allerdings eine tolle Entwicklung gemacht. Anfänglich musste er noch auf den Flügel ausweichen, da der Platz im Sturmzentrum an Routinier Patrizio Maglio vergeben war. Nach dessen Abgang ist Eiding mittlerweile vorne gesetzt – auch wenn er Joker-Qualitäten besitzt.

Die Sache mit dem Navi

„Immer, wenn er von der Bank kommt, dann trifft er auch“, lobt Todorovic. So auch vor zwei Jahren gegen Ober-Erlenbach, als er gezwungenermaßen auf der Bank Platz nahm. David Eiding kam zu spät zum Treffpunkt, da er den Wingert nicht fand. „Er ist der Einzige, der im Zeitalter der Navis einen Sportplatz direkt vor der Haustür nicht findet“, schmunzelt Todorovic. „Das war mir schon superpeinlich“, gesteht Eiding selbst, „ich hätte vielleicht lieber sagen sollen, dass ich verschlafen habe.“ Am Ende traf er nach seiner Einwechslung übrigens zum 3:2, später stieg die SGK-Reserve in die A-Liga auf.

Beruflich muss er dagegen meist früh am Morgen raus: David Eiding absolviert gerade eine Konditor-Lehre. Im Gespräch teilt er sein Wissen, was Tore und Torten angeht.

Herr Eiding, wer ist der bessere Stürmer – David Eiding oder Patrizio Maglio?

DAVID EIDING: Sein Name fällt in unserem Umfeld immer mal wieder, auch zuletzt, als es bei uns mal nicht so lief. Mich stört das nicht. Ich habe mir damals viel von ihm abschauen können, gerade in Sachen Abschluss. Wer der bessere Stürmer ist, sollen andere beurteilen. Ich weiß nur, dass wir uns im Aufstiegsjahr gegenseitig gut geholfen haben.

Damals mussten Sie noch auf den Flügel ausweichen. Spielen sie lieber Rechtsaußen oder doch eher im Zentrum?

EIDING: Ich glaube, im Sturmzentrum bin ich besser aufgehoben, obwohl ich mich dann auch immer mal wieder auf die Flügel bewege. Allerdings liegt mir die Rückwärtsbewegung nicht so wirklich. Einer meiner vorherigen Trainer hat mal gesagt, dass es für mich immer bergauf geht, wenn ich nach hinten muss. Ein guter Spruch und es stimmt: Da muss ich noch besser werden.

Mal rein theoretisch: Lieber 90 Minuten auf dem Feld und drei Tore zu einem 3:3 beisteuern oder zehn Minuten vor Schluss eingewechselt werden und das Siegtor schießen?

EIDING: Gute Frage. Hatte ich beides schon. Gegen Neu-Anspach habe ich mir beispielsweise eine leichte Gehirnerschütterung geholt, bin dann raus. Draußen hatte ich dann aber das Gefühl, dass da noch was geht. Als ich wieder reinkam, habe ich drei Tore gemacht. Ich glaube nicht, dass die gefallen wären, wenn ich die vollen 90 Minuten gespielt hätte. Am liebsten möchte ich natürlich immer spielen, aber am wichtigsten ist das Ergebnis der Mannschaft.

Ihr Trainer hat verraten, dass sie Fan des spanischen Fußballs sind. Drücken Sie eher Real Madrid oder doch dem FC Barcelona die Daumen?

EIDING: Da muss ich nicht überlegen – ganz klar Real. Das ist der beste Club der Welt. Als Kind habe ich im Familienurlaub mein erstes Fußballtrikot bekommen. Es war ein Trikot von Zidane. Seitdem sammele ich Real-Trikots und bin Fan der Mannschaft.

Als angehender Konditor: Lieber Marmorkuchen oder doch Streusel?

EIDING: Ehrlich gesagt, esse ich gar nicht mal so viel Kuchen. Das kommt wohl daher, dass ich quasi in der Backstube aufgewachsen bin. Wenn ich aber auf einem Geburtstag die Wahl habe, dann lieber Marmor.

Und abschließend die wichtigste Frage, an der sich schon seit Generationen die Geister scheiden: die Laugenbretzel mit oder ohne Salz?

EIDING: Also, für mich immer ’mit’. Ich sehe allerdings sehr, sehr oft, wie Kunden das Salz runterkratzen. Verstehen kann ich das aber nicht. Ein bisschen Salz gehört dazu.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie lautet der letzte Buchstabe im Alphabet?: 

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Zwei lustige Vögel: Momentan büffeln Vartan Akkus (l.) und Vladimir Todorovic für die B-Lizenz, bald werden sie auf dem Sportplatz zu Gegnern.
Hochtaunus
|
Trainer Akkus und Todorovic

Ein seltsames Paar

Rubrikenübersicht