"Greys"

Was wissen wir über Außerirdische, Herr Polte?

Von Christophe Braun
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Matthias Balk (dpa)/FNP

Herr Polte, was verstehen Sie unter Greys?
Marcel Polte: Greys sind eine Spezies nicht-menschlicher, intelligenter Wesen, die in Kontakt zu uns Menschen stehen. Die Berichte über Kontakte mit Greys reichen etwa 70 Jahre zurück.

… also etwa so lange, wie es Berichte über UFOs – also unbekannte Flugobjekte – gibt.
Polte: Genau. Zwischen beiden Phänomenen besteht ein enger Zusammenhang. Allerdings steht die Existenz von UFOs mittlerweile außer Frage. Für Greys ist der Nachweis komplizierter.

Die Existenz von UFOs ist bewiesen?
Polte: Mitte Dezember 2017 wurden umfangreiche Informationen über ein UFO-Programm des Pentagon veröffentlicht, das von 2007 bis 2012 lief. Dazu gehören auch zwei Videos aus den Cockpits von US-Kampfjets, die UFOs zeigen. Washington Post, New York Times und Politico haben ausführlich berichtet. Der damalige Leiter dieses Programms hat ganz klar gesagt: Was diese Aufnahmen zeigen, gehört weder zum Arsenal der USA noch irgendeiner anderen Streitmacht. Nun könnte es sich um irgendein noch unbekanntes natürliches Phänomen handeln. Oder um einen psychologischen Effekt. Am Wahrscheinlichsten scheint aber die extraterrestrische Hypothese, für die sich bereits vor zwanzig Jahren französische Generäle im COMETA Report aussprachen. Entsprechend erklärte auch der Pentagon-Mann, der die UFO-Erkenntnisse auf CNN vorgestellt hat: We may not be alone – wir sind möglicherweise nicht alleine.

 

Oha!
Polte: Und das ist nur die jüngste Entwicklung. Ein anderes interessantes Indiz kommt von dem Milliardär Robert Bigelow, einem Mann, der nicht nur mit seinem Vermögen jahrelang Alien-Forschungen finanziert hat. Sein Weltraumunternehmen hat auch die UFO-Forschung für das Pentagon durchgeführt. Bigelow hat erklärt, man müsse schon lange nicht mehr ins Weltall schauen, um Außerirdische zu finden – sie seien schon längst auf der Erde.

Nun sind UFOs eine Sache – außerirdisches Leben, zumal intelligentes außerirdisches Leben, ist aber eine ganz andere.
Polte: Das stimmt. Inzwischen sind aber tausende Fälle dokumentiert worden, in denen Menschen mit Greys in Kontakt gekommen sind. Seit rund 40 Jahren wird das Phänomen nun schon untersucht und dokumentiert, zum Beispiel von dem Harvard-Professor für Psychiatrie John Mack oder dem Geschichtsprofessor David Jacobs.

Warum gehen Sie davon aus, dass es sich in all diesen Fällen um dasselbe Phänomen handelt?
Polte: Die Berichte der Betroffenen ähneln einander sehr stark bis hin zu Detailbeschreibungen – und das auf der ganzen Welt. Es gibt Berichte aus den USA, aus Mittelamerika, aus Afrika und eben auch aus Deutschland. Die bekannten Muster und weitere typische Indizien wie Zeitverluste, bestimmte Spuren an den Körpern und massive Schlafstörungen zeigten sich auch bei meiner Arbeit mit Betroffenen aus Deutschland.

Wie beschreiben Zeugen die Greys?
Polte: Es scheint zwei Varianten zu geben. Die kleineren sind etwa 1,20 Meter groß und verhalten sich wie Arbeitsdrohnen. Die größeren sind meist deutlich über zwei Meter groß und werden als Anführer wahrgenommen. Allen Greys gemeinsam ist ein überdimensional großer Kopf mit großen, schwarzen, leicht schrägstehenden Augen. Eine Nase ist nur ansatzweise vorhanden, Ohren gar nicht. Der Mund wird als schmaler Strich beschrieben. Der Körper ist schmal, die Gliedmaßen lang und dünn.

Das erinnert stark an die Alien-Bilder aus der Popkultur …
Polte: Ja – und das ist kein Zufall. Diese Darstellungen beginnen mit Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ aus dem Jahr 1978. Für diesen Film hat Spielberg den Astronom Dr. J. Allen Hynek als Sachverständigen konsultiert. Dr. Hynek hat jahrelang das UFO-Untersuchungsprogramm des US-Militärs namens Project Blue Book beraten und diese Beschreibung geliefert – so ist sie von der Forschung in die Popkultur gelangt.

Und nicht umgekehrt.
Polte: Nein.

Die Greys wirken jedenfalls auffällig menschenähnlich.
Polte: Ja, das stimmt. Darüber wird viel diskutiert. Eine These ist, dass sie schon seit langer Zeit Einfluss auf die Menschheit haben – und dass sie deren Entwicklung möglicherweise ganz konkret gelenkt haben.

Sie meinen, außerirdische Wesen haben den Menschen nach ihrem Vorbild erschaffen?
Polte: Das ist zumindest eine Theorie, die im Raum steht. Verschiedene vorzeitliche Quellen deuten in diese Richtung, zum Beispiel der Schöpfungsbericht der Maya. Möglicherweise sind die Greys viel länger auf der Erde, als wir denken. Vielleicht sogar länger als wir selbst.

