07.11.2017 03:00 | Thorsten Remsperger

Döll begrüßt Hölzinger: „Da geht noch was“

Ober-Eschbach Der neue Mann auf der Kommandobrücke der „Pirates“ ist eine interne Lösung. Holger Hölzinger bringt schon viel Erfahrung als Handballtrainer mit.

Ein Händedruck zum Amtsantritt: Manager Gerhard Döll (links), zuletzt Interimstrainer der „Pirates“, begrüßt Holger Hölzinger.
Ein Händedruck zum Amtsantritt: Manager Gerhard Döll (links), zuletzt Interimstrainer der „Pirates“, begrüßt Holger Hölzinger. Bild: Marcel Lorenz

Wenn Gerhard Döll darauf angesprochen werden würde, er könnte wahrscheinlich gar nicht sagen, was jetzt die größere Leistung war. Als Interimstrainer dafür zu sorgen, dass seine FSG Ober-Eschbach/Vortaunus in der 3. Liga Ost wieder die Kurve gekriegt hat. Das gelang dem eigentlichen Manager des Teams mit drei Siegen in vier Spielen. Oder dass er es geschafft hat, den Spielerinnen nicht vorab den Namen des neuen Trainers zu verraten. „Frauen geben nie auf, sie wollen alles wissen.“ Seit gestern Abend kann der 70-Jährige dem endlich nachgeben: Holger Hölzinger übernimmt die Geschicke bei den „Pirates“.

Schon von Weitem war bei der Pressekonferenz im Wirtschaftsraum der Albin-Göhring-Halle klar, wie die Rollen nun verteilt sind. Döll empfing die Pressevertreter im schwarzen Anzug und weißen Hemd, ganz der Manager. Hölzinger, 46 Jahre alt, schon lange im Handballgeschäft, trug den blauen Trainingsanzug der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus mit dem Slogan „Gemeinsam stark“. Den hat er nicht erst seit gestern. Hölzinger ist Nachwuchstrainer beim Ober-Eschbacher Kooperationspartner WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt, wird auch weiterhin die C-Jugend in der Oberliga betreuen.
 

Bei der späteren Vorstellungsrunde mit der Mannschaft könnte es sein, dass er der ein oder anderen Spielerin bekannt vorkam. Vielleicht hatten es manche ja doch geahnt, obwohl Döll dichthielt bis zuletzt. Hölzinger hatte sich in drei Heimspielen der „Pirates“, wie er sagte, unter die Zuschauer gemischt. Alles andere als eine Notlösung sei der Trainer aus Flieden, der einen pädagogischen Ansatz verfolge (siehe auch kleiner Text links), wie Döll verkündete. Bereits vor der Saison habe man sich unterhalten, sei aber nicht zusammengekommen. Zeitlich sei ein Engagement da noch nicht zu realisieren gewesen, schickte Döll auf Nachfrage eine Erklärung hinterher.

Der Manager entschied sich für Slobodan Jankovic, der genau einen Saisonsieg, ein Unentschieden und zwei Niederlagen später schon nicht mehr im Amt war. Ebenso wie es inzwischen Eckhard Weber nicht mehr ist. Der Assistenztrainer hatte 2012 als Chefcoach mit Ober-Eschbachs Handballerinnen den Aufstieg in die 2. Liga geschafft und war an der Seite von Jankovic zurückgekehrt – aber ohnehin nur sporadisch vor Ort gewesen, da Weber einen langen Anfahrtsweg gehabt habe, fügte Döll an. Er ließ durchblicken, dass die zweite Trennung eben die Konsequenz auf Jankovics Rauswurf war.

Das Pulverfass

Jetzt also Holger Hölzinger. „Eine knifflige Aufgabe auf der Trainerposition“ übernehme er. „Und das hat nix mit mir zu tun“, sagte Döll. Das Andocken an die erfolgreiche Jugendarbeit der WJSG sei bei genauerem Hinsehen ein Pulverfass. Denn die eigenen Talente befänden sich im Spannungsfeld 3. Liga, A-Jugend-Bundesliga und U 23-Team, das in der Landesliga spielt. Döll meint, die Arbeit mit den Talenten sei ein Spagat aus Aufbau, Integration und Verheizen.

Hölzinger nannte als eines seiner Ziele wiederum die „Heranführung der Jungen“, im gleichen Atemzug mit der „Weiterentwicklung des Kaders“. Erst dann sprach der Trainer davon, einen guten Mittelfeldplatz erreichen zu wollen.

Entscheidung im Winter

Da hielt sich Döll noch zurück. Auf Nachfrage ergänzte er später aber gerne: „Wir sind im Umkreis die ranghöchste Mannschaft in den Kernsportarten Fußball und Handball. Dem wollen wir auch gerecht werden. Jetzt sind wir Tabellenfünfter – da geht noch was.“

Ob es mit dem ganzen Kooperationsprojekt weiterginge, entscheide sich indes im Dezember. So sei es von vorneherein vereinbart gewesen, sagte Döll. „Wir befinden uns in der Warm-up-Runde.“

So ähnlich wird es jetzt auch mit Holger Hölzinger und seinem neuen Team laufen. Das nächste Heimspiel ist erst am 26. November gegen den Tabellenletzten HSG Plesse/Hardenberg. Einen Tipp gab ihm sein Vorgänger gerne mit auf den Weg. Frauen müssten überzeugt werden. „Dann gehen sie mit dir durch dick und dünn.“

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Aus wie vielen Bundesländern besteht Deutschland?: 

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Zwei lustige Vögel: Momentan büffeln Vartan Akkus (l.) und Vladimir Todorovic für die B-Lizenz, bald werden sie auf dem Sportplatz zu Gegnern.
Hochtaunus
|
Trainer Akkus und Todorovic

Ein seltsames Paar

Weitere Artikel aus Hochtaunus

Immer positiv gestimmt: Jan Germann.
Bad Homburg
|
Benefizaktion am Mittwoch in Bad Homburg

Ein Spiel für Jan

TuS Merzhausens Fußballer Stefan Hickl versteht nach seiner Roten Karte am Wochenende die Welt nicht mehr. Archivfoto: Rhode
Hochtaunus
|
Fußball, Gruppenliga Frankfurt West

Merzhausens gespaltenes Verhältnis zu den Schiedsrichtern

Rubrikenübersicht