21.03.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Der Anfang vom Ende für Meier bei der Eintracht?

Frankfurt "Armer Alex", "Wo bleibt Meier", tönt es aus den Medien. Obwohl Frankfurt kaum noch Tore schießt, lässt Trainer Kovac seinen besten Schützen draußen. Warum?

Da ist guter Rat teuer: Wo liegt Meiers Zukunft?
Da ist guter Rat teuer: Wo liegt Meiers Zukunft? Bild: imago

Keine Mannschaft schießt in diesem Jahr so wenig Tore wie die Frankfurter Eintracht. Es waren gerademal vier in neun Spielen, darunter ein Elfmeter von Makoto Hasebe. In sechs der neun Begegnungen haben die Frankfurter überhaupt nicht getroffen.

Über die Gründe für die „Torschusspanik“ wurde in den letzten Wochen viel geredet, es wurde analysiert, es wurde nach Gründen gesucht, intern wie extern. Nun rückt auch die Personalpolitik in den Fokus. Denn dass ausgerechnet der beste Frankfurter Torschütze der letzten Jahre und auch dieser Saison, Alexander Meier, seit Wochen eine immer kleinere Rolle spielt, fällt vielen schwer nachzuvollziehen. Die „Bild“-Zeitung titelte: „Armer Alex!“. Die „F.A.Z.“ stellte die Frage: „Aber wo bleibt Meier?“ und lieferte die sachliche Argumentation pro Meier gleich mit. Ein „Renner“ weniger wäre im Spiel gegen den HSV „nicht weiter aufgefallen“, aber ein Spieler mit „Übersicht und Instinkt“ hätte das Spiel entscheiden können.


Artikel mit Diashow!Alex Meier: Mit 19 Toren in die Unsterblichkeit

Der Trainer reagiert entgegen seiner sonstigen Gewohntheit ausgerechnet auf dieses Thema ziemlich sensibel. Er könne die Frage nach Meier „überhaupt nicht verstehen“, hatte Niko Kovac nach der Nullnummer gegen den Hamburger SV gesagt, „ich habe keine Notwendigkeit zum früheren Wechsel gesehen“.

Viele wunderten sich über diese Aussagen, denn Fragen nach Meier erscheinen berechtigt und sind mit Sicherheit erlaubt. Einen Stürmer zu bringen, der (fast) immer für ein Tor gut ist, das ist zumindest eine Diskussion wert.


Artikel mit Diashow!Eintracht Frankfurt spielt 0:0 gegen den Hamburger SV

Nun wird sich Kovac etwas dabei denken, dass er seit einigen Wochen nicht mehr hundertprozentig mit Meier plant. Der Eintracht-Coach verfolgt aktuell einen anderen Spielansatz. Die Kompaktheit soll nach der Niederlagenserie wieder hergestellt werden, bevorzugt mit laufstarken Spielern in der Spitze, die ihre Gegner schon früh attackieren. Dass dabei freilich die Kaltschnäuzigkeit und Konzentration beim Abschluss auf der Strecke bleibt, ist die Gefahr dabei. So gehört Branimir Hrgota sicher zu den fleißigsten Frankfurter Profis, aber Stürmer werden eben auch daran gemessen, ob sie wenigstens einen Teil ihrer klaren und glasklaren Torgelegenheiten nutzen. Damit konnte der Ex-Gladbacher zuletzt nicht dienen.

 

Meier ist im Grunde seit dem 0:3 bei Bayer Leverkusen am 11. Februar nicht mehr erste Wahl, wurde nach und nach aufs Abstellgleis geschoben. Obwohl er damals eine der vielen großen Gelegenheiten vorbereitet hatte, jene, als Mijat Gacinovic alleine auf den Torwart gelaufen war, um dann an Bernd Leno zu scheitern.

Zwischenzeitlich hatte Trainer Niko Kovac seinen Kapitän sogar gelobt für dessen Umstellung des eigenen Spiels. „Die Kritik an Alex ist nicht korrekt, er hat sein Bestes gegeben“, hatte Kovac Meier nach dem Pokalspiel gegen Bielefeld in Schutz genommen. Meier ist in dieser Spielzeit eben nicht mehr nur der reine Strafraumstürmer.


