15.04.2016 03:30 |

FNP-Leserinnen: Meinungsfreudige Damen

Ingeborg Mohr und Brigitte Ackermann sind engagierte Leserinnen der Frankfurter Neuen Presse. Die beiden Damen schreiben sehr pointierte und meinungsfreudige Leserbriefe.

Ingeborg Mohr aus Neu-Anspach Bilder >
Ingeborg Mohr aus Neu-Anspach Bild: Yvonne Späne

Wenn einer behauptet, nur die Herren der Schöpfung würden sich bei aktuellen Themen zu Wort melden, den strafen Ingeborg Mohr und Brigitte Ackermann Lügen. Die beiden Damen aus Neu-Anspach beziehungsweise aus Frankfurt-Oberrad sind nicht nur meinungsfreudige Zeitgenossinnen, sondern zählen auch zu den engagierten und pointierten Leserbriefschreibern der FNP und ihrer Regionalausgaben.

„Ich habe mich schon immer für vieles interessiert – sei es Politik oder das, was im Kindergarten passiert“, charakterisiert sich die Neu-Anspacherin Ingeborg Mohr selbst. Weit oben auf ihrer Agenda steht derzeit die Flüchtlingskrise. Das „Wir-schaffen-das“-Motto der Bundeskanzlerin etwa hält die 68-Jährige für einen fatalen Fehler. Sie warnt auch vor den finanziellen Belastungen der öffentlichen Haushalte durch den Flüchtlingszustrom, bezeichnet das Festhalten an der schwarzen Null, wie von Bundesfinanzminister Schäuble apostrophiert, für Augenwischerei. „Wie soll das gehen?“, zweifelt Mohr an der Machbarkeit. Es gebe schließlich schon so genügend Sozialfälle im eigenen Land.

Es sind dies nur einige Beispiele für Gedanken, über die sich Ingeborg Mohr mit ihrem Mann Hans-Peter austauscht oder die sie eben regelmäßig in Leserbriefen einfließen lässt. Möglicherweise nährt sich dieser wache Blick auch daraus, dass Mohr im Laufe ihres Lebens selbst schon einiges gesehen und gemacht hat. Gelernt hat die gebürtige Frankfurterin, Pardon Griesheimerin, Porträtfotografin, schulte dann auf Buchhaltung um und arbeitete im Laufe ihres Berufslebens als Chefsekretärin und Gruppenleiterin für diverse Firmen im Rhein-Main-Gebiet, bevor sie nach der Geburt ihres Sohnes zu Hause blieb.

Privat zog es die Mohrs vor 18 Jahren nach Neu-Anspach, wo sie ein schmuckes Eigenheim mit Blick auf Rod am Berg bewohnen. Und noch länger, seit rund 40 Jahren, gehören sie zu den Lesern dieser Zeitung. Ingeborg Mohr bereichert diese übrigens nicht nur regelmäßig mit Wortbeiträgen. Für ein Kochbuch der FNP über „Herzhafte Eintöpfe und delikate Aufläufe“ steuerte sie einen Fischeintopf bei. Dazu muss man wissen, dass die 68-Jährige eine begeisterte Köchin ist, die bereits bei der Leberecht-Stiftung zusammen mit Profiköchen gekocht und dabei die Auszeichnung „goldener Topflappen“ gewonnen hat.

Auch Brigitte Ackermann hält seit über 20 Jahren der FNP die Treue und zeigt sich dabei überaus traditionsbewusst: „Ich bevorzuge die Printmedien gegenüber Fernsehen und Internet“, sagt die 62-Jährige aus Oberrad. Was ihr an ihrer Tageszeitung gefällt? „Der konservative Grundton, die Mischung aus Weltläufigkeit und Lokalem“, sagt sie bestimmt, und die neutrale, sachliche Aufbereitung der Themen.

Inhaltlich interessiert sie sich in erster Linie für den politischen Teil und die Kommentare, aber auch der Wirtschaft kann sie einiges abgewinnen. Eine Ausrichtung, die man zugegebenermaßen nicht automatisch bei jemandem vermutet, der 38 Jahre bei der Lufthansa in den Bereichen Triebwerksinstandsetzung und Kabinencrew-Einsatz gearbeitet hat, bevor sie vor drei Jahren in Altersteilzeit gegangen ist.

Aber im Gespräch mit Brigitte Ackermann wird schnell deutlich, dass die Frau ein ausgesprochener Homo Politicus ist oder, wie sie es ausdrückt: „Ich war schon immer ein politischer Mensch.“ Und einer, der ausgesprochen gerne liest. Nicht nur die aktuelle Presse, in ihrer Bibliothek befinden sich auch Werke von Cicero, Nietzsche, Platon, Werke über die Weimarer Republik oder das Dritte Reich, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wen wundert’s, dass sich ein belesener und kritischer Geist wie Brigitte Ackermann auch des Öfteren mit Meinungsbeiträgen zu Wort meldet. „Wann immer ich glaube, bei einem Kommentar oder einem Artikel fehlten noch gewisse Aspekte“, sagt sie, „ist es mir ein Bedürfnis, etwas zur Diskussion beizusteuern.“ Und natürlich muss sie das Thema interessieren. Wenig überraschend, dass dies auf die Flüchtlingsproblematik zutrifft, zu der sie eine dezidierte Meinung hat. Grundsätzlich: „Die Politik hat versagt, weil sie das Ganze nicht gesteuert hat.“ Und im Besonderen: „Ich fürchte, dass da viele Sozialfälle auf uns zukommen, unser Sozialsystem ist überfordert.“

Brigitte Ackermann macht keinen Hehl daraus, dass sie nicht nur in dieser Hinsicht mit den Positionen der bayerischen CSU sympathisiert. Aber das ist, könnte man sagen, schon in ihren Genen angelegt. Schließlich stammt sie aus Weiden in der Oberpfalz, wohin sie regelmäßig zwei Mal pro Jahr reist. Klaus Späne

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