27.10.2017 20:01 | Michael Forst

Eintracht Frankfurt Kommentar: Adlerauge: Den Sieg durch Nachlässigkeit verschenkt

Mit mehr Biss und besserer Konzentration hätte die Eintracht den "Mainz-Fluch" heute brechen können, findet unser Kommentator Michael Forst.

Ante Rebic (Eintracht Frankfurt) gegen Stefan Bell (1. FSV Mainz 05)
Ante Rebic (Eintracht Frankfurt) gegen Stefan Bell (1. FSV Mainz 05) Bild: Marc Schueler (Marc Schueler)

Was wäre der Fußball ohne seine Mythen – was wäre die schönste Nebensache der Welt ohne Legenden, Flüche, goldene Glückssträhnen und schwarze Serien? Aus Frankfurter Sicht freilich sieht die Sache ganz anders aus; und dass der "Mainz-Fluch" die hessische Fan-Seele auch nach dem heutigen Spiel weiter heimsucht, ist ärgerlich. Denn dass der Bann nicht gebrochen wurde, hat mit dem bevorstehenden Halloween-Grusel rein gar nichts zu tun.

Michael Forst Foto: (FNP)
Michael Forst

Schade auch deshalb, weil die Eintracht über weitere Strecken die feinere Klinge führte, reifer, abgeklärter und technisch stärker war als ihre Kontrahenten vom Rhein.

Der Vorwurf, den man den Frankfurtern durchaus machen darf: Sie verfielen ungefähr zur Mitte der zweiten Hälfte zu sehr auf Ergebnisverwaltung. Dabei waren sie energiestrotzend und gewillt aus der Pause gekommen, den knappen Vorsprung mit einem zweiten Treffer auszubauen, ließen dann aber deutlich nach. Und dies ohne Not, etwa in Form nachlassender Kräfte. Denn ihre Kondition haben die Kovac-Schützlinge in dieser Saison schon oft unter Beweis gestellt.

Nein, es war vielmehr ein gewisser, der Eintracht nicht unbekannter Schlendrian, der den Mainzern die lange Leine und mehr Räume ließ. Die 05er leckten Blut, wurden stärker – und die Strafe folgte dann mit Serdars Ausgleich fast folgerichtig auf dem Fuß.

Immerhin: Mit fünf Spielen ohne Niederlage in Folge baut sich Frankfurt gerade eine noch kleine, aber schon feine Serie auf. Und die könnte in einer Woche weiter wachsen, wenn der Tabellenvorletzte Werder Bremen an den Main kommt.

Kommentare

  • Enttäuschend
    geschrieben von Mickey-Maus-Verein (3 Beiträge) am

    Ja, die Eintracht ist jetzt seit fünf Spielen unbesiegt.
    Ja, man hat in Mainz, dort wo man schon so oft verlor, im Derby einen Punkt geholt.
    Und ja, ein Punkt auswärts ist nicht schlecht.
    Aber wenn sich der Stammtorwart des Gegners verletzt hat, wenn man vor Flutlicht und in einem ausverkauften Stadion an einem Freitagabend spielt, könnte man in 90 Minuten doch wenigstens ein Mal auf das Tor der Mainzer schießen...
    Schon die erste Halbzeit war kaum zum Ansehen. Jedoch hatte man da den Gegner wenigstens unter Kontrolle. In der zweiten Halbzeit hat man dann die Mainzer aufkommen lassen und um den Ausgleich geradezu gegen einen schwachen Gegner gebettelt. Heute wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Somit wurden zwei Punkte verschenkt.

  • Verpasst
    geschrieben von Peru1971 (3 Beiträge) am

    Ich sehe das genauso.
    Ja, man hat nicht verloren und nein, man kann nicht alle Spiele so spielen wie gegen Dortmund. Dennoch empfinde ich das Unentschieden nun eher als Niederlage... viel zu selbstgefällig und lustlos wirkte das Spiel in der zweiten Halbzeit. Anstatt konzentriert nach vorn zu spielen und den Abschluss zu suchen oder wenn man ihn fand, auch mit einem Tor zu krönen, spielte man zu ungenau und wartete auf den Schlusspfiff. Und hat damit Mainz erst eingeladen, wieder stattzufinden. Es ist meckern auf hohem Niveau. Aber das Potenzial in der Mannschaft lässt das auch zu. Es ist mehr drin und das sollte man frühzeitig nutzen, um schnellstmöglich das Minimalziel zu erreichen und sich dann neu zu orientieren. Also Adler. Abbuzze, umdrehen und nun nächste Woche gegen Bremen den Heimsieg klar machen.



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