02.11.2017 03:00 | Wolfgang Bardong

Fußball A-Liga: Neun Pleiten in Folge: FC Rendel in Not

Karben In vier Wochen geht’s in die Winterpause. Wenn es allerdings nach dem Übungsleiter des Karbener Stadtteilvereins ginge, dann hätte es schon längst die Rundenunterbrechung gegeben. Damit seine Schützlinge regenerieren können . . .

Erst am 15. Mai steht fest, wer sich als letzte Mannschaft für die kommende Saison der Fußball-Bundesliga qualifiziert (Symbolbild).
(Symbolbild).

Kaum zu glauben, aber wahr: Das 0:4, das dem FC Rendel am Reformationstag bei der Spvgg. 08 Bad Nauheim eingeschenkt wurde, war für die Mannschaft von Trainer Alexander Jörg die neunte Pleite in Serie. Mit nur zehn Punkten aus 14 absolvierten Spielen und dem besorgniserregenden Torverhältnis von 14:40 haben die Kicker aus dem Karbener Stadtteil ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht – den vorletzten Tabellenplatz.

Für Trainer Alexander Jörg liegen die Gründe der beispiellosen Talfahrt auf der Hand: „Wir haben nicht nur außergewöhnlich viele Ausfälle – es wird sogar Woche für Woche immer schlimmer.“ Ständig sind Leistungsträger zu ersetzen, ständig muss Jörg sein Team umstellen. Standen ihm am Sonntag noch 18 Spieler zur Verfügung, brachen ihm für das Dienstagsmatch in Bad Nauheim gleich sechs weg.

Die Engpässe ziehen sich durch das gesamte Mannschaftsgefüge. Martin Graf, von Trainer Jörg als unersetzbarer Stabilisationsfaktor bezeichnet, liegt mit einem Kreuzbandriss brach. In der Offensive, wo es so arg klemmt und kein zweiter A-Ligist so selten wie die Rendeler ins Tor trifft, haben die Ausfälle von Simon Lassek und Luca Roth Lücken gerissen, die nicht zu schließen seien. Jan Markloff befindet sich in der Reha nach einem Kreuzbandriss, Daniel Hufnagel denkt nach einem Meniskus-Einriss über sein sportliches Laufbahnende nach, auch Robin Pierce (Schambeinentzündung) und Alexander Spruck (Patellasehnenblessur) können erst wieder nächstes Jahr gegen den Ball treten. Und so ließe sich die Liste von Jörgs Sorgenkindern beliebig lange fortsetzen.

Anspruch und Wirklichkeit

Dass in vier Wochen die Winterpause einsetzt, kann den Rendeler Coach nur bedingt beruhigen: „Angesichts unserer Personalprobleme hätte die Winterpause eher schon vor drei Wochen beginnen müssen.“ Da macht er sich gar nichts vor: „Vor Saisonbeginn hatten wir uns eine Platzierung im ersten Tabellendrittel ausgemalt. Jetzt kann es für uns nur noch um den Klassenerhalt gehen – um nicht mehr und um nicht weniger. So können Anspruch und Wirklichkeit manchmal ganz schön auseinanderklaffen.“

Bis zur Winterpause gilt es aus Jörgs Sicht, „möglichst hie und da zu punkten, sich irgendwie durchzuhangeln und dann für die Rückrunde den Reset-Knopf zu drücken“. Um dann womöglich wieder bessere Tage in der Kreisliga A zu erleben, hoffe er inständig darauf, dass die aktuellen Ausfälle peu à peu weniger werden. Zugleich hat sich der Verein schon jetzt zwei weitere Neuzugänge für den weiteren Rundenverlauf gesichert.

Da wäre zum einen Matteo Savoia, ein Mann fürs Defensive Mittelfeld, der zuletzt für Germania Schwanheim spielte und am Dienstag in Bad Nauheim bereits zum zweiten Mal das Rendeler Trikot überzog. Allerdings nur für 20 Minuten – dann wurde auch er vom Bannstrahl der „Verletzungshexe“ getroffen und schied mit einer muskulären Blessur aus.

Zweiter Neuzugang ist Dimitri van der Broeck, zuletzt im defensiven Mittelfeld des FC Büdesheim am Ball. Er wird allerdings erst im März 2018 für die Rendeler spielberechtigt sein.

„Gemeinsam da wieder raus“

Gedanken, irgendwann dann doch das Handtuch zu werfen angesichts der nicht enden wollenden Negativserie? Nein, kein Thema für Kämpfernatur Jörg: „Ich werfe die Flinte nicht ins Korn. Wir sind da alle zusammen in diese Negativspirale geraten – wir kommen da auch gemeinsam wieder raus.“ Jetzt heiße es einfach, am Sonntag (14.30 Uhr) beim direkten Tabellenvordermann SV Ober-Mörlen nach Möglichkeit zu punkten – „egal wie“, fügt Jörg entschlossen hinzu.

Die A-Liga-Tipps von Alexander Jörg: FC Hessen Massenheim – Spvgg. 08 Bad Nauheim (Samstag, 17 Uhr) 3:1, SV Ober-Mörlen – FC Rendel 1:2, SG Wohnbach/Berstadt – SG Melbach 2:1, KSG 1920 Groß-Karben – Germ. Ockstadt 3:3, SG Rodheim – TuS Rockenberg 3:0, Traiser FC – FC Nieder-Florstadt 3:1, FSV Dorheim – FC Olympia Fauerbach II (alle Sonntag, 14.30 Uhr) 1:1.

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