Inlinehockey

Wild Hogs Friedrichsdorf: Ein angriffslustiges Rudel

Von Stefan Fritschi
Die Hessenmeister 2018 der Wild Hogs: Valentin Nickolai, Dennis Tambosi, Ferdinand Ziese, Yannik Fuss, Lennart Jacobi, Max Hambückers, Benedikt Klose (oben v. links), Benjamin Dorn, Alexander Thielmann, Moritz Krause (unten v. links) sowie Kai Meiburg, Michael Wator, André Groeber, Felix Linden, Marc Hause und Vincent Szabo.
FNP

Vor diesen Wildschweinen sollte man sich in Acht nehmen. Nicht, dass sie den liebe- und mühevoll gestalteten Garten weidlich umwühlen. Die Wild Hogs aus dem Taunus haben sich vielmehr darauf spezialisiert, die Belastbarkeit von Netzen auszureizen. In diesem Jahr klappte dies ganz gut: In zwölf Spielen trafen die Friedrichsdorfer 77 Mal ins Tor. Da konnte kein Gegner mithalten. Verdienter Lohn: Mit elf Siegen und nur einer Niederlage holten sie sich den Titel in der Regionalliga Hessen. „Nach einem etwas holprigen Start in die Saison sind wir richtig gut durchgestartet“, sagte Inlinehockey-Spieler Moritz Krause stolz, als der Pokal in den Klauen der Wild Hogs war.

Am letzten Spieltag mussten die Friedrichsdorfer allerdings bangen. Sie waren spielfrei und auf einen Ausrutscher der TG Hanau Lobster angewiesen, gegen die es die einzige Saisonniederlage gab (1:2). Und tatsächlich, die „Hummer“ patzten sogar zweimal. Somit hatte Friedrichsdorf in der Endabrechnung mit 31 von 33 möglichen Punkten drei mehr auf dem Konto als Hanau. Abgeschlagen waren die restlichen Teams mit SG Baunatal/Kaufungen (20), REC Gießen Ducks (15), Crusaders Kronberg (12) sowie Mainprimaten Frankfurt und Vikings Wiesbaden (je 10).

Der Erfolg der Friedrichsdorfer ist umso höher einzustufen, da sie im Gegensatz zu allen anderen kein Heimturnier ausrichten konnten und nach Niddatal-Assenheim ausweichen mussten. Doch im nächsten Jahr ist es endlich so weit, dann wird auf der neuen und eigenen Rollsportanlage am Friedrichsdorfer Sportpark gespielt.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir die Saison 2018 nicht auf unserer eigenen Spielstätte durchführen konnten. Aber mit dem Gewinn der Meisterschaft ist die Vorfreude umso größer, endlich Heimspiele in Friedrichsdorf austragen zu können“, sagt Spielertrainer Valentin Nickolai. Mit dem Aufstieg in die Landesliga steigen freilich auch die Herausforderungen.

Seit 2008 wird bei der TSG Friedrichsdorf diese Sportart, die dem Eishockey ähnelt, betrieben. In der Philipp-Reis-Schule werden Workshops angeboten. Seit 2014 treten die Inlinehockey-Cracks als Taunus Wild Hogs auf – stets als kleines, angriffsfreudiges Rudel. „Für mich war vor allem der Zusammenhalt innerhalb des Teams bemerkenswert. Seit der ersten Sekunde waren wir auf sowie neben dem Feld eine echte Einheit. Das hat für jedes Spiel Kraft und Motivation gegeben“, sagt Kapitän Benedikt Klose. In Kai Meiburg kommt ein Wild Hog sogar vom Niederrhein in den Taunus. Er lebt in Köln und spielt in Neuss Eishockey.

Stefan Fritschi