Sie haben tausende Berichte über Begegnungen mit Greys erwähnt. Wie laufen solche Begegnungen typischerweise ab?
Polte: Betroffene berichten zum Beispiel, dass sie nachts aufwachen und feststellen, dass sie nicht alleine sind. Neben ihrem Bett stehen eine oder mehrere große, schlanke Gestalten – Greys. Oft berichten die Betroffenen, dass sie sich nicht bewegen können. Haben sie einen Partner, ist dieser „ausgeschaltet“ – er bewegt sich nicht, reagiert nicht, liegt einfach nur da, manchmal mit offenen Augen.

Was geschieht dann?
Polte: Dann beginnt der eigentliche Vorgang – die Abduktion. Die Betroffenen werden an einen sterilen Ort gebracht, finden sich plötzlich auf einem Untersuchungstisch wieder. Dort erfolgen dann bestimmte Untersuchungen und Eingriffe. Das dauert einige Zeit – wie lange genau, können die Betroffenen meist nicht sagen. Dann werden sie zurückgebracht.

Zurück nach Hause, ins Bett?
Polte: Ja. Wobei dabei immer wieder vermeintliche Fehler passieren.

Was für Fehler?
Polte: Die Betroffenen wachen auf und liegen falschherum im Bett. Oder sie tragen ihre Kleidung falschherum – auf links. Oder in Einzelfällen sogar fremde Kleidung.

Warum sprechen Sie von vermeintlichen Fehlern?
Polte: Naja, es sind ja ziemlich plumpe Sachen – falsche Kleidung, verkehrt angezogene Kleidung oder auch körperliche Spuren. Warum sollten die Mitglieder einer intelligenten und offensichtlich hochtechnisierten Zivilisation solche Fehler begehen? Eine These lautet: Sie machen es absichtlich – weil sie ihre Anwesenheit auf Erden nach und nach offenbaren wollen. Es gibt Hinweise darauf, dass das Wissen über ihre Existenz ganz langsam in die Öffentlichkeit dringen soll.

Warum geben sie sich nicht einfach zu erkennen – landen zum Beispiel auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude?
Polte: Das ist eine gute Frage. Die Abduktionsforscher sind schon vor vielen Jahren zu dem Schluss gekommen, dass die Greys an einem Projekt arbeiten, das zunächst geheim bleiben soll.

Was für ein Projekt soll das sein?
Polte: Viele Entführungsopfer berichten, dass ihnen Eizellen entnommen wurden, oder Sperma. Frauen, die entführt wurden, berichten immer wieder, dass sie überraschend schwanger wurden – und dass diese Schwangerschaft nach drei Monaten plötzlich nicht mehr nachweisbar ist, ohne dass es etwa zu einem Abgang kam. Die Ärzte können das nicht erklären – der Fötus verschwindet quasi über Nacht. Nun berichten aber Entführungsopfer immer wieder von sterilen Räumen, in denen durchsichtige Zylinder stehen, mit Föten in einer Art Nährflüssigkeit. Und Frauen, die wiederholt entführt wurden, berichten, dass die Greys ihnen Babys gezeigt haben – Kinder, die zwar menschlich sind, aber doch ganz offensichtlich verschiedene Grey-Eigenschaften haben. Zum Beispiel übergroße, schrägstehende Augen.

Sagen Sie’s einfach.
Polte: Wir denken, dass die Greys begonnen haben, eine hybride Spezies zu züchten. Halb Mensch, halb Grey.

Warum?
Polte: Das wissen wir nicht. Interessant ist, dass die Greys sich stark für menschliche Emotionen zu interessieren scheinen; gerade solche zwischen Mutter und Kind.

Nun sagen Sie, die Greys wollen – noch – im Verborgenen bleiben. Warum tolerieren sie dann, dass ihre Aktivitäten erforscht werden, und das seit Jahrzehnten? Dass Menschen wie Sie Bücher über sie schreiben?
Polte: Da können wir nur mutmaßen. Möglich ist, wie gesagt, dass die Greys ein Interesse daran haben, dass ihre Existenz allmählich bekannt wird. Vielen Betroffenen wurde von den Greys auch gesagt, dass in ihnen unbewusst Informationen abgespeichert sind, die sie in der Zukunft benötigen werden.

Wer sich mit UFOs, Außerirdischen und Abduktion beschäftigt, wird schnell als Spinner dargestellt. Haben Sie davor keine Angst?
Polte: Man muss eben Prioritäten setzen. Ich nehme dieses Thema ernst. Ich halte es für einen lohnenden Forschungsgegenstand. Und ich kann das gegenüber Skeptikern auch rechtfertigen. Die eingangs erwähnten Veröffentlichungen zum UFO-Programm des Pentagon sind Teil einer andauernden Offenlegungskampagne und haben mich nochmal bestärkt – mittlerweile sagen auch Verantwortliche der hochtechnisiertesten Streitmacht der Welt, dass sie Phänomene beobachten, die sie als mögliche Zeichen außerirdischen Lebens deuten. Und erst Ende Juli wurde bekannt gegeben, dass nun auch ein Projekt geschaffen wurde, das sichergestelltes UFO-Material analysiert. Wenn das nicht deutlich ist, dann weiß ich auch nicht.

Marcel Poltes Buch "Greys: Weltweites Wirken und Entführungen in Deutschland" ist im Amra-Verlag erschienen.

Das Gespräch führte Christophe Braun

Christophe Braun