07.11.2017 03:00 | Michael Löffler

DEL 2: Frosch macht den Unterschied

Bad Nauheim Nachsitzen müssen heute Abend die Roten Teufel. Nicht etwa wegen schlechter Leistungen. Nein, das Nachholspiel in Allgäu steht an – und vielleicht ja schon die nächsten Tore von Dusan Frosch.

Symbolbild
Symbolbild Bild: imago sportfotodienst

Dem Teufel gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Nach drei Niederlagen in Folge drohte den Roten Teufeln Bad Nauheim in der DEL 2-Partie gegen die viermal in Führung liegenden Tölzer Löwen die vierte Pleite und ein Abrutschen auf Rang zehn. Doch ein gewisser Dusan Frosch hatte etwas dagegen. Insgesamt vier Treffer erzielte der gebürtige Tscheche, den letzten und entscheidenden zum 5:4 (1:2, 3:2, 1:0)-Sieg in der 52. Minute.

Bester Flügelstürmer

Frosch begann seine Karriere im Alter von 18 Jahren in der tschechischen U 20-Liga. Bei seinem Heimatclub aus Hradec Králové (Königsgrätz) absolvierte er 2002/03 seine erste komplette Seniorenspielzeit, ehe er im Folgejahr einen Vertrag beim EHC Freiburg in der DEL unterschrieb. Dort konnte sich der damals 22-jährige aber nicht sofort durchsetzen. Er entschied sich, Spielpraxis in der 2. Bundesliga zu sammeln. Insgesamt vier Spielzeiten war Frosch Leistungsträger der Schwenninger Wild Wings, 2006 wurde er als bester Flügelstürmer der Liga ausgezeichnet, zweimal nahm er am ESBG All-Star-Spiel teil.

2008 wagte er erneut den Sprung in die DEL. Über die Straubing Tigers und Kölner Haie ging es zu den Nürnberg Ice Tigers, für die er drei Jahren auf dem Eis stand. 2013/14 landete er bei den Iserlohn Roosters, von wo aus ihn der damals neue Nauheimer Coach Petri Kujala holte. „Dusan glänzt eher als Vorbereiter. Mit den richtigen Mitspielern ist er aber in der Lage, mehr Tore zu erzielen. Bei uns wird er die Gelegenheit dazu bekommen“, sagte damals Kujala. Er lag richtig. In 125 Spielen erzielte der mittlerweile 36-jährige Rechtsaußen 45 Tore und 100 Assists. In der 126. Partie als Roter Teufel kamen nun vier Tore hinzu. „Überragend“, lobte Kujala seinen Stürmer.

Die Partie begann wie erwartet: Die Roten Teufel, bei denen auch noch Kapitän Daniel Ketter wegen Leistenprobleme ausfiel, für den der sonst in der DNL 2 verteidigende 18-jährige Garret Pruden spielte, suchten ihr Heil in der Flucht nach vorne, während die „Buam“ auf Konter lauerten. Mit diesen gingen sie viermal in Führung. Die erste glich Cody Sylvester aus, den Rest besorgte Frosch. „Die Moral hat immer gestimmt. Und im letzten Drittel haben wir dann endlich auch so gespielt, wie ich es mir vorgestellt hatte“, sptach Kujala von einem Arbeitssieg, „jeder, der nach den drei Niederlagen dachte, wir würden das Schlusslicht vom Platz fegen, irrte gewaltig. Bad Tölz verfügt über eine starke Mannschaft.“

Das mussten die Wetterauer zwei Tage zuvor bei ihrer 3:7 (2:0, 1:3, 0:4)-Niederlage beim Tabellenvorletzten Heilbronner Falken selbst bitter erfahren. Kujala: „Wir haben nach dem ersten Drittel durch Alex Trivellato und Radek Krestan 2:0 geführt. Ohne zu wissen, warum.“ Was folgte, hat dem Coach weniger gefallen. „Wir dachten wohl, es würde in der Offensive so weiter gehen. Und haben die konsequente Defensivarbeit vernachlässigt.“ Die Folge: viele leichte Scheibenverluste in der eigenen und neutralen Zone.

Zwei Ex-Nauheimer besorgten den Ausgleich: Erst traf Kevin Lavallee, dann Marcus Götz per Penalty. Dennis Reimer brachte bei seinem Debüt die Roten Teufel nochmals in Führung. „Er ist noch nicht in Topform, deutete aber schon an, dass er mit seinem gradlinigen Eishockey ein großer Gewinn für uns ist“, so Kujala über den bulligen Kraftprotz im Sturm.

Die Heilbronner haben jedoch noch einen Ex-Teufel in ihren Reihen: Kyle Helms, der sich gegen sein altes Team auch nicht lumpen ließ. Am Ende musste Förderlizenzspieler Timo Herden, der für Felix Bick zwischen den Pfosten stand, sieben Mal hinter sich greifen.

Nachholspiel im Allgäu

Während die Konkurrenz bereits im Kurzurlaub weilt, müssen die Roten Teufel heute nochmal ran. Im neuen Kaufbeurer Eisstadion steigt um 19.30 Uhr die Nachholpartie bei den punktgleichen Buron Joker. Im Kaufbeurer Team spielen die Ex-Nauheimer Charlie Sarault und Daniel Oppolzer.

Das nächste Spiel steigt nach der Länderspielpause am 17. November in Bayreuth. Zwei Tage später zu Gast im Colonel-Knight-Stadion: der heutige Gegner Kaufbeuren.

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