Germania Schwanheim: Zwei Punkte verschenkt

Von Alexander Wolf
Er sorgte für die zwischenzeitliche 3:1-Führung der Schwanheimer: Yassine Maingad (links, gegen den Bauerbacher Milos Milosevic).
Marcel Lorenz/FNP

„Das ist eine absolute Frechheit und nicht akzeptabel“, schimpfte Tomas Pelayo, nachdem seine Mannschaft auf dem Kunstrasenplatz an der Schwanheimer Bahnstraße zwei Punkte verschenkt hatte. Ohne Karim Kuac, Serkan Karabas und Ivan Samardzic musste der Trainer seine Abwehrkette umbauen, konnte aber auf Stefan Enders, Jonathan Mies und Jan Koch zählen.

„Es lag nicht an diesen Umstellungen, sondern eher daran, dass wir ohne Not unruhig und hektisch wurden“, analysierte Pelayo die unnötige erste Punkteteilung der Saison. Auf den frühen Rückstand in der sechsten Minute, als die Hausherren einen langen Ball nicht gut verteidigten, reagierten sie stark. Ahmed Gök riss das Ruder mit einer Einzelleistung herum. Er ließ nicht nur die komplette gegnerische Innenverteidigung, sondern auch den Torwart aussteigen und traf zum 1:1 (32.). Dem Ausgleich ließ Startelf-Rückkehrer Enders nach Zuspiel von Yassine Maingad noch die Führung folgen. „Das 2:1 ist in der 45. Minute eigentlich zum psychologisch richtigen Zeitpunkt gefallen“, meinte der Trainer, „trotzdem konnten wir zu wenig Kapital daraus schlagen“.

Schwanheim war zwar auch in den zweiten 45 Minuten dominant und erhöhte durch Maingad in der 50. Minute sogar auf 3:1, „Ruhe kam aber leider trotzdem nicht in unser Spiel“ (Pelayo). Die offensiv starken Gäste setzten die Schwanheimer unter Druck und zwangen sie zu Fehlern. Nach einer guten Stunde stand es plötzlich nur noch 3:2 aus Germania-Sicht. „Spätestens als Fabi Pfeifer das 4:2 macht, musst du das Ding nach Hause spielen“, ärgerte sich Pelayo über die Nachlässigkeiten. Auf das 3:4 in der 82. Minute hätte Bahri Eyüp nach Vorlage von Gök noch antworten können, er zielte in der 83. Minute aber zu hoch. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kassierte das Pelayo-Team in der 86. Minute noch das 4:4. „Davor wurde uns ein Handelfmeter verweigert. Daran lag es aber nicht. Solch eine Leistung ist nicht länger hinnehmbar“, kündigte Schwanheims Übungsleiter Konsequenzen an.

Wenn am Mittwoch beim VfB Marburg einige Urlauber und Verletzte wieder zurückkehren, könnte er seine Elf an den richtigen Stellen verändern. „Wir haben ein junges und talentiertes Team, aber einfach noch zu viele Spieler drin, die zu jugendlich und nicht abgeklärt genug spielen“, legte Pelayo den Finger in die Wunde.

Schwanheim: Stilger – Enders, Terzic, Mies, Koch – Schlee (75. Uth), Mitsiou, Pfeifer, Maingad (70. Zalla) – Eyüp (80. Baltes) – Gök. Tore: 0:1 Brehm (6.), 1:1 Gök (32.), 2:1 Enders (45.), 3:1 Maingad (50.), 3:2, 4:3 Freese (61., 82.), 4:2 Pfeifer (62.), 4:4 Eigentor Mies (86.).

(awo)

Alexander Wolf