11.11.2017 03:30 |

Fußball: Der Torjäger im Schatten des „Taunusdoms“

Bad Homburg Rank und schlank bis auf den heutigen Tag: Richard Müller hat sich seine drahtige Figur bewahrt. Nächsten Freitag wird der langjährige DJK-Torjäger 70.

Blitzschnell die Situation erfasst, abgezogen und getroffen: Richard Müller als Torschütze der DJK.
Blitzschnell die Situation erfasst, abgezogen und getroffen: Richard Müller als Torschütze der DJK.

Die Kirdorfer St.-Johannes-Kirche, wegen ihrer imposanten Erscheinung auch scherzhaft „Taunusdom“ genannt, hat schon immer das Bild des Bad Homburger Stadtteils geprägt. Mit einem der beiden dortigen Traditionsvereine, der DJK Bad Homburg, besteht eine besonders enge Verbindung. Die DJK (Deutsche Jugendkraft) ist eine Organisation, die 1920 von der katholischen Kirche gegründet wurde.

Einer der bekanntesten Fußballer dort war und ist Richard Müller, der am kommenden Freitag runde 70 Jahre alt wird und sein Leben lang sowohl dem Verein DJK wie auch der Kirchengemeinde St. Johannes im besten Sinn des Wortes „gedient“ hat. Müller, verheiratet, hat Sohn und Tochter und inzwischen vier Enkel. Seit 40 Jahren ist er Inhaber eines Fliesengeschäftes.

Auch im Luftkampf bewies Richard Müller (re.) Durchsetzungsvermögen.
Auch im Luftkampf bewies Richard Müller (re.) Durchsetzungsvermögen.

Müller war ein Torjäger, wie er im Buche steht: mit hohem Einsatz wie sein Vorbild Uwe Seeler, dem Torinstinkt seines Namensvetters Gerd Müller, der Beweglichkeit und Laufbereitschaft eines Miro Klose.

Er erinnert sich an seine aktive Zeit in den 60er- und 70er-Jahren gern zurück: „Alle aus unserer Mannschaft lebten und wohnten im Schatten der Kirchtürme der St.-Johannes-Kirche. Wenn mal Mitspieler dabei waren aus der Kronberger oder der Friedrich-Rollé-Straße, so waren das schon Exoten.“

Richard Müller
Richard Müller

Mit der A-Jugend Meister geworden noch vor dem großen Stadtrivalen SpVgg 05, wechselte Müller 1965 mit den meisten seiner Kameraden zu den Senioren hinauf. Gleich in der ersten Saison wurde er mit 37 Treffern Torschützenkönig. „Fünfzig Prozent davon mit dem Kopf“, weiß er noch heute, und „ich hatte immer ein Spezialtraining am sogenannten Galgen absolviert, das hat meine Sprungkraft erheblich gefördert.“

Vielleicht hat er sich deshalb so auf das Kopfballspiel konzentriert, weil seine Beine und Füße besonderen Belastungen ausgesetzt waren.

Aber nicht nur als Sturmtank mit hohem Körpereinsatz, auch als Fliesenleger (er machte 1972 seinen Meister) waren diese Körperteile stark strapaziert. So blieben Verletzungen und Schäden an Bändern, Meniskus und Rücken nicht aus. Nach der A-Klassen-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksliga 1975/76 hörte Müller als Fußballer auf – nach mehr als 500 Spielen für seine DJK. Er ist rank und schlank geblieben und hält sich mit Tennis und Golf fit.

Seinem Verein ist er immer treu geblieben. Als Vorsitzender des Fördervereins der DJK will er, wie er sagt, „etwas zurückgeben, denn der Verein hat mir jahrzehntelang viel gegeben“. Und nicht nur dem Sportverein, auch den örtlichen kirchlichen Organisationen gibt er viel zurück: „Mein Vater ist gestorben, als ich gerade mal zwölf war. In der Kirdorfer Kolpingfamilie hatte ich durch ältere Mitglieder viel Unterstützung erfahren. Da gab es viele Vorbilder, die mein Leben geprägt haben.“

Er praktizierte diese Einstellung selbst und bildete jahrzehntelang Azubis aus, darunter „viele Problemfälle, die mir von Schulen angetragen wurden und woanders keine Chance bekamen. Bei mir sind alle was geworden.“ Müller war auch der letzte Verwaltungsrat-Vorsitzende in der Gemeinde St. Johannes und ist nach der Fusion mit anderen Gemeinden für alle Bausachen im Kirchenbereich zuständig. Sicher genau der Richtige dafür – mit seinem Sachverstand, Teamgeist und sozialer Einstellung.

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