12.10.2017 03:30 |

Landfrauenverband Hessen: Ran ans Gemüse!

Friedrichsdorf Der Landfrauenverband Hessen ist der größte Frauenverband in der Region und setzt sich mit seinen Aktionen und Kursen für gute und gesunde Ernährung bei Groß und Klein ein. Verbraucher erhalten hier wichtige Informationen zum richtigen Umgang mit Nahrungsmitteln, deren Herkunft und Verwendung.

Bettina Sommerfeld (links) und Almut Wittig vom Landfrauenverband Hessen beraten in ihrer Geschäftsstelle Friedrichsdorf. Bild: Jochen Reichwein

Die „Fühlkiste“ erfreut sich auf Messen und dem Erntefest auf dem Frankfurter Roßmarkt immer wieder großer Beliebtheit. Hier gibt es die Gelegenheit, heimisches Obst und Gemüse blind zu ertasten. „Manche Leute kennen sich supergut aus, aber wir stellen immer wieder fest, dass gerade zum Beispiel die Rote Beete als Rohprodukt gar nicht mehr erkannt wird“, sagt Bettina Sommerfeld vom Landfrauenverband Hessen. „Viele kennen das Gemüse nur noch aus dem Glas.“ Der Landfrauenverband Hessen mit seinen mehr als 600 Ortsvereinen ist der größte Frauenverband in Hessen. In 40 Bezirksvereine gegliedert, sind seine rund 47 000 Mitglieder auch in der Verbraucher- und Ernährungsbildung aktiv, wie in solchen Aktionen mit der „Fühlkiste“.

Während sich bei der jährlichen Aktion auf dem Rossmarkt die Bezirksvereine Usingen, Friedberg und Frankfurt/Main-Taunus mit einem Landfrauen-Café abwechseln, gibt es daneben auch einen Erlebnis- und Informationsstand, der von Sommerfeld und den Vereinen Usingen/Hoch-Taunus und Frankfurt/Main-Taunus betreut wird.

Länger genießen

In der Aktion „Lebensmittel clever lagern, länger genießen“ auf der Erlebnismesse „Land und Genuss 2017“ informierte der Landfrauenverband Hessen darüber, wie Lebensmittel am besten frisch gehalten werden. Mithilfe einer Magnettafel durften Interessierte testen, wo welche Lebensmittel im Kühlschrank gelagert werden sollten. Auch welches Obst und Gemüse gar nicht in den Kühlschrank gehört. Denn: „Zum Beispiel für Äpfel ist der Kühlschrank oft zu frisch“, sagt Sommerfeld. Und was nur wenige wissen: „Äpfel stoßen das Reifegas Ethylen aus, daher bringen sie anderes Obst oft schneller zur Reife.“ Der Tipp: Die Äpfel in einer separaten Schale lagern.

Welches Lebensmittel ist wie lange haltbar, was mache ich, wenn ich zuviel gekocht habe, am besten mit den Resten? Solche Fragen, die Verbraucher umtreiben, werden von den Landfrauen gerne in Mitmachaktionen aufgegriffen und beantwortet.

Auf dem Hessentag 2017 waren sie unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ mit einem Erlebnisstand rund um die Kartoffel unterwegs. Hier konnte man in einem Hochbeet sehen, wie die Kartoffeln unterirdisch wachsen, es waren Erntemaschinen mit dabei und über Lagerung und Verarbeitung der Kartoffeln gab es einiges zu sehen und erleben. Der Stand wurde betreut von Landfrauen aus dem Bezirksverein Groß-Gerau.

Ziele des Frauenverbands in der Ernährungsbildung ist es, Menschen für das Thema zu sensibilisieren und Freude im Umgang mit Lebensmitteln zu übertragen, Fertigkeiten insbesondere an Kinder zu vermitteln und praktische Tipps für den Alltag zu geben. „Wir wollen praktische und greifbare Tipps geben, die einfach umgesetzt werden können und Lust darauf machen, mit dem Lebensmittel zu arbeiten und auch eine Wertschätzung des Lebensmittels zu vermitteln“, sagt Sommerfeld.

Darüber hinaus bieten die Landfrauen weitere Projekte speziell für Kinder an, mal in Zusammenarbeit mit Schulen, mal sogar im Unterricht selbst. Eines davon ist der „Ernährungsführerschein des Bundeszentrums für Ernährung“. Er richtet sich an Schüler der dritten Klassen und wir seit 2007 an Schulen durchgeführt. Im Schuljahr 2016/2017 haben 40 Schulklassen mit mehr als 750 Schülern in fünf Landkreisen in Hessen teilgenommen, darunter in der Region auch der Wetteraukreis. Ziel des „Führerscheins“ ist es, Grundlagen und praktische Ernährungstipps zu einer gesunden Ernährung zu geben. „Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, neben ausreichend Flüssigkeit und reichlich pflanzlichen Lebensmitteln, tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Eier, Käse und Milchprodukte. Sie sollten maßvoll gegessen werden“, rät dazu die Ernährungsexpertin Sommerfeld.

Vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden die Kinderkochkurse der Landfrauen gefördert.

Kinderkochkurse

Sie sind ein außerschulisches Angebot für Grundschulkinder zwischen acht und elf Jahren. „Das praktische Tun ist das Anliegen, wo und wie werden Lebensmittel produziert?“, sagt Sommerfeld. „Die Kurse werden von Landfrauen an Ort und Stelle durchgeführt, beispielsweise verknüpft mit dem Besuch einer Bäckerei.

Dann gibt es noch die „Werkstatt Ernährung“, ebenfalls vom Landwirtschaftsministerium gefördert, diese wird in der Schule als Arbeitsgemeinschaft oder im Rahmen von Projektwochen angeboten und richtet sich an Schüler der fünften und sechsten Klassen. Hier wird über ein halbes oder ganzes Jahr hinweg im Nachmittagsunterricht gekocht und zubereitet: „Auch hier stehen das praktische Tun und der Kompetenzerwerb im Vordergrund“, sagt Sommerfeld.

Wo Sie Hilfe finden

Nächte Woche stellen wir den Deutschen Hausfrauenbund vor.

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