12.01.2016 13:53 |

Burgernomics: Mein Auslandssemester

Kathrin Mordeja aus Gießen ist 22 Jahre alt und berichtet in diesem Blog im Rahmen des Projektes Junge Zeitung in sechs Teilen über ihr Auslandsemester an der Universität Zürich. Sie studiert Kunstgeschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Kathrin Mordeja aus Gießen schreibt in einem Blog über ihr Auslandssemster in Zürich.
Kathrin Mordeja aus Gießen schreibt in einem Blog über ihr Auslandssemster in Zürich.

Wie kann ich einen Blog über die Unterschiede zwischen Frankfurt und Zürich schreiben, ohne näher auf die Preise einzugehen? Ich habe heute 5,30 CHF für ein Mineralwasser bezahlt. Mit den derzeitigen Wechselkursen und eventuellen Umtauschgebühren entspricht das ungefähr dem gleichen Betrag in Euro. Ergo: Ich habe 5,30 Euro für ein Mineralwasser bezahlt, - fast das Doppelte dessen, was ich zu Hause im Restaurant ausgeben würde. Das Phänomen verfolgt mich auch im Supermarkt: Eine Tiefkühlpizza kostet in Zürich so viel wie eine frische Pizza in meiner Heimatstadt, Gießen. Die super-fancy Biopizza aus der Tiefkühltruhe kann mit Frankfurter Preisen mithalten.

Aber nicht nur das Fastfood aus der Tiefkühltruhe ist betroffen. Aus diesem Grund wurden von „The Economist“ die Burgernomics eingeführt. Hier wird ausgehend von dem US-Dollar der Preis des Big Macs von McDonalds international in Bezug gesetzt. Im Juli wurde der Big Mac in der Euro-Zone um 15,4 Prozent unterbewertet. Er war also in Bezug auf den lokalen Wert des Essens günstiger.

Im Kontrast wird der Big Mac mit 6.50 CHF um 42,4 Prozent überbewertet. Basierend auf diesen Werten wird auch die derzeitige Umtauschrate mit der Umtauschrate verglichen, die durch diese Preise ermittelt werden kann. Es bestätigt sich wieder, dass der Wert der Währung ein anderer ist, als in den normalen Wechselkursen angegeben wird.

Manchmal wünschte ich, der Euro wäre stärker. Das Streben nach einem schwächeren Franken scheint derzeit utopisch. Trotzdem habe ich in der Schweiz das menschliche Verlangen nach mehr Ware für mein Geld. So sehr ich mein Austauschsemester in Zürich genieße, mein Konto wird sich freuen, wenn ich wieder in Frankfurt bin.
 

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