04.11.2017 03:30 |

Fußball: Von der Energie zehren sie heute noch

Rüsselsheim Wenn am Sonntag im Rüsselsheimer Derby der SV Dersim und der VfR erstmals in einer Partie der Fußball-Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau gegenüberstehen, werden Oktay Bulut (Dersim) und Abdelaziz El Fanoui (VfR) gewiss an ihre gemeinsame Vergangenheit zurückdenken.

Hier noch Seite an Seite im Trikot des ehemaligen Erstligisten FC Energie Cottbus, dem aktuellen, ganz überlegenen Regionalliga-Nordost-Spitzenreiter: Morgen Nachmittag werden sich Abdelaziz El Fanoui (li./VfR) und Oktay Bulut (Dersim) im Rüsselsheimer KOL-Derby gegenüberstehen.
Hier noch Seite an Seite im Trikot des ehemaligen Erstligisten FC Energie Cottbus, dem aktuellen, ganz überlegenen Regionalliga-Nordost-Spitzenreiter: Morgen Nachmittag werden sich Abdelaziz El Fanoui (li./VfR) und Oktay Bulut (Dersim) im Rüsselsheimer KOL-Derby gegenüberstehen.

Es war im Sommer 2005: Oktay Bulut und Abdelaziz El Fanoui wechselten zu den A-Junioren des damaligen Zweitligisten FC Energie Cottbus. „Der Wechsel hat uns auf alle Fälle weitergebracht“, bestätigen beide auch heute noch. Bulut berichtet, ihn habe es vor allem mental beflügelt, sich in einem Kader von 30 Spielern in der Bundesliga durchzusetzen. Wie der inzwischen 29-jährige Bulut, so bestätigt auch der ein Jahr ältere El Fanoui, dass es schon eine Umstellung war, tagtäglich zweimal zu trainieren: „Dadurch haben wir uns sportlich enorm weiterentwickelt.“

Von jenen gemeinsamen Erfahrungen beim FC Energie haben beide Spieler auch in den kommenden Jahren noch profitiert. Während Oktay Bulut während seiner Zeit in der Lausitz das Abitur an der Eliteschule in Cottbus machte, hatte Aziz El Fanoui bei seinem Wechsel eine Lehrstelle als Bürokaufmann angetreten: „Durch meine Ausbildung konnte ich nicht immer am A-Jugendtraining teilnehmen, so dass ich am Abend bei der 2. Mannschaft trainiert habe, die damals in der Regionalliga spielte.“

WM-Auslosung „live“

Bulut und El Fanoui hatten durchaus schwierige Tage und Wochen zu meistern, vor allem in der Anfangszeit. Schließlich habe es im Kader der Cottbuser A-Junioren zunächst Vorbehalte gegenüber den beiden Youngstern aus Hessen gegeben. „Wir wurden aber von den Trainern und Verantwortlichen immer unterstützt“, kann sich Bulut gut erinnern. Beide waren bereits vor ihrer Zeit in Cottbus befreundet, was sich dann im Osten noch verstärkte: „Wir waren ja jeden Tag zusammen unterwegs.“ Unvergessen bleibt für Bulut und El Fanoui der 9. Dezember 2005. Da schauten sie gemeinsam im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz bei der Auslosung zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu.

Während Oktay Bulut zwei Jahre in der A-Jugend von Cottbus spielte, zog es El Fanoui nach eineinhalb Jahren wieder zurück nach Rüsselsheim, um seine Ausbildung in der Opelstadt zu beenden. Für Bulut war die Zeit in der Lausitz ein halbes Jahr später beendet, obwohl ihm die Verantwortlichen einen Vertrag für die 2. Mannschaft des FC Energie angeboten hatten. Zum Team der damaligen A-Jugend gehörten unter anderem Daniel Frahm (ehemals RB Leipzig) und Torhüter Martin Männel vom aktuellen Zweitligisten FC Erzgebirge Aue. Mit Frahm hatte Aziz El Fanoui in einer Wohngemeinschaft gewohnt, während Bulut im Sportinternat wohnte und in der Schule unter anderem mit dem Turner Patrick Boy zusammen war.

Zurück in die Gegenwart. El Fanoui spielt seit dem vergangenen Jahr für den VfR Rüsselsheim, nachdem er zuvor in der Hessenliga für Kickers Offenbach und TSG Wörsdorf am Ball gewesen war. Unter Trainer Tomas Oral stand er auch im Zweitliga-Kader des FSV Frankfurt. Nach einem Mittelfußbruch bekam er dann allerdings unter Oral-Nachfolger Hans-Jürgen Boysen keine Chance mehr.

Masters in Los Angeles

Oktay Bulut war im Anschluss in der Hessenliga für Kickers Offenbach im Einsatz, ehe er im Juli 2011 an die Azusa Pacific University in Los Angeles wechselte und 2016 seinen Masters-Abschluss im Finanzwesen machte. Während sich Bulut im Anschluss an die laufende Saison durchaus vorstellen kann, noch einmal höherklassig zu spielen, haben sich die Prioritäten für Aziz El Fanoui grundlegend verändert. Vor dreieinhalb Jahren in den Hafen der Ehe eingelaufen, ist er vor 20 Monaten Vater eines Sohnemannes geworden. In Frankfurt ist er seit nunmehr vier Jahren als Fahrer von S- und U-Bahnen beruflich tätig. Bulut ist derweil als Corporate Innovator bei einer Frankfurter Bank beschäftigt.

Die weiteren KOL-Spiele am Wochenende: VfB Ginsheim II – Spvgg. Seeheim-Jugenheim, SKV RW Darmstadt – TSG Wixhausen, SV Hahn – FC Türk Gücü Rüsselsheim, Concordia Gernsheim – 1. FCA 04 Darmstadt, VfR Groß-Gerau – SG Modau.

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