25.10.2017 03:00 | Markus Katzenbach

Eintracht Frankfurt: DFB-Pokalspiel gegen Schweinfurt: Professionell die Pflicht erfüllt

Schweinfurt Mit einem am Ende souveränen 4:0-Erfolg in Schweinfurt hat die Frankfurter Eintracht das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht.

24.10.2017, xblx, Fussball DFB Pokal, 1.FC Schweinfurt 05 - Eintracht Frankfurt, emspor, v.l. Luka Jovic (Eintracht Frankfurt), Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt), Goal scored, Tor zum 0:2, celebrate the goal, Torjubel
Torschützen sehen eigentlich glücklicher aus: Der Frankfurter Luka Jovic (links) gratuliert hier Sebastien Haller, der gerade das 2:0 erzielt hat. Bild: Huebner/Blatterspiel (Jan Huebner)

An der Musikauswahl sollte es nicht liegen. Vor dem Anpfiff schallte so manches durch das Willy-Sachs-Stadion, was das deutsche Liedgut an Wunderbeschwörung hergibt – beim 1. FC Schweinfurt 05 wollte man da offenbar nichts unversucht lassen und legte nicht nur den Klassiker „Wunder gibt es immer wieder“ auf. Helfen freilich sollte das am Dienstagabend letztlich alles nichts, dafür war die Frankfurter Eintracht am Ende doch eine Nummer zu groß.

Viel Glanz verbreitete der Fußball-Bundesligist in der zweiten Runde gewiss nicht bei den drei Klassen tiefer angesiedelten Unterfranken, zwischen dem Spektakel gegen Borussia Dortmund und dem Rhein-Main-Gipfel in Mainz aber wurde diese Pflichtaufgabe aber insgesamt doch mit der gebotenen Professionalität erledigt. Zwei Tore von Sebastien Haller (14. und 58. Minute) sowie Treffer von Marius Wolf (63.) und Danny Blum (84.) bescherten der Eintracht ein standesgemäßes 4:0 (1:0) und brachte sie ins Achtelfinale, eine Etappe näher ans Traumziel, wie im Mai beim 1:2 gegen Dortmund wieder das Endspiel zu erreichen.

„Die Verlockung ist schon groß“, hatte Niko Kovac vor der Partie gesagt, über die Möglichkeit, drei Tage nach dem berauschenden 2:2 beim Wiedersehen mit der Branchengröße BVB und drei weitere Tage vor dem Besuch in Mainz bei viertklassigen Schweinfurtern einigen seiner Stammkräfte Schonung zu verordnen, bei dieser Gratwanderung aber auch betont: „Ich nehme dieses Spiel sehr ernst, wir wollen weiterkommen. Darauf liegt der Fokus.“

Die Umbauten an der Startelf fielen dann in mittlerem Rahmen aus. Vielspieler Mijat Gacinovic stand gar nicht im Kader, ebenso wie der immer wieder von Knieschmerzen geplagte Makoto Hasebe. Ante Rebic saß auf der Bank, und die fünf Wechsel im Vergleich zum Dortmund-Spiel wurden durch zwei unfreiwillige vervollständigt: David Abraham fehlt nach seinem Platzverweis aus dem 3:0 in der ersten verweis in der ersten Runde bei den ebenfalls viertklassigen Amateuren vom TuS Erndtebrück zwei Pokalrunden gesperrt und Timothy Chandler nach seinem am Samstag erlittenen Außenmeniskusriss wohl bis zur Winterpause. Dafür bildeten Simon Falette und Carlos Salcedo mit Marco Russ eine Abwehr-Dreierkette, Aymen Barkok und Jonathan de Guzman rückten auf die Halbpositionen im Mittelfeld, und im Sturm bekam der junge Luka Jovic eine Chance neben Haller.

Der Eintracht „keine Luft zum Atmen lassen“, das hatte der Schweinfurter Trainer Gerd Klaus den Seinen mit auf den Platz gegeben, und die „Schnüdel“, wie sie daheim genannt werden, befolgten das tapfer. Den Frankfurtern machten sie so das Leben und vor allem den geordneten Spielaufbau schwer. Diese wiederum behalfen sich mit langen Bällen. Das sah nicht immer elegant aus, führte aber schon nach 14 Minuten auf etwas kuriose Weise zum Ziel. Einen weiten Schlag von Salcedo brachte Jetro Willems von links in die Mitte, und der unglückliche Schweinfurter Strohmeier fälschte die Kugel so ab, dass sie Haller genau auf den Kopf fiel. Der Sturm-Hüne konnte kaum anders, als den Ball ins Tor zu nicken, zu seinem insgesamt nun schon sechsten Frankfurter Pflichtspiel-Treffer – zwei im Pokal, vier in der Bundesliga, womit Haller nebenbei nun in der vierten Partie in Serie traf.

Besonders groß war der Unterschied zwischen Erst- und Viertklässlern indes trotz dieser frühen Führung nicht. Schweinfurt, immerhin Tabellendritter der Regionalliga Bayern, versuchte wacker sein Glück und hatte durch Linksverteidiger Herbert Paul zwei gute Möglichkeiten (20. und 34.). Die Eintracht brachte die nötige Konzentration und Kampfkraft ein, mit fußballerischer Klasse aber geizte sie gegen die bissigen Regionalligisten. Vor allem mit Barkok war Trainer Kovac dabei offenbar unzufrieden. Zur zweiten Halbzeit brachte er an dessen Stelle Marc Stendera – und damit auch etwas mehr Linie ins Frankfurter Spiel.

Eine Schrecksekunde musste die Eintracht noch überstehen: In der 48. Minute tauchte nach einem Querschläger des sonst in der Mittelfeldzentrale überzeugenden Ersatzkapitäns Kevin-Prince Boateng plötzlich Marius Willsch alleine vor Lukas Hradecky auf, doch der Frankfurter Schlussmann wehrte diese große Ausgleichschance ab. Bald darauf hätte Marco Russ nach einem Eckball fast für klare Verhältnisse gesorgt, ebenso wie wenig später der quirlige Jovic mit einem Solo. Das erledigte schließlich der starke Haller mit seinem zweiten Treffer des Tages. Nachdem er in der 58. Minute Schweinfurts Verteidiger Lukas Bilick, ehemals beim SV Wehen Wiesbaden, den Ball abgeluchst und ins Tor geschoben hatte, war das Spiel im Grunde gelaufen. Marius Wolf, der auf der rechten Seite Chandler gut vertrat, vollendete einen Konter zum 3:0 (63.), durfte danach für Slobodan Medojevic vom Platz – und Kräfte für Mainz sparen. Auch dieses Ziel hatte die Eintracht, für die der eingewechselte Blum noch das 4:0 nachlegte, am Ende erreicht.

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