15.04.2016 03:30 |

Oberbürgermeister Peter Feldmann zum FNP-Geburtstag: Kritisch, dabei aber immer fair

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann bedankt sich in seinem Grußwort zum Geburtstag für 70 Jahre kritische, aber faire Berichterstattung der Frankfurter Neuen Presse.

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Bild: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA

70 Jahre FNP, das sind auch 70 Jahre Frankfurter Stadtgeschichte.
Vor allem aber sind es Geschichten von Schicksalen, Ereignissen, von Erfolg und Scheitern, von Glück, Tragik, von Alltag und Außergewöhnlichem. Unzählige Menschen in dieser Stadt sind mit Ihren Geschichten aufgewachsen und als Zuzügler mit der neuen Heimat vertraut geworden.

Nur noch wenige sehr alte Menschen werden sich an ein Frankfurt ohne die FNP erinnern können. Schon der Name Frankfurter Neue Presse war damals, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, ein Auftrag an die Redaktion. Neu gestartet werden musste vieles, gerade in den Medien, die vielfach zu Sprachrohren der NS-Propaganda degradiert worden waren.

Demokratie benötigt lebendige, vielgestaltige und vor allem unabhängige Medien. Aus dieser Überzeugung heraus strukturierte die amerikanische Militärregierung die neue Medienlandschaft so, dass sich die wesentlichen gesellschaftlichen Schichten und politischen Grundströmungen in ihr widerspiegelten. Folgerichtig wurde die FNP am 15. April 1946 unter der Lizenz der US-Behörden als konservatives Gegenstück zur im Vorjahr etablierten links-liberalen Frankfurter Rundschau gegründet. Ihr Selbstverständnis umrissen die Herausgeber im Gründungsjahr so: „Für Völkerversöhnung, religiöse Toleranz, sozialen Fortschritt und Politik einer breiten positiven Mitte. Gegen Nationalismus. Für Demokratie, gegen verderbliche Vorurteile, für kulturellen Neubau aus echten Kräften und gegen die Zersetzung des Lebens.“

Haben sich auch Format und Aufmachung in sieben Jahrzehnten grundlegend verändert, hat vieles dieses knappen Postulats inhaltlich noch heute Bestand. Immer hat im Mittelpunkt Ihrer Berichterstattung das Geschehen in der Stadt Frankfurt gestanden. Das Lokale behauptet seinen Vorrang vor dem Landes- und Bundespolitischen.

Noch immer eher konservativ, dabei liberal und tolerant, in der Auseinandersetzung ohne Häme und Schärfe, dafür mit freundlicher Ironie, ab und an als kleine Extravaganz mal ein Ausflug in den Boulevard, findet sich in der FNP manches wieder, was den Frankfurter ausmacht und worin er sich wiedererkennt. An deutlicher Kritik fehlt es nicht, an Fairness in der Auseinandersetzung indes ebenso wenig – auch das ein Charakteristikum einer diskussionsfreudigen, dabei aber stets auf Maß und Form bedachten Stadtgesellschaft.

Und der Erfolg stellt dem Blatt ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Mit ihren Regionalausgaben und angeschlossenen Blättern ist die Gruppe heute vor allem im westlichen Rhein-Main-Gebiet flächendeckend präsent. Auflagenverluste, das Abwandern großer Anzeigenbudgets in die elektronischen Medien, die Beschleunigung der Nachrichtenströme durch das Internet, drastisch verändertes Nutzerverhalten haben Redaktionen und Verlage vor große Herausforderungen gestellt. Diese wurden nicht zuletzt durch den konsequent durchgehaltenen lokalen Schwerpunkt erfolgreich bewältigt, weil dadurch sowohl Leserschaft als auch Anzeigenkunden dem Blatt erhalten blieben.

Ich wünsche allen Mitarbeitern in Redaktion, Verlag und Druck, dass sie diese auch weiterhin so erfolgreich bewältigen wie bisher: auf die nächsten 70 Jahre!

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