Artikel mit Diashow!Einzelkritik: So schlugen sich die Adler gegen den HSV

Der Umgang mit ihm ist in Frankfurt auch ein emotionales Thema, weil der inzwischen 34 Jahre alte Kapitän von den Fans verehrt wird, sich nie etwas hat zuschulden kommen lassen und bundesweit als mustergültiger Profi gilt. Die Zahlen sprechen sowieso für ihn. Zwölf, neunzehn, acht und sechzehn Treffer hat Meier in den vergangenen vier Spielzeiten für die Eintracht erzielt. Hauptsächlich deshalb war sein Vertrag im letzten Sommer bis 2018 verlängert worden. In dieser Saison hat Meier fünfmal getroffen, eine höhere Quote durch zwei verschossene Elfmeter selbst versaut. Im Jahr 2017 hat die Eintracht genau zwei Spiele gewonnen, beide Male mit Meier über 90 Minuten. 1:0 auf Schalke, Torschütze: Meier, 2:0 gegen Darmstadt, Vorbereiter von Rebics 2:0: Meier.

Das Spiel in München hat Meier, den die Fans als „Fußballgott“ feiern, wegen einer Grippe verpasst, nachdem er im Heimspiel gegen Freiburg wegen dieser Erkrankung nur für ein paar Minuten reingekommen war. Vor dem Spiel gegen den HSV hatte Trainer Kovac darauf hingewiesen, „dass Alex nach der Grippe noch Nachholbedarf hat.“ Dass der Spieler dies anders sieht, dürfte klar sein, zumal er in der Woche vor dem Spiel ganz normal mit der Mannschaft trainiert hatte. Zuletzt war Meier nur noch eine Kurz-Teilzeitkraft. Beim 0:2 in Berlin war er trotz Rückstand 90 Minuten auf der Bank geblieben, gegen Freiburg hat er zehn Minuten gespielt, gegen Hamburg nur sechs.


Artikel mit Diashow!Diese Eintracht-Spieler sind in der Länderspielpause im Einsatz

Äußern wollte sich der dienstälteste Eintracht-Profi zu seiner aktuell wenig befriedigenden Situation nicht. Doch wer ihn genau beobachtet, sieht, wie sehr ihn das mangelnde Vertrauen mitnimmt, wie sehr es an ihm nagt. Nach dem Abpfiff gegen den HSV war er noch kurz mit den Kollegen in die Fankurve gegangen, dann aber im Laufschritt in die Kabine, vorbei an den wartenden Journalisten, ohne Kommentar. Sonst steht er immer bereitwillig zur Verfügung.

Mehr zum Thema

Kommentare
  • Rode NEIN, Schwegler anschauen, Jung allenfalls ohne Ablöse
    geschrieben von AchimZ (75 Beiträge) am 22.03.2017 11:27

    Rode möchte ich ehrlich gesagt nicht mehr in Frankfurt sehen. Die Art und Weise seines Abganges für LAU zum FC Mafia stinkt mir immer noch gewaltig. Es ist völlig klar, dass sich damals nicht an die Statuten gehalten wurde, wonach er erst 6 Monate vor Wechsel hätte Kontakt aufnehmen dürfen. Erst den Vertrag nicht verlängern und dann für Lau ausgerechnet nach München zu wechseln: Ok. Aber dann bitte auch zu dieser Anti-Eintracht Entscheidung stehen. Ich renne ihm nicht hinterher.

    Bei Schwegler sollte man genauer hinsehen, ob er wirklich fit ist. Ihn könnte ich mir durchaus wieder vorstellen als Partner von Hase.

    Jung ist auch so ein Thema. Eine Ablöse würde ich nicht zahlen nach Wolfsburg. Sorry. Auch er wollte unbedingt ans große Geld, hat sich dort aber NIE durchgesetzt. Das muss man sich eben vorher überlegen. Wenn wir ihn ablösefrei kriegen können, warum nicht ?

  • Der Unsinn hat einen Namen!
    geschrieben von Christian-P (40 Beiträge) am 21.03.2017 20:31

    Wie der lautet kann sich inzw. jeder hier denken.
    Nun werden die Namen Rode und Jung in den Raum geworfen.
    Vorweg möchte ich betonen, dass ich ein Fan von beiden Spielern bin. Aber wir unrealistisch ist das denn bitte?
    Rode wurde an der Leiste operiert und Jung hatte nach seiner Knie-Op gerade einmal sechs Einsätze in der Saison 15/16 und noch gar keinen in der lfd. Saison.
    Rodes Marktwert wird auf 8 Mios geschätzt. Dazu kommt sein laufender Vertrag bis 2020. Wie bitte soll die Eintracht den finanzieren?
    Bei Jung ist eine Rückholung realistischer. Aber man muss sich schon fragen, warum er nicht mehr zum Einsatz kommt?
    Auch von Schwegler war ich in seiner Zeit bei der SGE ein großer Fan. Jedoch stelle ich mir auch hier die Frage, warum er sich in Hoffenheim nicht durchsetzen kann.
    Bei ihm besteht aber auch eine realistische Chance, dass er mit einer Erfahrung der Mannschaft grundsätzlich helfen könnte.
    Trotzdem "Applaus" für die konstruktiven Vorschläge!

