17.07.2017 08:35 |

Tödlicher Unfall: Nach Fahrradunfall in Oberrad: ADFC weiterhin gegen Helmpflicht

Frankfurt - Oberrad Ein 43-jähriger Radfahrer ist in Oberrad mit seinem Sohn auf der Lenkstange schwer gestürzt. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Ein Fahrradhelm hätte vielleicht sein Leben gerettet. Gewissheit werden erst die Ermittlungen der Polizei bringen. Der ADFC Frankfurt ist weiterhin gegen eine verbindliche Helmpflicht für Radfahrer.

Bei einem tödlichen Fahrradunfall gestern Nachmittag in Frankfurt Oberrad ist ein 43-Jähriger ums Leben gekommen. Gegen 15.30 Uhr war der Mann auf einem Rennrad in der Buchrainstraße in Richtung Wiener Straße auf dem Gehweg unterwegs. Auf der Längsstange seines Rades transportierte er seinen 8-jährigen Sohn. Das Kind trug einen Fahrradhelm, der Vater nicht.

Als der Mann schließlich auf die Straße wechseln wollte, verlor er laut ersten Ermittlungen der Polizei das Gleichgewicht, geriet ins Straucheln, überschlug sich und stürzte zu Boden. Dabei erlitt er mutmaßlich so schwere Kopfverletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Alle Wiederbelebungsversuche des herbeigerufenen Notarztes blieben erfolglos. Sein Kind, das einen Helm getragen hatte, trug bei dem Unfall nur leichte Verletzungen davon. Ob das Unfall für den Vater auch so glimpflich ausgegangen wäre, wenn er auch einen Helm getragen hätte, werden die erst Ermittlungen der Polizei an Licht bringen.

Debatte um Helmpflicht

Eine allgemeine Helmpflicht ist für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) trotz des tragischen Unglücks keine Lösung. "Ein Helm kann durchaus vor einer Kopfverletzung schützen", räumt Betram Giebeler, Sprecher des ADFC, ein. Das treffe aber nicht nur auf Radfahrer zu. Auch bei Autounfällen führten oft Kopfverletzungen zum Tod. Der Lobby-Verband fürchtet, dass eine Helmpflicht zu einem Rückgang des Radverkehrs führt. "Länder mit hohem Radverkehrsanteil wie Dänemark oder die Niederlande haben keine Helmpflicht", argumentiert Giebeler. "Es gilt das Prinzip "safety in numbers": je mehr Menschen Rad fahren, desto sicherer sind sie."

In tödlicher Fahrradunfall ohne Fremdverschulden, wie im aktuellen Fall, ist allerdings keine Seltenheit. Im Gegenteil: Im Jahr 2016 hat es laut ADFC in Frankfurt drei tödliche Fahrradunfälle gegeben. Zwei davon waren sogenannte Eigenunfälle, das heißt, der Fahrradfahrer ist ohne Fremdverschulden gestürzt.

Die Entscheidung, einen Helm zu tragen oder nicht, soll jeder Radfahrer individuell entscheiden. "Ich persönlich trage dann einen Helm, wenn ich mich wissentlich einem erhöhten Sturzrisiko aussetze, etwa beim Mountainbikefahren", sagt Giebeler. Im Alltag sei er ohne Kopfschutz unterwegs.

Kommentare

  • Dann darf man kein Fahrrad fahren
    geschrieben von Kay (198 Beiträge) am

    Wenn ich auf der Autobahn Angst habe, weil andere 200 km/h fahren, darf ich trotzdem nicht auf dem Standstreifen fahren, sondern darf halt nicht auf der Autobahn unterwegs sein.

    Und wenn ich Angst habe mit dem Fahrrad auf der Straße zu fahren, muss ich halt das Radfahren einstellen.

  • So ein Blödsinn
    geschrieben von EinfachIch (2 Beiträge) am

    Also gilt das Gesetz des Stärkeren und man muss das Radfahren einstellen, damit andere mit ihren Fahrzeugen die zugelassenen 30km/h weit überschreiten oder im Halteverbot parken können? Als Autofahrer kann man sich alles erlauben und die Anderen müssen eben weichen? Mit der Einstellung darf man aber auch nicht vom "Rüpel Radler" sprechen wenn der verbotener Weise auf dem Gehweg fährt. Spannende Anschicht!

  • Spannende Interpreation Ihrerseits
    geschrieben von Kay (198 Beiträge) am

    Habe ich das irgendwo behauptet, was Sie da niedergeschrieben haben?

    Warum sollte ein Radfahrer einen solchen harten Regelverstoß begehen dürfen (Fahren auf dem Gehweg! Das ist als würde in Fußgänger auf der Autobahn umhermarschieren oder durch die U-Bahn-Tunnel spazieren. Der hat da absolut NULL verloren), wenn ein Autofahrer ebenfalls einen Regelverstoß begeht?

    Ist es für Sie dann auch okay, wenn ein Fußgänger/Radfahrer über rot geht und sich der Autofahrer denkt "Okay, halte ich auch an keiner Ampel mehr"?

    Im Übrigen besitze ich nicht mal ein Auto und nutze in Frankfurt ausschließlich das Fahrrad. Was ich dabei beobachte ist halt, dass weit über 90% der anderen Radfahrer ihr Gefährt in keinster Weise beherrschen. Da hätte ich auch "Angst", aber würde das radeln dann - wie hier von mir empfohlen - einfach sein lassen, wenn ich es nur Durchführen kann, indem ich ständig irgendwo fahre, wo ich es nicht darf.

  • Die Kommentare hier sind mir zu einfach
    geschrieben von EinfachIch (2 Beiträge) am

    Der Unfall ist tragisch, er hätte nicht auf dem Gehweg fahren dürfen und es hat auch kein Kind auf der Längsstange zu sitzen, alles unstrittig. Jetzt kommt aber das große Aber, in der Buchrainstrasse ist die Situation im Moment so, dass ständig im Halteverbot geparkt wird, teilweise muss man als Fussgänger auf der Straße laufen, manchmal, wenn er frei ist, nutzen PKW den Gehweg um bei Gegenverkehr nicht langsamer fahren zu müssen und manchmal ist es wieder so eng, dass man als Radfahrer Angst haben muss auf der Straße zu fahren, da die Autos mit deutlich mehr als den erlaubten 30km/h die Straße befahren. Der Strassenverkehrsbehörde und dem Ordnungsamt ist die Situation bekannt, am 18.6. wurde dem Ordnungsamt sogar ein Video von dem Chaos in der Buchrainstr. zugespielt, es hat bisher niemanden interessiert, laut Ordnungsamt hat man wohl Personalmangel, von daher finde ich es voreilig von dem "Rüpel Radler" zu schreiben. Über kurz oder lang musste etwas passieren.

  • Tragisch, aber selbst dran Schuld
    geschrieben von Kay (198 Beiträge) am

    Denn dieser Herr ist ein tatsächlicher "Rüpel-Radler" (wobei der Begriff an sich schon Blödsinn ist): Auf dem Gehweg hat nämlich kein erwachsener Radfahrer etwas verloren! Anders als viele andere Vorschriften für Radfahrer, ist diese nämlich sehr sinnvoll.

    Und wer jemanden auf der Stange mitnimmt, sollte halt das Radfahren beherrschen. Aber das ist ja wie beim Autofahren auch...tun die wenigsten.



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