15.04.2016 03:30 |

Enrico Sauda, der Gesellschaftsreporter der FNP: Der Mann, der die Promis kennt

Wäre man nicht ganz sicher, dass es den Kollegen Enrico Sauda wirklich nur ein Mal gibt, so müsste man davon ausgehen, dass der Mann geklont sei. Porträt eines Gesellschaftsreporters.

Enrico Sauda im Gespräch mit Bestseller-Autorin Nele Neuhaus.
Enrico Sauda im Gespräch mit Bestseller-Autorin Nele Neuhaus. Bild: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)

Wäre man nicht ganz sicher, dass es den Kollegen Enrico Sauda wirklich nur ein Mal gibt, so müsste man davon ausgehen, dass der Mann geklont sei.

Sauda, seit fast fünf Jahren freier Mitarbeiter der Stadtausgabe, ist ein Tausendsassa. Einer aber von Berufs wegen. Einer, der auf allen wichtigen Hochzeiten dieser Stadt tanzt. Aus beruflicher Neugier, versteht sich. Der Journalist, der Alkohol meidet wie der Teufel das Weihwasser, ist so häufig auf Terminen unterwegs, dass viele Menschen in der Stadt an eine Erscheinung glauben, wenn sie ihn am Abend mehrmals treffen. Eben noch bei der Operngala im feinen Smoking mit den Gästen parliert, sieht man ihn etwas mehr als eine Stunde später bei der Eröffnung einer großen Ausstellung in der Schirn, um sich dann wirklich die Augen zu reiben, da er kurz nach Mitternacht zur After-Show-Party des Tigerpalastes in dessen Räumlichkeiten auftaucht. Selbstverständlich standesgemäß in Lederjacke und Jeans.

Enrico Sauda ist ein Phänomen. Er ist der Gesellschaft-Kolumnist der Frankfurter Neuen Presse (FNP). „Sau-da wie Schwein hier“ ist sein beliebtes Wortspiel, mit dem er sich Menschen vorstellt, die ihn noch nicht kennen. Aber allzu häufig kommt das natürlich nicht vor . . .

Klar, sagen Sie jetzt – toller Job ! Jeden Tag Promis treffen, Schnittchen essen und ein wenig mit den Großen der Stadtgesellschaft plaudern. Weit gefehlt ! Gesellschaftsreporter ist ein knallharter Job. Ein Knochenjob.

Als einzige Tageszeitung im Rhein-Main-Gebiet leistet sich die FNP jeden Tag auf der dritten Lokalseite eine solche Kolumne. „Wir berichten stets aktuell von den relevanten gesellschaftlichen Events in der Stadt“, lautet sein Credo.

Dass diese häufig am Abend zu späterer Stunde stattfinden, ist für den Vater von zwei kleinen Söhnen keine Hürde. Seit 1992 arbeitet der Mann mit dem Vollbart und der signifikanten schwarzen Brille als freier Journalist. Artikel von ihm erschienen unter anderem in der Offenbach Post, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neuen Presse, im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels und in der Gelnhäuser Neuen Zeitung. Außerdem veröffentlichten das Musikmagazin Superstar, die Musikerzeitschrift Kick’n’Roll und das Jugendmagazin Auspuff eine ganze Reihe von Texten aus seiner Feder.

Sein Job ist mit immensem logistischen Aufwand, vielen Zickereien von Prominenten und durchgehend hohem Zeitdruck verbunden. Schließlich wollen die „Leute-Seiten“, die er verantwortet und die gegen 22.30 Uhr zur Druckerei nach Mörfelden-Walldorf geschickt werden, ordentlich gefüllt sein. Bis zum heutigen Tag gab es noch nie eine blanke Seite am nächsten Tag in der Ausgabe. „Aber ganz schön knapp war es ab und an schon“, sagt Sauda. Eng wird es immer, wenn Promis plötzlich anfangen, rumzuzicken. Sei es beim Tatort-Dreh, wo aus nicht nachzuempfindenden Gründen keine Fotos mehr gemacht werden dürfen, oder weil irgendein Promi im Anflug von Überschätzung einfach mal so einen Termin abbricht, da ihm eine Frage nicht gefallen hat. Das jedoch passiert recht selten. Enrico Sauda ist nämlich bei aller Penetranz, die sein Job von Natur aus von ihm verlangt, immer ein sehr höflicher und zuvorkommender Mensch. Einer, den man einfach mögen muss. Und so ist es nicht wenig erstaunlich, dass man auch seine Texte mag.

Manchmal, so sagt er, wünscht er sich schon etwas mehr Ruhe und Zeit, um seine Texte zu schreiben. Nicht schnell im Nebenraum in den Laptop tippen, während die Gäste der Festveranstaltung gerade ihr Dreigangmenü einnehmen.

Aber das ist halt der Job.

Boris Tomic

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