  • Wiederspruch um Wiederspruch
    geschrieben von Christian-P (40 Beiträge) am 21.03.2017 20:14

    DerweisseMann:
    " Wir haben einfach keine treffsichere Stürmer"
    "Und das ist in der Rückrunde praktisch nie der Fall gewesen weil aus dem Mittelfeld nix kommt."
    Ja was denn nun? Sind die Stürmer schlecht oder liegt es am MF?
    Seit Wochen beschwert er sich über die sog. Schrottstürmer, sagt aber nun, dass aus dem MF nix kommt.
    Ich kann der Aussage, dass aufs dem MF nix kommt, nur zustimmen. Wobei dieser explizite Kommentar des "Experten" wohl eher Zufall war.

    Weiter gehts:
    "Seit 20 jahren 80% Schrott im Sturm meist Ausländer die totale Flops waren und so wird es die nächsten Jahre weitergehen. Unbekannter bundesligauntauglicher Schrott aber keine deutschen Stürmer..."
    "Auf Facebook gibt es einen Bericht wo es darum geht Schwegler zurückzuholen, ablösefrei. Das kann ich nur begrüßen..."

    Zur Info an den Superexperten, Schwegler ist Schweizer!
    Dann noch die Info, dass unter den Top 10 Stürmern (=13 Spieler) der Buli, jedeglich 6 Deutsche dabei sind.

    Dieser Sachverstand ist atemberaubend!

  • Meier reisst nichts mehr/ Alter Säulen wiederholen
    geschrieben von DerweisseMann (141 Beiträge) am 21.03.2017 08:06

    Hat man außer dem Spiel auf Schalke überhaupt in den restlichen Spielen gesehen das ein Meier mitgespielt hat? Es ist doch derzeit egal wer da vorne drin spielt. Ob nun Meier, Sefo, Rebic, Tarashaj, Hrgota oder Blum. Die haben alle eines gemeinsam. Sie schießen keine Tore und verballern freistehend alleine vor dem Torwart. Deshalb ist es auch nicht schade das Meier nicht spielt. Er hat 92 Bundesligatore geschossen und liegt intern auf Rang 4. Die 109 Tore von Grabi wird er nicht mehr erreichen dafür ist seine Torgefahr abhanden gekommen. Und ich kann nur warnen eine Nullnummer wie Rebic der ein einziges jämmerliches Törchen erzielt hat von Florenz für 3,2 Millionen zu kaufen. So einen Flop soll man genauso abgeben wie Tarashaj, Sefo und Hrgota. Auf Facebook gibt es einen Bericht wo es darum geht Schwegler zurückzuholen, ablösefrei. Das kann ich nur begrüßen. Auch sollte man sich darum bemühen Jung und Rode wiederzuholen. Die sitzen nur auf der Bank rum. Jung auch noch verletzt.

  • Gründe für Torschusspanik
    geschrieben von DerweisseMann (141 Beiträge) am 21.03.2017 07:55

    Es liegt doch auf der Hand warum wir die Trefferquote eines Absteigers haben. Wir haben einfach keine treffsichere Stürmer!Wir haben dort vorne drin nur Masse aber keine lasse. Das Meier mit 34 Jahren und 5 mickrigen Törchen noch bester Schütze intern ist zeigt was für Stümper wir im sogenannten Sturm geholt haben bzw Schrottdirektor Hübner und Bobic. Seit 20 jahren 80% Schrott im Sturm meist Ausländer die totale Flops waren und so wird es die nächsten Jahre weitergehen. Unbekannter bundesligauntauglicher Schrott aber keine deutschen Stürmer und namhafte Spieler kommen sowieso nicht zu uns weil wir so arm sind. Meier ist zudem ein Stürmer der sich kaum bewegt und nicht die Bälle selber holt sondern 90 Minuten nur wartet bis ihn der Ball mal auf den Fuß oder Kopf fällt. Und das ist in der Rückrunde praktisch nie der Fall gewesen weil aus dem Mittelfeld nix kommt. So kann man froh sein wenn man noch 4 Punkte holt und nicht wieder Relegation spielen muß. Gegen Gladbach gibts zwei 0:4



Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: In welchem Bundesland liegt die Stadt München?: 

Rubrikenübersicht