14.11.2017 03:30 | Dieter Sattler

Rhein-Main: „Wir müssen schneller werden“: Wirtschaft will die Metropolregion zukunftsfest machen

Frankfurt Der Region geht es gut. Ein Dialogforum von Politik und Wirtschaft will Ideen entwickeln, damit es auch in Zukunft so bleibt.

ARCHIV - Viele Menschen verlassen am 05.05.2015 eine gerade eingefahrene S-Bahn im unteren Teil vom Hauptbahnhof in Frankfurt/Main (Hessen).  Foto: Christoph Schmidt/dpa   (zu dpa "Es rumpelt im Tunnel: Verspätungen im S-Bahn-Verkehr" vom 06.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Auch der S-Bahn-Bau in der Metropolregion muss nach Auffassung der Wirtschaft schneller werden. Bild: Christoph Schmidt (dpa)

„Wir müssen einfach schneller werden“, sagt Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und verweist auf das Beispiel S-Bahn-Bau. Es gebe keine S-Bahn-Strecke in der Region, die von der Planung bis zur Verwirklichung nicht mindestens 20 Jahre, meistens mehr, gebraucht hätte. Das sei eindeutig zu viel, wenn die Region wirtschaftlich und verkehrstechnisch für die Zukunft gerüstet sein wolle, so Ehinger.

Um künftig bei der Verwirklichung von Projekten schneller zu werden, wird sich auf Initiative der IHKs der Region noch in diesem Jahr das „Strategieforum Rhein-Main“ konstituieren.Das Gremium soll zweimal im Jahr tagen.

An dem Projekt beteiligen sich neben der Wirtschaft auch Kommunen aus der Region und die vier Landesregierungen, die Bezug zur Rhein-Main-Region haben. Neben Hessen also Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern, dessen Region um Aschaffenburg stark auf Rhein-Main ausgerichtet ist.

Gemeinsam gestalten

„Die Zukunft dieser boomenden Region könne wir nur gemeinsam gestalten“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, (CDU), der federführend für die politische Ebene des Projektes ist.

Das Dialogforum soll nicht wie viele andere Think tanks (Denkfabriken) einfach im luftleeren Raum Ideen produzieren. Kristina Sinemus, Präsidentin der IHK Darmstadt Rhein Neckar legt Wert auf die Feststellung, dass man schon eine Basis habe und zwar mit dem Netzwerk „Perform“, das sich vor zwei Jahren zusammengefunden habe. Man wolle fortführen, was bereits laufe und neue Projekte anstoßen. Sinemus denkt auch in besonderem Maße an Unterstützung für Start-up-Unternehmen. Bei Neugründungen liege die Region bundesweit hinter Berlin und Hamburg auf Platz drei. Das reiche nicht, wenn man das Silicon Valley Europas werden wolle, fand Sinemus große Worte.

Matthias Müller, Präsident der IHK Frankfurt, betont, dass man mit dem Dialogforum keinesfalls eine Ebene kreieren wolle, die auf kleinem Dienstweg an den Parlamenten vorbei Entscheidungen treffe. Mit dem Gremium werde keine neue Institution geschaffen. Es gibt auch keine rechtliche Verankerung. „Das letzte Wort haben immer die Parlamente“, sagt auch Friedbert Eder, Präsident der IHK Aschaffenburg, der zudem mit der Feststellung überraschte, dass 50 Prozent der in der Region Aschaffenburg hergestellten Produkte exportiert werden. Alle Wirtschaftsvertreter waren sich gestern bei der Vorstellung des Projektes in der Frankfurter Industrie- und Handelskammer einig, dass vor allem auf den Gebieten Verkehr und Wohnen etwas passieren müsse, damit die Region auch in einigen Jahrzehnten noch so prosperieren und funktionieren könne wie bisher.

Direkter Draht

Natürlich hoffen die IHK-Chefs dann natürlich doch in dem einflussreichen Gremium einen direkteren Draht zur Politik zu haben als bisher. So seien etwa auch die Missstände am Frankfurter Hauptbahnhof, „die dem Image der ganzen Region schaden, in dem Dialogforum sicher wirkungsvoller anzusprechen als auf indirektem Weg“, glaubt Eder. Der Frankfurter Oberbürgermeister bekäme dann ja die entsprechende Kritik der Wirtschaft nach der Sitzung des Forums gleich als Gesprächsnotiz auf den Tisch.

Der morgendliche Ansturm der Pendler am Frankfurter Bahnhof, die dort im Moment allerlei Unerfreuliches sehen, ist ein gutes Beispiel wie vernetzt die Region ist. In Frankfurt kommen jeden Tag Zehntausende an. Frankfurts IHK-Chef Müller weist aber darauf hin, dass der Pendelverkehr auch umgekehrt funktioniere. Täglich pendelten Tausende von Frankfurtern in die Region. Das zeige auch, wie wichtig ein Ausbau der Zusammenarbeit bei Verkehrs- und Wohnprojekten sei.

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