13.11.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Jonathan de Guzman: Das Kreuz mit der Schulter

Frankfurt Schon der dritte Frankfurter Schulterschaden: Nun hat es de Guzman erwischt. Trotzdem ist der Krankenstand überschaubar.

Blickt einer Zwangspause entgegen: Jonathan de Guzman.
Blickt einer Zwangspause entgegen: Jonathan de Guzman. Bild: Jan Huebner (Jan Huebner)

Es ist schon ein Kreuz mit der Schulter bei der Frankfurter Eintracht. Innerhalb von einem Dreivierteljahr hat sich nun der dritte Profi des Bundesligisten eine Schultereckgelenksprengung zugezogen – für Fußballspieler eigentlich eine ungewöhnliche Verletzung. Nach Carlos Salcedo und Marius Wolf hat es am Freitag m Test gegen den SV Sandhausen (5:3) nun Jonathan de Guzman erwischt.

Nach gut 75 Minuten musste der ehemalige holländische Nationalspieler nach einem unglücklichen Sturz auf die Schulter ausgewechselt werden. Noch am Abend wurde er im Krankenhaus behandelt, am Samstagmorgen noch einmal intensiv untersucht. Die MRT-Aufnahmen haben dann die erste Diagnose, eine Eckgelenksprengung der linken Schulter bestätigt. De Guzman muss operiert werden und wird in diesem Jahr nicht mehr spielen können. „Wir wünschen Johnny eine möglichst schnelle und gute Genesung“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, „wir sind überzeugt, dass er diesen Rückschlag gut verkraften wird“.

De Guzman kann sich an seinen Kollegen orientieren, die nach der gleichen Verletzung inzwischen ins Team zurückgekehrt sind. Wolf hatte sich die Schultereckgelenksprengung im Halbfinale des DFB-Pokals am 25.April in nach einem Foul des Gladbacher Yannick Vestergaard zugezogen, Carlos Salcedo hatte das gleiche Schicksal nach einem Sturz im Spiel mit der mexikanischen Nationalmannschaft beim Confed-Cups gegen Neuseeland am 22. Juni ereilt. Bei beiden Spielern folgte auf die Operation eine gut zweimonatige Pause. De Guzman muss sich also darauf einstellen, dass er bis zum Rückrundenstart am 13. Januar noch nicht wieder fit sein wird.

Ein allzu großes Probleme wird das für den Trainer nicht darstellen, auch wenn jeder Ausfall schmerzt. Doch Niko Kovac hat er in seinem breiten Kader große Auswahl, die beim Test gegen Sandhausen noch breiter geworden ist. Mit Daichi Kamada und Branimir Hrgota haben zwei aus der angreifenden Abteilung mit je zwei Toren auf sich aufmerksam gemacht. „Ich freue mich sehr, dass sie getroffen haben“, sagte Kovac. „Sie bieten sich an und ich habe noch ein paar Kopfschmerzen mehr.“ Nicht nur die Treffer hatten den Eintracht-Coach überzeugt, auch die gesamte Herangehensweise. Kamada und Hrgota hatten sich nach einer harten Trainingswoche ehrgeizig und spielfreudig präsentiert. „Sie haben eine sehr große Qualität“, lobte Kovac auch die taktischen Möglichkeiten der beiden Reserve-Angreifer, „sie bieten sich gut zwischen den Linien an, sie drehen sofort auf, wenn sie von hinten den Ball zugespielt bekommen und sie gehen in die Tiefe“.

Zurückgemeldet hat sich auch Danny da Costa. Nach einem Sehnenanriss, den er sich am 12. September im Training zugezogen hatte, stand er erstmals wieder bei einem Spiel auf dem Platz. „Es hat Spaß gemacht, wieder zu kicken“, sagte der Neue von Bayer Leverkusen, der auch den größten Teil seiner Reha in Leverkusen hinter sich gebracht hatte. Das nasskalte Regenwetter und die schwierigen Platzverhältnisse bei dem Test im Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald haben ihn da überhaupt nicht gestört. „Ich hatte richtig Spaß, von mir aus hätte es auch schneien können“, sagte er.

So ist trotz de Guzmans Pech der Krankenstand überschaubar. Marco Russ plagt sich mit Achillessehnenschmerzen, soll aber nächste Woche wieder trainieren können. Marco Fabián (Bandscheibenoperation) und Omar Mascarell (Achillessehnenoperation) stehen im Lauftraining und hoffen, vielleicht doch noch dieses Jahr spielen zu können. Doch das ist eher unwahrscheinlich. Timothy Chandler ist nach seinem Außenmeniskussriss in der Reha und Alex Meier am Wochenende nach der jüngsten Fuß-Operation in Augsburg wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Kapitän muss sich noch eine Weile gedulden, bevor er mit den ersten echten Reha-Maßnahmen beginnen kann.

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